Einen 31 Meter hohen Baum haben die Kerwasburschen bei der Kirchweih in Großenseebach aufgestellt. Manfred Müller hatte das stattliche Exemplar stilgerecht aus mit dem Pferd Marille vom Wald zum Festplatz gefahren. Schon die Schlachtschüssel hatte viele Gäste zum Auftakt angelockt. Eingespielt hat es sich inzwischen auch, dass der FSV-Förderverein den Vorstand des FSV bei der Kerwa nach Kräften unterstützt. Rund 100 Helfer halten somit alljährlich die Kerwa am Laufen.
Kirchweih 2025: aus Lyss in der Schweiz nach Großenseebach
Der Vorsitzende des FSV, Michael Schmitt, würdigte vor dem Bieranstich die 25 Kirchweihburschen mit ihrem Oberortsburschen Nils Bauenschmidt. Neben Landrat Alexander Tritthart war auch Mike Hermann aus Lyss in der Schweiz nach Großenseebach gekommen. Brauereichef Georg Hofmann hatte ein Holzfass mitgebracht. Bürgermeister Jäkel benötigte drei Schläge, bevor das erste Bier in die Krüge fließen konnte. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Leutenbacher Musikanten.
Um den mächtigen Kerwasbaum in die Senkrechte zu hieven, hieß es für die Ortsburschen, alle Kräfte zu bündeln. In die Äste der Spitze wurden bunte Bänder eingeflochten und das obere Stück des Stammes in den fränkischen Farben rot und weiß umwickelt. Zusätzlich erhielt die Spitze eine rot-weiße Frankenfahne, oberhalb des Kranzes wurden ebenfalls drei rot-weiße Fahnen angebracht. Im liegenden Zustand befreiten zwei Männer den Stamm von losen Rindenteilen.
Kirchweih in Großenseebach mit Musik von „Frankenbengel“
Das Aufstellen unter dem Kommando von Werner Mirschberger erfolgte wie früher mit den sogenannten Schwalben, die allerdings in der heutigen Zeit an den Spitzen mit Schwerlastgurten oder Ketten verbunden werden. Diese Aufgabe hatte Jahre zuvor Manfred Weiser übernommen. Bis jetzt hatten die Ortsburschen noch jeden Baum ohne Probleme in die Senkrechte gebracht. „Also jetzt schiebt die Neuenbürger Seite stärker“, lautete eines seiner Kommandos. Während die Kirchweihburschen ins Schwitzen kamen, behielt Mirschberger in jeder Situation den Überblick. „Also, ihr seid jetzt in der Pflicht!“, rief er gleich mehrmals.
Während des Hochhievens mit vier Paar Schwalben wurde eine mannshohe Leiter immer wieder nachgerückt, um den Baum zusätzlich zu stützen. Begleitet von den kritischen Blicken der älteren Großenseebacher wurde der Baum Stück für Stück in die Senkrechte gehoben. Als er nach mehrmaligem Nachrücken der Schwalben aufrecht im Loch stand, wurde er sofort verkeilt. Erst danach konnten sich die Akteure im Zelt von der Anstrengung erholen. Für betste Stimmung im Festzelt sorgten anschließend die die „Frankenbengel“.










