Die Jugendkapelle Aurachtal begeisterte mit einer Sommerserenade auf der Wiese hinter der Grundschule in Oberreichenbach. Versprochen wurde ein böhmischer Abend, sommerlich-beschwingte Stücke bei strahlendem Sonnenschein. Zum Jubiläumskonzert kam auch der Musikverein Reichenfels aus Kärnten angereist. Bürgermeister Klaus Schumann aus Aurachtal sprach nicht nur lobende Worte für die Jubilare, er dankte auch seinem Bürgermeisterkollegen Klaus Hacker für die Zurverfügungstellung der Wiese. Gastfreundschaft wird bei den Musikanten immer großgeschrieben, in Münchaurach wurden die Gäste aus Österreich in den Gastfamilien herzlich aufgenommen. Die Freunde aus der Partnerregion Wolfsberg bringen die kärntnerische Blasmusikkultur zum Klingen und lassen auch die Herzen in Oberreichenbach höherschlagen.
Genauso wie die Jugendkapelle Aurachtal wissen sie aber auch: Hinter jeder glanzvollen Darbietung ihrer Kunst stehen unzählige Stunden akribischer Proben. Die Sommerserenade wurde souverän moderiert von Frank Schnabl. Er führte durch das musikalische Programm: „Blasmusik kann so vielfältig sein, von klassisch zu modern, von Volksmusik bis Rock und Pop. Dies alles handgemacht beziehungsweise mundgemacht.“
Brässluft spielen bei Jubiläum in Oberreichenbach
Gut 150 Gäste waren gekommen. Mehr als 100 Musiker, davon 30 vom Großen Orchester, 25 Ehemalige und 15 Nachwuchskünstler, traten bei der Sommerserenade auf. Die Reichenfelser waren mit einem großen Reisebus gekommen, am späteren Abend hatt noch das Brass-Ensemble „Brässluft“ für beste Stimmung gesorgt. Den musikalischen Auftakt machten die Ehemaligen, eine Gruppe, die es seit 30 Jahren gibt.
Zum 20. Vereinsjubiläum war die Idee entstanden; Ilona Bock hatte damals viele der nicht mehr Aktiven wieder zusammengebracht. Generell können Spät- und Wiedereinsteiger im Erwachsenenorchester „Nachschlag“ mitwirken. Ilona Bock spielte mit den Ehemaligen zum Auftakt die Jubiläumspolka „Ein halbes Jahrhundert“.
Jugendkapelle Aurachtal nutzt Projekt WIM
Jutta Schnabl zeigte auf, wie das Nachwuchsorchester aufgebaut ist. Es geht in der zweiten Klasse los mit dem „WIM-Projekt“: Wir musizieren. In der dritten und vierten Klasse geht es weiter mit der Bläserklasse. Nach zwei weiteren Jahren kommt man in das Vororchester und über das Nachwuchsorchester letztendlich in das Große Orchester – und vielleicht wieder zurück zu den Ehemaligen. Musik verbindet nicht nur kurzfristig, die Gemeinschaft kann also ein Leben lang bestehen.
Die Grundlage wird gelegt durch die Ausbildung. Einzeln oder in kleinen Gruppen durch qualifizierte Ausbilder werden fundierte musikalische Kenntnisse vermittelt. Neben den musikalischen Aktivitäten kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Dazu gehören Ausflüge, Grill- und Spieleabende. Finanziert wird der Musikverein durch Beiträge, Spenden und die Förderung von Projekten.
Keine Gema bei Sommerserenade in Oberreichenbach
Doch kommt auch Bürokratie in der Vereinsarbeit dazu, etwa am Beispiel der Gema-Regelungen. Die Abgabe ist zwar entfallen, die Sommerserenade kostete keinen Eintritt. Aber die gespielten Musikstücke müssen nun aufwendig im Internet erfasst werden. Früher reichte eine handgeschriebene Liste. Gabi Lorenz, die Gema-Beauftragte im Vorstand, nimmt es gelassen.
Manfred Hirsch, Gründungsmitglied der Jugendkapelle (Saxofon, Klarinette) ist mit dabei, nicht mehr als Musiker, sondern als Helfer. Er erinnert sich gut an die Anfänge, ausgehend vom Chor der Reichenfelser, wie alles begann. Als Jugendliche hatten sie einen regen Chorkontakt. Die fünf Mädels vom Nachwuchsorchester freuen sich auf ihren Auftritt bei der Sommerserenade. Sie spielen Querflöte beziehungsweise Klarinette.
Wolfram Heinlein leitet Jugendkapelle Aurachtal
Das wöchentliche Training beziehungsweise die Einzelunterrichtsstunden machen ihnen Spaß, ebenso die vielen Auftritte, auch an den Schulen. Logisch, dass die Musiknoten überdurchschnittlich gut sind, freuen sie sich. Der jährliche große gemeinsame Ausflug, aber auch sportliche Aktivitäten, die in der Gruppe organisiert werden, schätzen sie an ihrem Musikverein. In der Freizeit hören sie am liebsten Blasmusik, gerne auch mal Pop oder „Die Ärzte“. Mitten im Leben stehen die Musikanten des Großen Orchesters.
Wolfram Heinlein ist seit 37 Jahren der bewährte Leiter und Dirigent. Er sorgt mit seinem Orchester für das am breitesten aufgestellte Musikrepertoire. Die Notenmappen sind immer prall gefüllt: Rock, Pop, Filmmusik, Klassik, Polka, Marsch. Bei der Sommerserenade auf der Wiese aber in jedem Fall beschwingt, zum Einstieg mit dem „Alte-Kameraden-Swing“.
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