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Spenden für die Ukraine
Waffeln für den guten Zweck bei Altstadtfest in Höchstadt
Die ukrainischen Frauen boten in Höchstadt süße Waffeln an. Der Erlös kommt ihrem Heimatland zugute.
Die ukrainischen Frauen boten in Höchstadt süße Waffeln an. Der Erlös kommt ihrem Heimatland zugute. // Viktoriia Babych-Veprieva
Signet des Fränkischen Tags von Viktoriia Babych-Veprieva
Höchstadt – Süßes Waffeln für wichtige Spenden, war das Motto beim Altstadtfest in Höchstadt. Ukrainerinnen sammelten Geld für einen Hilfstransport in ihre Heimat. Was sie dazu antreibt.

Es ist  inzwischen fast zur Tradition geworden, auf Stadtfesten Benefizaktionen zur Unterstützung der Ukraine zu realisieren. Dieses Mal backten vier ukrainische Frauen süße Waffeln, deren Erlös der Ukraine zugutekommt. Alle vier sind Flüchtlinge aus der Ukraine, die seit mehr als drei Jahren in Erlangen und Höchstadt leben. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Süßigkeiten wurden für den Transport der Hilfsgüter nach Lwiw und Mukatschewo verwendet.

Altstadtfest Höchstadt: Ukrainer sammeln Spenden

Birgit berichtete: „Insgesamt war es der 21. Transport des Vereins und der vorangegangenen privaten Initiativen. Zurzeit unterstützen wir  drei  Stiftungen, die die Spenden dann an die mit uns vereinbarten Stellen weiterleiten. Beim letzten Mal waren es ein Waisenhaus und ein Kinderheim für behinderte Kinder und Jugendliche. Katharina und Jakob haben die Spenden teils selbst überbracht und uns am Freitag Fotos davon gezeigt. Außerdem bekommen bei jedem Transport Binnenflüchtlinge, Krankenhäuser und Militäreinheiten einen Anteil der Güter. Die meisten Sachen gehen in den Frontbereich, manche auch an Binnenflüchtlinge in der Zentralukraine. Wir fragen vorher immer nach, was gebraucht wird, und dementsprechend sammeln wir.  In 2022 konnten wir auch viele Privatpersonen im Raum Cherson unterstützen. Inzwischen funktioniert die Versorgung dort besser, und wir können uns auf andere Gebiete konzentrieren.“

Altstadtfest in Höchstadt: Hilfe mit Gruppe in Whatsapp

Die Initiative arbeitet eng mit den ukrainischen Flüchtlingen in Höchstadt zusammen. Alle Unterstützungsinitiativen  und Hilfsaktionen werden in einer Whatsapp-Gruppe veröffentlicht, sodass Ukrainer in der Stadt informiert sind und sich beteiligen können. Natalia ist eine der Helferinnen in Birgits Gruppe. In der Ukraine arbeitete sie als Zahnärztin. Nach dem Integrationskurs B1 möchte sie nun ihre Ausbildung fortsetzen, da sie hier gern in ihrem Beruf arbeiten möchte, für die Tätigkeit jedoch ein hohes Niveau der deutschen Sprache erforderlich ist.

Viele Besucher des Festes waren begeistert von den süßen Waffeln, die Natalia jeweils großzügig mit Puderzucker bestreute. Sie sagte: „In unserer ukrainischen Gruppe in Höchstadt stellt sich die Frage erst gar nicht, ob man Hilfsprojekte unterstützt oder nicht. Wir alle haben Freunde und Verwandte, die täglich unter den russischen Angriffen leiden.  Wenn wir von einer solchen Aktion erfahren, entscheiden wir, wer von uns hingehen und helfen kann. Ich denke, dass meine Teilnahme an einer Benefizaktion ein kleiner persönlicher Beitrag zu einer großen und wichtigen Sache ist. Ich helfe mit Freude mit dem, was ich kann und wozu ich in der Lage bin. Heute haben wir Waffeln gebacken, und ich freue mich, dass dadurch ukrainische Kinder schöne oder nützliche Dinge erhalten. Außerdem helfen diese Hilfsprojekte, sich von Stress und schlechten Nachrichten abzulenken.“

Spenden für die Kinderklinik in der Ukraine

Und weiter: „Ich lebe seit zwei Jahren in Höchstadt und träume davon, in meinem Beruf zu arbeiten. Ich bin aus Überzeugung und mit Freude Zahnärztin und vermisse täglich meine Arbeit am Patienten. Deshalb strenge ich mich an, die deutsche Sprache bald zu beherrschen. Alle ukrainischen Helferinnen nehmen aktiv an verschiedenen Aktionen teil, arbeiten und lernen weiter.  Der Stress des Krieges, den sie zuvor erlebt haben, hinterlässt Spuren, wirkte sich oft auch während des Lernprozesses und bei der Integration aus. Er beeinträchtigt die körperliche und seelische Gesundheit. Doch die Frauen lassen sich nicht entmutigen und arbeiten jeden Tag an sich."

Sie sagt: „Auch der bekannte Autor Mike Gibson hat einen Beitrag zur Hilfsaktion geleistet, und ich habe dieses Projekt unterstützt. Vor kurzem fand ein Treffen mit dem Kreis der Aktiven in Uehlfeld statt, der mit der Kleiderkammer in Höchstadt zusammenarbeitet. 
Mehrmals im Jahr fahren Mitglieder des Kreises Hilfsgüter in die Ukraine, darunter Rollstühle, Rollatoren, Medikamente und Verbandsmaterialien. Die Gruppe hat angeboten, das Geld, das noch auf meinem Bankkonto war, mitzunehmen und zweckmäßig einzusetzen – für Geschenke für Kinder in Waisenhäusern und Kinderkliniken.  Auf diesem Weg sind nun 1000  Euro aus meinem Ukraine-Projekt in Mukatschewo angekommen. Ein Ehepaar hat das Geld dorthin gebracht, zusammen mit einem Anhänger voller gesammelter Sachspenden.“  

Spenden aus Höchstadt für Kinder in Iwankiw

Darüber hinaus wird weiter für die kleinen Künstler aus Iwankiw gesammelt, die Bilder mit Motiven aus Höchstadt gemalt haben. Seit zwei Jahren verbinden Iwankiw und Höchstadt kreative Projekte, großartig unterstützt von Höchstadter Einwohnern. „Wir hoffen, dass die Kinder eines Tages die Möglichkeit bekommen, persönlich die wunderbaren Menschen der Stadt kennenzulernen“, sagte Oksana, eine der Teilnehmerinnen der Veranstaltung.

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