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Guter Zweck in Weisendorf
Markus Söder ehrt Ernst Klimek für Zubza-Hilfsprojekt
Etwas zum Anfassen: Ernst Klimek beim  Vortrag in der Grundschule in Weisendorf über das Zubza-Hilfsprojekt
Etwas zum Anfassen: Ernst Klimek beim Vortrag in der Grundschule in Weisendorf über das Zubza-Hilfsprojekt // Zubza-Archiv
Weisendorf – Vor 16 Jahren initiierte Ernst Klimek das Zubza-Hilfsprojekt mit engagierten Weisendorfer Schülern sowie kirchlichen und kommunalen Trägern. Es ist eine Geschichte von Erfolg und purem Glück. Nun würdigt sie der Ministerpräsident.

Vor 16 Jahren brachte ein Vortrag vom Missionsausschuss der Pfarrgemeinde St. Josef im Religionsunterricht der 4. Klasse der Grundschule Weisendorf einen Stein zum Rollen: Der Klasse des ehemaligen Seminarrektors Ernst Klimek wurde die Not der Kinder im Nagaland, einer Region im Nordosten Indiens, eindrücklich erläutert. Die Klasse war schockiert über die Zustände. Vieles davon wäre mit entsprechender Unterstützung vermeidbar und schon kleine Hilfen würden das Leben und die Zukunftsaussichten der Menschen in dieser sehr armen Region Indiens deutlich verbessern.

Ernst Klimek und die Schüler der Grund- und Mittelschule Weisendorf wollten nicht tatenlos zusehen, sondern handeln. Zu Beginn entstanden eine Gebetsgemeinschaft und ein reger Briefaustausch mit den Schülern der Gemeinde Zubza im Nagaland. Das Nagaland im Nordosten Indiens entstand 1963 als Staat aus dem Distrikt Naga Hills in Assam. Mit einer Bevölkerung von etwa zwei Millionen Einwohnern ist es der kleinste Bundesstaat Indiens und größtenteils gebirgig auf 900 bis 1400 Metern Höhe.

Ernst Klimek startet Solibrotaktion in Weisendorf

Der Nordosten ist geografisch abgelegen und wirtschaftlich rückständig. Obwohl Indien in den letzten zehn Jahren viel investiert hat, wurde dieser Teil der Nation nahezu übersehen und vernachlässigt. „Durch die Briefe der Kinder dieser vergessenen Bergregion hatten wir Einblick in deren Tagesablauf, erfuhren über ihre Sorgen und Nöte. Es war schnell klar, dass wir mehr tun müssen, als nur den Briefkontakt zu pflegen“, verrät Ernst Klimek, Initiator des Zubza Hilfsprojekts. Dieses entstand mit Unterstützung der Marktgemeinde Weisendorf, der katholischen Pfarrei St. Josef, der Evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt Eschenbach.

„Wir starteten kurze Zeit später die erste Solibrotaktion, organisierten den Verkauf von Selbstgebasteltem auf den Herbst- und Weihnachtsbasaren sowie einen Zubza-Lauf. Wir wollten die Nächstenliebe leben. Die Schüler waren Feuer und Flamme für dieses Projekt und hatten viele tolle Ideen“, erinnert sich Klimek mit gerührter Stimme. Sogar ein eigenes Zubza-Logo zum Thema Partnerschaft entstand im Unterricht und jede Klasse übernimmt das Schulgeld für ein Patenkind.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Ernst Klimek

Durch Solibrotaktionen, Teilnahme an karitativen Wettbewerben, Sternsingeraktionen und diverse Spendensammlungen – auch aus dem Erzbistum Bamberg – sowie Privatspenden konnten in den vergangenen 16 Jahren über 40 Projekte in Zubza vom Wasseraufbereiter über warme Schlafdecken bis hin zum Schulneubau realisiert werden. Mehr als 165 Patenschaften entlasten durch die Übernahme des Schulgeldes die Familien und ermöglichen damit den Schulbesuch an der Don-Bosco-Schule, wo Kinder einen hochwertigen Unterricht vermittelt bekommen und mit dem Abiturabschluss bessere Chancen auf einen Arbeitsplatz in den Städten erhalten. Das Projekt hat, getragen vom Elan der Schülerinnen und Schüler aus Weisendorf, die ganze Marktgemeinde erfasst. „Durch die große Unterstützung dieses Projekts und die Salesianer Don Boscos in der indischen Provinz Dimapur ist eine freundschaftliche Verbundenheit mit der Don-Bosco-Schule in Zubza entstanden“, sagt Klimek. Seit 2015 besteht zwischen der Grund- und Mittelschule Weisendorf und der Don-Bosco-Schule in Zubza eine Schulpartnerschaft.

„Für mich und meine Frau Anita ist es zu einem Herzensprojekt geworden. Es war in den letzten 16 Jahren teilweise sehr hart, die Armut dieser Menschen zu sehen, vor allem, wenn sie ernsthaft krank werden und ärztliche Hilfe nicht bezahlen können. Wir waren inzwischen das vierte Mal im Nagaland und wenn man vor Ort sieht, was die Spenden bewirken, wie glücklich man diese armen Menschen mit den Hilfsmaßnahmen macht – es ist eine so bereichernde Erfahrung“, erzählt der inzwischen pensionierte Seminarrektor. Das unermüdliche Engagement von Anita und Ernst Klimek beeindruckt auch Markus Söder: Er überreicht dem Ehepaar am 26. April das „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt“ in einem festlichen Gottesdienst.

Internetadresse des Zubza-Hilfsprojekts

„Es ist nicht unsere erste Auszeichnung und Anerkennung für dieses besondere Projekt. Aber es ist immer wieder schön, dass wir gesehen werden. Je mehr Menschen dieses Hilfsprojekt kennen, desto größer wird die Zahl der Unterstützer“, so Klimek. Manchmal ist es erstaunlich, was ein kleiner Stein, der ins Rollen kommt, alles in Bewegung setzen kann. Aus einer einzelnen Unterrichtsstunde hat sich in den letzten 16 Jahren eine Organisation entwickelt, die tolle Projekte und viele freundschaftliche Verbindungen, auch zwischen Pateneltern und Familien in Zubza, ins Leben gerufen hat. „Es ist quasi eine Brücke von Weisendorf nach Indien“, so Klimek.

Mehr Informationen über das Zubza Projekt gibt es unter https://zubza.de.

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