Die ersten 100 Tage für Ralph Frisch sind wie im Fluge vergangen. Am 17. Februar übernahm er die Leitung des Herzogenauracher Gymnasiums von seinem guten Freund Norbert Schell. Diese Verbundenheit war auch ein wichtiger Faktor, sich für Herzogenaurach zu entscheiden, meint Frisch. Er kannte die Schule und wusste, was ihn erwartet: Ein gut aufgestelltes Kollegium mit engagierten Lehrkräften und motivierten Schülerinnen und Schülern.
Ralph Frisch wohnt mit seiner Familie im Landkreis Fürth. Er war zuvor zehn Jahre lang als Schulleiter in Ansbach am Theresien-Gymnasium. Für den 56-jährigen Frisch werden jetzt die Wege zur Arbeit kürzer. Er wusste, worauf er sich einlasse und die Schule stehe auch gut da. Hervorragende Gründe, noch einmal die Stelle zu wechseln, findet Frisch.
Zwei große Veranstaltungen
Zwei große Veranstaltungen fallen in seine Anfangszeit in Herzogenaurach. Er betont, dass er auf die großartige Vorbereitung seines Vorgängers aufbauen konnte. Das 50-jährige Bestehen des Herzogenauracher Gymnasiums hat ihm aufgezeigt, wie erfolgreich und wertschätzend sich die Schulfamilie entwickelt hat. Aus den damals 175 Schülerinnen und Schülern im Gründungsjahr 1975 sind nun mehr als 1000 Menschen geworden.
Zahlreiche Auszeichnungen und schuleigene Projekte nimmt Ralph Frisch gern zum Anlass, über die neuen Aufgaben und Herausforderungen zu sprechen. Der Naturgarten mit der hauseigenen Imkerei ist ebenso erwähnenswert wie beispielsweise die Reihe „Jugend debattiert“ und Projekttage zu aktuellen Themen.
Mehr als 3500 Anmeldungen
Der „Lauf für Kaya“ ist ein sportliches Großereignis. Frisch ist auch im Orgateam eingebunden und zeigt sich beeindruckt, was Matthias Engel und sein Team für die gute Sache auf die Beine gestellt haben. Es wird die letzte Veranstaltung sein, die Engel organisiert.
Mehr als 3500 Anmeldungen liegen aktuell vor. Laut Frisch wird es auch in zwei Jahren wieder einen Benefizlauf geben: Der Nachfolger im Orgateam ist schon gefunden. Das Gymnasium Herzogenaurach unterstützt die Städtepartnerschaft mit Kaya aber zusätzlich mit weiteren Aktionen. Als Beispiel nennt er die Care-Pakete, die vom Gymnasium zur Unterstützung der Bevölkerung in Kaya gepackt wurden.
Schule muss sich weiterentwickeln, sagt Ralph Frisch. Es gibt also immer etwas zu verbessern, im Falle des Herzogenauracher Gymnasiums sind es Kleinigkeiten. Aber auch die werden aktiv angegangen. Die Digitalisierung wird ein Zukunftsthema sein. Man sammelt erste Erfahrungen.
Der Umgang mit Medien, die Einordnung und Auswirkungen auf das Demokratieverständnis sind Herausforderungen für die Zukunft. Frisch schildert am Beispiel der „Tablet-Klassen“, dass es nicht ausreicht, jedem Kind ein mobiles Endgerät in die Hand zu drücken. Es sei eine zentrale Herausforderung, den Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen zu steuern und Fehlentwicklungen zu verhindern. Die Schule übernehme immer mehr Aufgaben, die früher in den Familien gelöst wurden. In vielen Familien seien beide Elternteile berufstätig. Daher komme auf die Schule mehr Verantwortung zu.
Zusätzliche Anstrengungen
Das ist für die Lehrkräfte mit zusätzlichen Anstrengungen verbunden. Daher hat sich das Bild der Schule auch gewandelt. Weg von der Bildungsanstalt hin zu: Wir lernen fürs Leben.
Für die Zukunft wird es besonders wichtig sein, genügend Lehrkräfte zu finden, meint Frisch. Der Lehrermangel werde die Schule beschäftigen. Das Ministerium wird in den nächsten Jahren nicht mehr alle Lehrkräfte zur Verfügung stellen können, befürchtet Ralph Frisch.
In einem gewissen Umfang könne auch auf freiberufliche Lehrkräfte ausgewichen werden, aber auch das werde nicht reichen.
Nächstes Jahr sind durch den Wechsel von G 8 zu G 9 mehr Schülerinnen und Schüler zu unterrichten. Aber: Das Gymnasium Herzogenaurach nimmt jede Herausforderung an.












