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Freiwilliges Soziales Jahr
Schüler und Feuerwehrmann: Adelsdorfer brennen fürs Ehrenamt
Auch das gehört zur Arbeit von Philipp und Lukas: Abschließen und Aufräumen der Stiefelwaschanlage in Adelsdorf
Auch das gehört zur Arbeit von Philipp und Lukas: Abschließen und Aufräumen der Stiefelwaschanlage in Adelsdorf // Britta Schnake
Adelsdorf – Mit 14 Jahren schon Helden des Ehrenamts: Zwei Adelsdorfer absolvieren ein Freiwilliges Soziales Schuljahr bei der Feuerwehr Neuhaus. So gelingt ihnen das außergewöhnliche Projekt.

Philipp Sorger und Lukas Löhr „brennen“ für die Feuerwehr. Seit ihrem 6. Lebensjahr sind die nun 14-Jährigen dabei. Zuerst bei der Kinderfeuerwehr Neuhaus, seit einem Jahr bei der Jugendfeuerwehr. Beide Jungs besuchen die Ritter-von-Spix-Schule in Höchstadt. Philipp ist in der 9., Lukas in der 8. Klasse.

Freiwilliges Soziales Jahr bei der Feuerwehr in Adelsdorf

Als in Lukas’ Klasse eine Infoveranstaltung bezüglich eines Freiwilligen Sozialen Schuljahres, dem sogenannten FSSJ stattfand, bei welchem man sich bei vielen sozialen Projekten wie beispielsweise Kindergärten, Seniorenheimen, aber auch im Rettungsdienst engagieren kann, stand für den Jungen fest: Ich mach’ das bei meiner Feuerwehr. Für seinen Freund und Kamerad Philipp war klar, dass er sich anschließen würde. Leichter gesagt als getan, kostete es den Kommandanten der Neuhauser Freiwilligen Feuerwehr Patrick Sorger doch um die 30 Telefonate und E-Mails an Gemeinde, Landratsamt und Kreisjugendring.

Fortuna Kulturfabrik bringt Lösung für Feuerwehr Adelsdorf

Sogar die Bayerische Staatsregierung kontaktierte Sorger, doch niemand konnte ihm sagen, ob die Freiwillige Feuerwehr das FSSJ anbieten darf. „Finale Erlösung fand ich schließlich im Jugendzentrum in der Höchstadter Fortuna Kulturfabrik. Vorher bin ich von Pontius zu Pilatus gelaufen. Zwei Monate lang. In unserem Landkreis dürften wir bei der Freiwilligen Feuerwehr damit Vorreiter sein.“

Der Rest war dann relativ einfach. Es wurde ein Vertrag geschlossen mit den Eltern und den Jugendlichen. Im Verlauf des Schuljahres haben die Jungs 80 Stunden zu absolvieren, welche sie sich vom Vorstand oder dem jeweiligen Ansprechpartner vor Ort abzeichnen lassen. Am Ende des Schuljahres erhalten sie von der Schule dann neben dem normalen Zeugnis auch ein Abschlusszeugnis über die erbrachten Stunden. Doch was genau war für die Teenager das auslösende Moment für das FSSJ?

Jugendliche bei Leistungsprüfung bei Feuerwehr in Adelsdorf

In der Feuerwehr waren sie doch eh schon. „Ich will einmal Berufsfeuerwehrmann werden“, erklärt Philipp. Da würde es sich bestimmt gut machen, wenn er durch das FSSJ Interesse zeigt und er sich noch besser auskennen würde bei der Feuerwehr. „Es macht mir Spaß, ist abwechslungsreich. Ich finde die Teamarbeit, den Zusammenhalt und die Aufgaben toll.“

Ohne FSSJ hätte er alle zwei Wochen mal eine Übung bei der Jugendfeuerwehr gehabt. „Jetzt bin ich gefühlt jeden zweiten, dritten Tag hier.“ Philipps Eltern sind beide bei der Feuerwehr, der Junge hat es wohl im Blut. Lukas und Philipp unterstützen den Gerätewart, helfen nach den Einsätzen beim Aufräumen, reinigen die Schläuche, unterstützen bei Festivitäten, beaufsichtigen die Hüpfburg, kümmern sich um die Kleiderkammer und waschen die Autos. Auch bei der Vorbereitung der Leistungsprüfung im November haben die beiden mitgeholfen, simulierten unter anderem auch die Unfallopfer bei der Prüfung.

Adelsdorf: Einblicke in Feuerwehr und Feuerwehrhaus

„Ich bin gerne freiwillig sozial unterwegs, möchte anderen Menschen helfen“, sagt Lukas, „es macht mir Spaß, man wird ja zu nichts gezwungen. Ich habe jetzt noch mehr von der Feuerwehr kennengelernt. Ich opfere meine Freizeit gerne.“ Auch er hat das Ziel des Berufsfeuerwehrmanns vor Augen.

„Sie erhalten so tiefere Einblicke in die Feuerwehr und das Feuerwehrhaus, werden nachhaltig begeistert“, erläutert auch Sorger, dem es dennoch überaus wichtig ist, dass die zwei Spaß an dem haben, was sie tun. „Bisher waren sie nur in der Jugendfeuerwehr, nun lernen sie alle Funktionsträger kennen. Das ist auch eine Entlastung für uns, eine Win-win-Situation. Die Jungs haben Spaß dran und wir kriegen Hilfe.“ 25 Stunden hat Philipp allein in einem Monat absolviert, „weil es mir einfach Spaß macht“, sagt der 14-jährige.

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