Höchstadt holt die Schlittschuhe raus: Am Samstag beginnt die Eislaufsaison. „Es ist alles startklar“, sagt Hans-Peter Philipp, Leiter des Sportzentrums. Die Eisfläche ist bereitet, der Eishockeybetrieb läuft schon eine Weile. Für Publikumsverkehr ist nun auch offen. Die Kasse ist am Samstag bereits um 15 Uhr geöffnet, um sich Saisonkarten holen zu können, so die Information der Stadt.
Eislaufen in der Energiekrise – die Stadt kann und will das stemmen, sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL): „Wie allen bereiten natürlich auch uns die Energiepreise Kopfschmerzen.“ Aber beim Stadion sei man zumindest vom Gaspreis unabhängig. Zudem wirke sich der Wärme-Kälte-Austausch mit dem Wasser der Aisch energetisch positiv aus. Aber, so Brehm: Mit 20 bis 30 Prozent Kostensteigerung müsse man für die Energie der Eishalle in dieser Saison rechnen. „Wobei das aufgrund der besonderen Situation derzeit nur sehr überschlägig schätzbar ist“, sagt Brehm. Nach Auskunft der Stadt liegen die Stromkosten für die Eishalle im Schnitt bei rund 47.000 Euro, die Kosten für Heizung bei rund 30.000 Euro.
Eisvergnügen ohne Einschränkungen
Erlangen verzichtet angesichts der Energielage auf die Eisfläche auf dem Schlossplatz. Eventuell soll dort ein Ersatz mit einer Schlittschuhbahn aus Kunststoff Kinder in der Vorweihnachtszeit vertrösten. Überlegungen, wegen der Energiekosten dieses Jahr den Betrieb des Höchstadter Eisstadions einzuschränken, habe es nicht gegeben, sagt Brehm. Dies sei schon allein wegen Eishockeyspielen und -training nicht machbar. Höchstadt sei eine eissportverrückte Stadt, was die rund 2000 Mitglieder in den Vereinen beweisen, so Brehm. Für eine Kleinstadt nordbayernweit ein Alleinstellungsmerkmal.
Eintrittspreise werden nicht erhöht
Trotz steigender Kosten habe man die Eintrittspreise fürs Eisstadion nicht erhöht (siehe Artikelende). Anders werde das wohl beim Freibad nächsten Sommer sein. Dort müssen die Investitionen für den neuen Kinderbereich gedeckt werden. An die Eintrittspreise fürs Eisstadion werde man aber ran müssen, wenn die Generalsanierung der Halle finanziert werden muss. Elf bis zwölf Millionen Euro werde diese verschlingen, zwei Millionen gibt es an Fördergeld. Um dieses zu bekommen, muss die Sanierung Ende 2025 abgeschlossen sein. Die Kosten seien eine Hausnummer für Höchstadt und „schon ambitioniert“, so Brehm. „Das zahlt sich nicht in drei bis vier Jahren ab, sondern muss mit Sicht auf die Gesamtnutzungszeit von 50 Jahren gerechnet werden.“
Die Sanierung umfasst das Dach, Photovoltaik, LED-Beleuchtung, den Bau eines Gebäudes für Kältetechnik, Schneegrube, die Elektrotechnik, eine Lüftungsanlage, die Erneuerung der Eispiste, das Schließen der Halle sowie modernen Brandschutz. Die Pläne schreiten voran: Die ersten Bauabschnitte seien nach europaweiter Ausschreibung bereits vergeben. „In der Oktobersitzung wird der Stadtrat noch die Feinabstimmung beraten“, so der Bürgermeister. Die ersten Arbeiten sollen Mitte nächsten Jahres beginnen und seien so getaktet, dass der Betrieb in der Halle stets möglich sein soll.
Ebenfalls flexibel sei man beim Energiekonzept mit Wärme-/Kälterückgewinnung. Das hänge davon ab, wie die Pläne nebenan gedeihen: „Wenn das ESC-Projekt kommt, können wir es auch in die laufende Sanierung des Eisstadions noch integrieren“, so Brehm.
ESC-Sportzentrum: Der Plan steht
Der Eis- und Schwimmsportclub Höchstadt (ESC) plant bekanntermaßen Großes: Neben dem Eisstadion will der Verein ein eigenes Eissportzentrum Nordbayern errichten. Herzstück wäre eine ganzjährig betriebene Halle mit großer Eisfläche (bundesweit einzigartig) und eine CO2-neutrale Energieversorgung, die mit Abwärme und Kälte das Höchstadter Sportzentrum vernetzen könnte.
Die Pläne stehen nach wie vor, sagt ESC-Vorsitzende Nadja Müller. Der Verein sei Feuer und Flamme: „Wir sind guter Hoffnung, dass wir es realisieren können.“ Am Finanzierungskonzept habe auch die aktuelle Bau- und Energiekrise nicht rütteln können. „Den Kostenplan können wir noch halten“, sagt Müller. Stolze 7,5 Millionen Euro soll das Eissportzentrum demnach kosten, noch stolzere drei Millionen davon könnte der Verein selbst stemmen. Der Rest müsste aus Fördertöpfen kommen.
Fördergeld dringend benötigt
Diese versucht Müller mit ihren Kollegen gerade eifrig anzuzapfen. Bereits fünf Mal sei sie beim Bayerischen Innen- und Sportminister Joachim Herrmann (CSU) vorstellig geworden, der bekennender Fan des Projekts ist. Sie stehe in Kontakt zu den Verbänden sowie zu den Bundestagsabgeordneten Stefan Müller (CSU) und Martina Stamm-Fibich (SPD), die zugesagt hätten, sich für Fördermittel des Bundes stark zu machen .
Das Sportzentrum könnte laut ESC-Vorsitzender die deutsche Leistungselite des Eissports anziehen: Trainingscamps, Schiedsrichter- und Trainerschulungen sowie Fortbildungen könnten stattfinden, auch zu paralympischen Sportarten wie Sledge Hockey (Eishockey auf Schlitten). Die Vision: Höchstadt wäre mit saniertem Eisstadion und Sportzentrum das Mekka des Kuvensports. Doch jetzt freut sich Müller erst einmal auf die beginnende Saison.: „Wir können es kaum erwarten!“
Eisstadion: Eintritt, Öffnungszeiten und Neues vom Discolauf
Einzelkarte (Laufzeit 90 Min.):
3 Euro Erwachsene, 2 Euro ermäßigt (Personen zwischen 6 und 17 Jahren sowie Schwerbehinderte)
Familientarif: 5 oder 7 Euro je nach Personenzahl.
12-er Karte 30 Euro Erwachsene, 20 Euro ermäßigt.
Saisonkarten: 60 Euro für Erwachsene, 40 Euro ermäßigt.
Öffnungszeiten:
Montag: 14.30 - 16 Uhr
Mittwoch: 14.30 - 16 Uhr; Discolauf 20.15 - 22.15 Uhr
Donnerstag: 14.30 - 16 Uhr, 20.15 - 22.15 Uhr Abendlauf
Freitag: 9:30 - 11 Uhr, 14 - 15:30 Uhr, 16 - 18 Uhr Kinderdisco
Samstag: 16 - 17:30 Uhr, 18 - 19:30 Uhr, neu: Discolauf jeden Samstag 20 - 22 Uhr
Sonntag: 13:15 - 14:45 Uhr, 15:15 – 16:45 Uhr, neu: Am Sonntag kein Discolauf mehr!
In den Ferien erweiterte Zeiten
Verschiebung Discolauf an folgenden Mittwochen: 28.12. und 4.1. jeweils auf einen Tag vorher (Dienstag).
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