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Süßer Wettbewerb
Wer backt die besten Stollen und Lebkuchen im Kreis ERH?
Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut bei der Arbeit: Maßgeblich für sein Urteil ist unter anderem der Geschmack der eingereichten Stollenproben.
Manfred Stiefel vom Deutschen Brotinstitut bei der Arbeit: Maßgeblich für sein Urteil ist unter anderem der Geschmack der eingereichten Stollenproben. // Martin Regner
Erlangen – Die Bäckereien der Region haben sich einer harten Prüfung unterziehen lassen. Das Ergebnis: Eine Liste mit den top-bewerteten Stollen und Lebkuchen.

Den ganzen Vormittag dasitzen, genüsslich Stollen und Lebkuchen futtern und dafür noch bezahlt werden: Manfred Stiefel lebt diesen Traum. Er prüfte im Foyer des Landratsamts Erlangen-Höchstadt im Auftrag der Bäckerinnung die süßen Backwaren aus der Region.

War bei den spontanen Besuchern am Testtisch sehr beliebt und räumte am Ende 100 Punkte ab: Der Mozartstollen mit grüner Füllung aus Pistazien.
War bei den spontanen Besuchern am Testtisch sehr beliebt und räumte am Ende 100 Punkte ab: Der Mozartstollen mit grüner Füllung aus Pistazien. // Martin Regner

Zu dem Tisch, an dem der gelernte Bäckermeister Stiefel saß, pilgerten im Laufe des Mittwochvormittags immer wieder Mitarbeiter der Behörde, um sich selber auch eine Kostprobe abzuholen. Besonders begehrt bei dieser „Laufkundschaft“: Ein grüner Stollen, der mit einer Pistaziencreme gefüllt ist.

Manfred Stiefel selbst legte professionelle Maßstäbe an das Backwerk an: Wie schaut der Stollen optisch aus? Ist der aufgestreute Puderzucker womöglich durchweicht? Wie gut lässt er sich aufschneiden? Zerbröselt die Scheibe oder hält sie gut zusammen? Wie riecht der Stollen? Wie gestalten sich Kaugefühl, Aroma und Geschmack? Am Ende entschied die Summe aus einer Vielzahl von Kriterien, welche Bäcker sich über eine Urkunde für ihre Handwerkskunst freuen dürfen und welche nicht.

Bittere Kruste führte zu Punktabzug

Insgesamt wurden 19 verschiedene Stollen eingereicht, vom Quarkstollen bis zum Stollen mit Mohnfüllung, dazu noch fünf verschiedene Sorten Lebkuchen. „Der ist sehr schön gewickelt, da steckt viel Mühe drin“, meinte der Prüfer etwa beim Anschneiden eines Lebkuchenstollens, in dessen Inneren sich eine Lebkuchenmasse befand.

Bei einem anderen eingereichten Backwerk störte sich Stiefel an einer zu dunklen Kruste an der Unterseite, die zu Punktabzug führte: „Das ist die Angst vor der zu kurzen Backzeit“, meinte der Fachmann. Denn offenbar wollte der Bäcker auf Nummer sicher gehen, dass der Stollen auch wirklich durchgebacken war. Das Ergebnis: Die zu dunkle Kruste, die auch ein wenig bitter schmeckte.

Darf’s noch was sein? Das süße Gebäck gab es kostenlos zum Mitnehmen.
Darf’s noch was sein? Das süße Gebäck gab es kostenlos zum Mitnehmen. // Martin Regner

Auch bei den eingereichten Lebkuchen gab es solche und solche, etwa eine vegane Variante. Und eine Sorte mit Schokoglasur, bei denen Schokoflecken auf der Unterseite der Oblate zu einer schlechteren Bewertung führten.

Am Ende sicherten sich die Bäckerei Böhm aus Uttenreuth (mit Butterstollen und Fränkischem Stollen), Brezen Meyer aus Erlangen (Fränkischer Stollen), „Der Beck“ aus Tennenlohe (Kirschstollen, Mozartstollen, Fränkischer Stollen und Lebkuchenstollen), die Bäckerei Wiehgärtner aus Kalchreuth (Quarkstollen, Butterstollen, Christstollen) und die Bäckerei Hussnätter aus Oberreichenbach (Quarkstollen) die Höchstpunktzahl von 100.

Das Ziel ist erreicht: Ruhm und Ehre für die besten Weihnachtsbackwaren aus der Region, dokumentiert in Prüfprotokollen und Urkunden.
Das Ziel ist erreicht: Ruhm und Ehre für die besten Weihnachtsbackwaren aus der Region, dokumentiert in Prüfprotokollen und Urkunden. // Martin Regner

Bei den Lebkuchen gab es nur einmal die 100 Punkte, und zwar für die Elisenlebkuchen von „Der Beck“.

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