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Erlangen
„Steinzeit in Bayern“: Archäologen der FAU zeigen neues Buch
Das Buch überzeugt mit guter Lesbarkeit - auch bei der Präsentation in Erlangen.
Das Buch überzeugt mit guter Lesbarkeit - auch bei der Präsentation in Erlangen. // Pascale Ferry
Signet des Fränkischen Tags von Pascale Ferry
Erlangen – Archäologen der Universität in Erlangen haben ein neues Werk zur Steinzeit im Bayern präsentiert. Die Experten für Ur- und Frühgeschichte greifen dafür auf eine Sammlung von 200.000 steinzeitlichen Funden zurück. Die Begeisterung ist groß: An dem neuen Buch wollten mehr Wissenschaftler mitwirken als sie erwartet hatten.

In Erlangen beschäftigt sich das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität mit der Steinzeit. Mit seiner Sammlung, die mit 200.000 Objekten aus 800 zumeist europäischen Fundorten als eine der größten ihrer Art in Mitteleuropa gilt, verfügt das Institut über hervorragende Möglichkeiten Artefakte zu studieren. Neue Erkenntnisse zur Umwelt- und Menschheitsgeschichte in Bayern hat das Institut nun im neuen Buch „Steinzeit in Bayern“ zusammengefasst.

48 Autoren für Steinzeit in Bayern

„Eigentlich wollten wir mit 20 Autoren ein Handbuch herausgeben. Es sind zwei Bände im und 48 Autoren geworden. Sie haben 73 Beiträge erstellt. Das Ergebnis lässt sich sehen: ausschließlich gut begründete Forschungsergebnisse auf 1012 Seiten“, resümierte Professorin Doris Mischka vom Institut für Ur- und Frühgeschichte während der Präsentation des Kompendiums am 10. November, das sich in gut lesbarer Sprache und vielen Abbildungen und Karten an interessierte Laien, Studierende und Fachkollegen richtet.

Ein 50.000 bis 60.000 Jahre altes Steinwerkzeug aus Biburg in Niederbayern
Ein 50.000 bis 60.000 Jahre altes Steinwerkzeug aus Biburg in Niederbayern // Pascale Ferry

Die Steinzeit umfasst die längste und älteste Epoche der Menschheitsgeschichte: vom Jäger und Sammler bis hin zu den ersten Bauern. In ganz Bayern finden sich Überreste von 300.000 bis 2.200 vor Christus: von Neandertalerfunden in der Sesselfelsgrotte, den berühmten Schädelbestattungen in der Ofnethöhle, der „Venus von Mauern“ bis zur jungsteinzeitlichen Eschlipp-Siedlung.

Archäologen zeigen Alltag in der Steinzeit

Das Handbuch beschreibt detaillierte Rekonstruktion der frühen Lebenswelten: von Beschreibungen der Umgebung und Lebensbedingungen in der Steinzeit bis hin zu sozialen Aspekten, wie Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag der Menschen. Mitherausgeber und Lehrstuhlinhaber Professor Thorsten Uthmeier vom Institut für Ur- und Frühgeschichte sagte: „Neben Daten aus Bayern sind auch überregionale Informationen eingeflossen, wie etwa Klimadaten. Das Handbuch hat eine enge Anbindung an Naturwissenschaften. Der Mensch ist im System der Umwelt eingebunden: diese Erkenntnis ist heute aktueller denn je.“

Martin Nadler vom Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege präsentiert „Steinzeit in Bayern“ in Erlangen.
Martin Nadler vom Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege präsentiert „Steinzeit in Bayern“ in Erlangen. // Pascale Ferry

Viele unterschiedliche Fachdisziplinen und Kooperationspartner trugen zum Werk bei, etwa Geologie-Koryphäe Professor Wolfgang Schirmer, und Martin Nadler vom Bayrischen Landesamt für Denkmalpflege. Uthmeier aus Westfalen erklärte: „Ich komme zwar nicht aus Bayern, bin aber stolz, dass es eine bayrische Angelegenheit geworden ist.“ Der Universitätsbund Erlangen-Nürnberg und die Gesellschaft für Archäologie in Bayern ermöglichten mit Spenden den Druck der Erstauflage. Sie umfasst 600 Bände.

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