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500. Einsatz in Erlangen
OP-Roboter hilft: Lukas hatte einen halben Wirbel zu viel
Mediziner Klaus Schnake und Patient Lukas: Ein Roboter verhalf ihm in Erlangen mit einer Operation zu einem nun unbeschwerten Leben.
Mediziner Klaus Schnake und Patient Lukas: Ein Roboter verhalf ihm in Erlangen mit einer Operation zu einem nun unbeschwerten Leben. // Waldkrankenhaus Erlangen
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Erlangen – Lukas musste jahrelang ein Korsett tragen, jetzt ist er im Malteser-Waldkrankenhaus in Erlangen an der Wirbelsäule operiert worden. Ein Roboter half mit – bereits zum 500. Mal war er im OP im Einsatz.

Lukas ist 18 Jahre alt und leidet seit seiner Geburt an einer Fehlbildung der Wirbelsäule. Da sich die behandelnden Ärzte bisher nicht zutrauten, diese Fehlbildung operativ zu behandeln, hat Lukas jahrelang ein Korsett tragen müssen. Er ist ein begeisterter Fußballspieler, aber die zunehmenden Schmerzen hindern ihn mittlerweile daran. „Lukas hat einen halben, dreiecksförmigen Wirbel zu viel in seiner Wirbelsäule. Dieser ist die Ursache seiner Probleme“, erklärt Privatdozent Klaus Schnake, Chefarzt des interdisziplinären Wirbelsäulen- und Skoliosezentrums am Malteser-Waldkrankenhaus in Erlangen.

„Der Wirbel sitzt ganz weit unten in der Wirbelsäule, direkt über dem Becken, und hat dazu geführt, dass sich die Wirbel darüber verkrümmt haben. Er hat also eine Skoliose entwickelt“, berichtet der Chefarzt in einer Pressemitteilung des Krankenhauses. Um Lukas ein normales Leben zu ermöglichen und die weitere Verkrümmung aufzuhalten, war es demnach notwendig, den überschüssigen Halbwirbel zu entfernen. „Typischerweise operiert man solche Fälle schon im Grundschulalter. Je länger man wartet, desto komplizierter wird die Operation, desto größer werden die Risiken“, führt Schnake aus.

Operation mit Roboter Mazor im Waldkrankenhaus in Erlangen

„Um die verkrümmte Wirbelsäule wieder zu begradigen, muss bei der Operation viel Kraft aufgebracht werden. Das geht nur, wenn perfekt in den Wirbeln platzierte Implantate als Verankerung dienen. Bei Lukas haben wir dafür unseren Mazor-Operationsroboter verwendet, der uns bei der besonders exakten Einbringung der Implantate und der Entfernung des Halbwirbels unterstützt hat.“ Seit mittlerweile über drei Jahren verwende das Wirbelsäulenzentrum des Waldkrankenhauses den Roboter für komplexe, aber auch für normale Operationen.

„Bei Lukas’ Operation haben wir unseren Augen nicht getraut, als uns das System anzeigte, dass es schon die 500. Operation mit dem Roboter ist“, sagt Denis Rappert, leitender Oberarzt des Zentrums und Spezialist für robotische Wirbelsäulenchirurgie. „Diese Technologie hat unsere Operationen erheblich sicherer gemacht“, so Rappert weiter. Einen Wermutstropfen gibt es aber: Die Kosten für die Verwendung des Roboters werden nicht von den Krankenkassen übernommen. Laut Chefarzt Schnake müsse aber kein Patient aktuell etwas hinzubezahlen.

Kosten für Roboter im Waldkrankenhaus in Erlangen

Die Krankenhäuser seien heute dazu gezwungen, jede Ausgabe zu überprüfen, aber das Malteser-Waldkrankenhaus übernehme die Mehrkosten für den Roboter. Dazu kommentiert Klaus Schnake: „In der Medizin geht es um Qualität und natürlich auch um Wirtschaftlichkeit, aber die Menschlichkeit darf eben auch nicht fehlen.“ Lukas’ Operation sei gut ausgegangen und schon nach einer Woche dürfe er die Klinik wieder verlassen – mit geradem Rücken.

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