Ein Ende des Krieges in der Ukraine ist wohl nicht abzusehen. Dennoch lässt die Unterstützung hierzulande nicht nach. Für die Geber ist es immer wieder erfreulich, wenn ihre Sachen und Gelder da ankommen, wo sie hin sollen. Auch wenn das erst mit Verspätung geschieht, wie kürzlich bei einer Initiative von Mike Gibson.
Hilfsgelder finden den schwierigen Weg in die Ukraine
1100 Euro hatte der Höchstadter mit britischen Wurzeln vor Weihnachten gesammelt. Es waren Spenden von Freunden und Bekannten, ebenso floss der Verkaufserlös seines Kinderbuchs „Leopy Goes Looking for His Spots“ hinein, das im Juni 2024 erschienen war. Eine lustige Geschichte um einen kleinen Leoparden, der gerne so schöne Flecken wie seine Artgenossen haben möchte. So wie der 83-Jährige damit seine Enkel beglückt hatte, wollte er auch Kinder in der Ukraine ein Stück weit teilhaben lassen. Allzu viele von ihnen haben in diesen Zeiten nur selten Grund zur Freude.
Überraschend schwierig gestaltete sich die Frage, wie die Mittel an die richtige Stelle gelangen könnten. Es dauerte viele Monate, aber im August bekamen die Bewohner eines Waisenhauses und einer Einrichtung für behinderte Kinder die Unterstützung aus Höchstadt. In den beiden Häusern im Südwesten der Ukraine sind Kinder aus dem ganzen Land untergebracht.
Hilfe für Einrichtungen für Kinder
Mike Gibson kann sich nicht mehr selbst auf den Weg machen, was er früher gerne getan hat. Er ist schon immer ehrenamtlich engagiert und hat nach wie vor einen guten Draht zur Höchstadter Kleiderkammer und zu dem Verein „Freunde der Ukraine 24“. Dieser organisiert Hilfstransporte in das osteuropäische Land. Im Juli hörte Gibson davon, dass Katharina und Jakob Dechant eine Reise nach Mukatschewo planen. Das Städtchen liegt in den ukrainischen Karpaten. Besonders Einrichtungen, in denen Kinder betreut werden, hatten sie im Blick. So hatten die beiden einiges an Spielzeug, Klamotten und Süßigkeiten mit auf den Weg.
Die Auswahl war nicht sonderlich schwierig, denn „es fehlt einfach an allem“, sagte Jakob Dechant nach seiner Rückkehr. „Die Kinder haben sich riesig gefreut“, berichtete er. Die Jakobs, die viele Jahre Berufserfahrung in sozialer Arbeit mitbringen, waren beeindruckt vom Engagement der Betreuer und Helfer vor Ort. Zumeist seien es Frauen, die die äußerst schwierige Lage unglaublich engagiert meisterten, so Jakob Dechant. Mit seiner Frau war er persönlich bei den Übergaben dabei. Sie haben bewegende Begegnungen und eindrucksvolle Erinnerungen mitgenommen.
Pflegeutensilien, Medikamente und Orthesen aus Höchstadt
Auch die von Mike Gibson mitgeschickten Spendengelder wurden in Kindersachen investiert. Besonders gut kamen die Schulranzen an, denn auch in der Ukraine begann Anfang September ein neues Schuljahr. Der verdiente Höchstadter Ehrenamtler freute sich: „Wir wollten den Kindern eine Freude bereiten. Umso besser, wenn die Sachen auch nützlich sind“, sagte er.
Ebenso zufrieden sind die Helfer der Höchstadter Kleiderkammer, die sowohl Geflüchtete unterstützen als auch Spenden und Hilfsgüter annehmen. Neben Kinderkleidung gingen unter anderem Pflegeutensilien, Medikamente und Orthesen aus Höchstadt mit in die Ukraine.
Freunde der Ukraine finanzieren die Transporte aus eigener Tasche
Solche und andere Hilfsmittel werden in der Kleiderkammer während der Öffnungszeiten am Dienstag und Donnerstag jeweils von 16 bis 18 Uhr entgegengenommen. „Das Abholen von Kleidern ist jedoch nur am Donnerstag möglich“, unterstreicht Birgit Brehm, die die Aktivitäten koordiniert. Zuletzt waren sie und ihre Mitstreiter beim Altstadtfest zu sehen, wo sie in der Brauhausgasse Waffeln verkauft haben. Geld für die Hilfstransporte der „Freunde der Ukraine 24“.
Damit werden ausschließlich Hilfsgüter angeschafft. Den Transport finanzieren die Vereinsmitglieder aus eigener Tasche. Ebenso verhält es sich mit Einzahlungen auf das Spendenkonto, für die bei Bedarf auch Quittungen fürs Finanzamt ausgestellt werden.
Hier können Sie spenden
Freunde der Ukraine 24;
IBAN: DE77 7606 9404 0000 5035 33
Raiffeisenbank Uehlfeld-Dachsbach
Neben medizinischen Hilfsmitteln werden gerne auch Outdoor-Ausrüstung wie Schlafsäcke und Luftmatratzen sowie Generatoren und andere mobile Geräte für die Stromversorgung und Speicherung angenommen.














