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Beten für Frieden
Drei Jahre Krieg: Gedenkfeier für die Ukraine in Höchstadt
Die vielen Kerzen, die im persönlichen Gebet auf dem Kreuz abgelegt wurden, zeigten die große Solidarität mit den Menschen im Krieg und die große Sehnsucht nach Frieden.
Die vielen Kerzen, die im persönlichen Gebet auf dem Kreuz abgelegt wurden, zeigten die große Solidarität mit den Menschen im Krieg und die große Sehnsucht nach Frieden. // Viktoriia Babych-Veprieva
Signet des Fränkischen Tags von Viktoriia Babych-Veprieva
Höchstadt a. d. Aisch – Zum dritten Jahrestag des Angriffskrieges gegen die Ukraine fand eine Gedenkfeier statt. Neben Friedensgebeten waren auch die erschreckenden Grausamkeiten des Krieges Thema in Höchstadt.

Jüngst fand in der Christuskirche in Höchstadt eine Gedenkfeier für die Ukraine unter dem Zeichen „Gemeinsam für den Frieden“ statt. An der Veranstaltung nahmen mehr als 100 Personen teil – darunter viele ukrainische Flüchtlinge.

Das Friedensgebet wurde in einer besonderen Atmosphäre gesprochen, die dem 3. Jahrestag des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine entsprach. Die Fassungslosigkeit, dass Krieg und Leid so lange dauern, hat alle Anwesenden verbunden. Aber auch die Dankbarkeit für die Unterstützung, die die Geflohenen in Höchstadt und Umgebung bisher erfahren haben, war zu spüren. Pfarrer Kilian Kemmer von der katholischen Pfarrgemeinde Höchstadt, Pfarrer Klaus Eyselein von der evangelischen Kirchengemeinde Höchstadt und ich sprachen die Gebete.

Ukrainekrieg: Jeden Tag Grausamkeiten 

Drei Jahre Eroberungsangriffe bedeuten jeden Tag Grausamkeiten durch die russischen Angreifer. „Mit dem, was der amerikanische Präsident sagt und tut, hat sich die Situation verschärft und verschlimmert“, sagte Professor Heiner Bielefeldt in seiner Rede am Vortag. Er ist ein deutscher Theologe, Philosoph und Historiker. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Bei der Gedenkfeier wurde Videomaterial aus den ersten Stunden der Invasion gezeigt, das von Yaroslaw Emelianenko, Direktor von Chernobyl-Tour und Mitglied des öffentlichen Rates für die Verwaltung der Sperrzone, zur Verfügung gestellt worden war. Dieses Filmmaterial aus der Tschernobyl-Zone, über die Russland heimtückisch in die Ukraine eindrang, wurde erstmals in Deutschland ausgestrahlt.

Russische Soldaten zerstörten die staatlichen Überwachungskameras und machten sich so für die Ukrainer unsichtbar: „Man konnte weder die Menge der Ausrüstung noch die Soldaten oder ihre Abzeichen sehen. Chernobyl Tour hat die Kamera entfernt, bevor das Informationszentrum gesprengt wurde. Viele unserer Mitarbeiter blieben in Tschernobyl. Sie wurden zu Informanten und gaben Daten weiter, die das ukrainische Militär benutzen konnte“, erklärte Yaroslaw.

Militär: Update alle zehn bis 15 Minuten

Sein Team zählte Panzer, Motorräder, Autos und übermittelte die Zahlen alle zehn bis 15 Minuten an das ukrainische Militär. „Die Russen schafften Pontons, Boote und technische Ausrüstung zum Plündern heran, und es war vor allem auch psychologisch sehr schwierig, denn einerseits wurde uns im Fernsehen vermittelt, wir sollten uns keine Sorgen machen, das ukrainische Militär würde sie zurückhalten, ganz egal wie viele von ihnen kämen. Andererseits zählten wir 10, 20, 70, 150, 200, 500 Einheiten militärischer Ausrüstung. Wie sollte man denn diese Truppen aufhalten? Doch wir haben es geschafft“, sagte Yaroslaw Emelianenko.

Auf die dokumentarischen Filme folgte die musikalische Komposition in ukrainischer Sprache „Tag“, geschrieben von einem jungen ukrainischen Flüchtling namens Yaroslav Vepriev, der zehn Jahre lang nicht in seine zerstörte Stadt Awdiiwka zurückkehren konnte. Das Publikum hörte des Weiteren Beiträge des J&A-Duetts und von Anastasia Yanovska. Johannes Först machte Musik und Kyrylio Kholodnykh-Chernozubenko spielte die Orgel. Yulia Zhuk sprach über die Situation in Mariopol. Andriy Sologub überreichte ein Geschenk für das Stadtmuseum.

Er ist ein Einwohner von Höchstadt, der seit 2016 dem ukrainischen Militär hilft. Es handelte sich um einen Schutzengel, aus einer ukrainischen militärischen Patronenhülse geschnitzt – Symbol zum Dank für die Hilfe aus Höchstadt.

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