Der Armut entwachsen und damit zu wertvollen Früchten der Gesellschaft gedeihen: Das ist durch Bildung möglich, vor allem in den armen Regionen dieser Welt, wo die Menschen oft nur durch eine gute Ausbildung die Chance haben, dem Teufelskreis des Elends zu entfliehen. Deshalb haben die Herzogenauracher Anita und Ernst Klimek das Hilfsprojekt „Zubza – Zeichen unserer Bereitschaft zum Anpacken“ für das Dorf Zubza im indischen Nagaland ins Leben gerufen. Dies war von Beginn an das Ziel der „Zubzas“. Ernst Klimek berichtet von weiteren Erfolgen der Schulpatenschaft und der Brücke von Weisendorf nach Zubza, einer vergessenen Bergregion.
Zubza, sagt er, liege im Nagaland im Nordosten Indiens. In der zerklüfteten Bergregion und den abgelegenen Siedlungen lebten rund 17.000 Menschen. „Hand in Hand fürs Nagaland“, so lautet das Motto der „Zubzas“. Das Nagaland sei im Gegensatz zu anderen indischen Bundesstaaten unterentwickelt, die Menschen seien sehr arm und hätten keine Perspektive. Bereits 2004 unterstützte der Missionskreis der Pfarrei St. Josef Weisendorf die Don-Bosco-Schule in Zubza und bezuschusste den Bau eines Internats.
Ordinariat Bamberg: Hilfe für Nagaland in Indien
Daraus habe sich die Schulpartnerschaft entwickelt: „eine Brücke von Weisendorf ins Nagaland“. Das Projekt, getragen vom Elan der Schüler aus Weisendorf, habe in all den Jahren nicht nur die Marktgemeinde erfasst, sondern weite Kreise gezogen. Zahlreiche Hilfsprojekte konnten erfolgreich – als Hilfe zur Selbsthilfe – ausgeführt werden. Mit Unterstützung des Ordinariats Bamberg sei es gelungen, die Zubza-Hilfsaktion als „Hand in Hand fürs Nagaland“ in Deutschland zu verbreiten. Die Initiatoren erhielten unter anderem eine Einladung in den bayerischen Landtag, Ehrungen in Ansbach und Bamberg und im April 2024 den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten für jahrelange Bemühungen im Nagaland.
Im September, so Ernst Klimek, konnte das zweite Spenderhaus „Bosc Home Nr. 22“ in diesem Jahr eingeweiht werden. Da das Hausbauprojekt zusammen mit der katholischen Pfarrei in Zubza organisiert werde, entscheide der dortige Pfarrgemeinderat über die Hausempfänger. Die Empfängerfamilie von Haus Nr. 22 lebte bisher mit vier Kindern in einer sehr beengten, dunklen Bambus-Blechhütte. Die Solibrot-Aktion der Grundschule Weisendorf während des Gottesdienstes in St. Josef im März 2024 ermöglichte den Kauf von Schulkleidung, Schuhen und Schlafdecken für arme Menschen. Lehrerin Roselyn ermittelte an der Don-Bosco-Schule in Zubza die Schüler, die mit zerschlissener Kleidung und aufgerissenen Schuhen am Unterricht teilnehmen.
Hosen und Schuhe aus Dimapur in Indien
So konnten die nötigen Shirts, Pullover, Hosen, Trainingsanzüge, Schuhe sowie Schlafdecken in der Großstadt Dimapur besorgt werden. Außerdem wurden 30 Decken besorgt und nach dem Gottesdienst durch die Pfarrei an bedürftige Personen ab 70 Jahren verteilt. Diesen Oktober konnte ein besonderes Jubiläum gefeiert werden: 25 Jahre Schule in Peducha. Dazu schreibt Frater José Karippai: „Unsere Schule glich im Jahre 2013 einem Kuhstall.“ Mit vielen Aktionen, zahlreichen Spendern und Zubza-Freunden gelang es, den Neubau zu finanzieren.
Die Kinder der Schule kommen hauptsächlich von armen Familien aus Peducha und weit entfernten umliegenden Dörfern und erhalten damit Zugang zu einer hochwertigen Bildung. Nur durch Unterstützung der Zubzas konnten im vergangenen Jahr fünf Jungen und sechs Mädchen am Unterricht der Klasse 11 und 12 in der Don-Bosco-Schule teilnehmen. Sie kommen aus kinderreichen oder Tagelöhner-Familien, bei manchen von ihnen sind Elternteile bereits verstorben oder die Eltern können wegen Krankheit keiner Arbeit nachgehen. Neben Schuleinrichtungen sei es unerlässlich, weiterhin Jugendliche aus armen Familien zu unterstützen, da die Gebühren an Privatschulen sehr hoch sind, so auch an der Don-Bosco-Schule in Zubza, sagt ernst Klimek. In ganz Indien setzten Eltern alles daran, ihre Kinder in Privatschulen zu schicken, damit sie der Armut entkommen.
Teuer: Privatschulen in Indien
Privatschulen böten Unterricht in besserer Qualität gegenüber den staatlichen Institutionen. Privatschulen könnten sich nur über die Schulgebühren finanzieren. Schulgebühren mit 180 Euro pro Jahr für die Higher- Secondary-Klassen seien für manche Familien und Alleinerziehende nicht bezahlbar. Ein Beispiel aus dem Ort: Onita besucht die Klasse 12. Sie hat fünf Schwestern, der Vater hütet als Tagelöhner die Schweine eines anderen Besitzers und bringt die Gebühr nicht auf, um seiner ältesten Tochter das Abitur zu ermöglichen.
Alle bedankten sich jetzt mit einem Brief bei den „Zubzas“, weil das Mädchen jetzt die 12. Klasse mit der finanziellen Unterstützung abschließen konnte. Mehr über das Hilfsprojekt der Gemeinde Weisendorf, der Grund- und Mittelschule, der Katholischen Pfarrei St. Josef und der Evangelischen Kirchengemeinde sowie der Stadt Eschenbach finden Sie unter zubza.de im Internet.
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