In der nunmehr dritten Saison der Eishockey-Oberliga betreibt der Greuther Keller das Stadioncatering des Höchstadter EC. Thorsten Wagner leitet den Betrieb der neuerdings zwei Kioske. Er vertraut seiner Frau Michaela, die im Hintergrund entscheidend hilft, ebenso wie seinen Team, das allen Widrigkeiten trotzt.
Der Greuther Keller sprang vor zwei Jahren ein, als der vorherige Betreiber im Streit mit Stadt und Verein die Abmachungen nicht mehr einhalten wollte, übernahm den alten Kiosk neben dem Gästeblock. Zusammen wuppte man auch die zweite Saison, in der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich im Bedarfszelt vor der Halle grillen, baustellenbedingt das Zelt samt Inhalt aber nach jedem Spiel abbauen mussten. "Das geht nur mit dem besten Team der Welt, Unsere Leute arbeiten im Sommer auf dem Keller, freuen sich im Winter auf die Alligators-Heimspiele. Denn die Stimmung ist gigantisch", lobt Wagner.
Nach der Sanierung der "Grünen Hölle" am Kieferndorfer Weg sollte alles anders werden. Die Eishalle erhielt einen zweiten Kiosk unterhalb der alten Anzeigetafel, Wagners Team teilte die Arbeit auf. Doch während der HEC finanziell und sportlich strauchelt, brachte die runderneuerte Halle für die Caterer ebenfalls Probleme mit sich.
Höchstadter EC: Stadionkiosk fehlt Dunstabzugshaube
Die Eröffnungs-Heimspiele gegen Selb und Bayreuth zeigten, dass die nicht verbaute Dunstabzugshaube im neuen Kiosk die Versorgung erschweren würde. "Der Einbau einer Dunstabzugshaube samt Fettabschneider verursacht Kosten, daher sollte der neue Kiosk kalt bleiben. So konnten wir aber nur am Kiosk neben dem Gästeblock, der beides hat, grillen und Pommes anbieten", erklärt Wagner.
Weil Höchstadts Anhänger durch die Fantrennung zum Auftakt vom alten Kiosk abgeschnitten waren, musste Wagners Team kreativ werden. "Wir haben einen Springer, der Brötchen, Fleisch und alles andere im Blick behält. Im Gästekiosk grillen wir vor, transportieren das Essen dann hinüber zum neuen Kiosk", erklärt Wagner.
Tatsächlich klappt die Versorgung gut, das Essen ist warm, die Getränke fließen. Und die Fans im Heim- sowie im Gästebereich loben das Catering fortlaufend. "Die Fans sind mega, wir können uns überhaupt nicht beklagen. Wir wurden zum Start kalt erwischt, trotzdem hatten alle vollstes Verständnis. Darüber sind wir sehr froh", sagt Wagner.
Zumal in der am vergangenen Samstag offiziell eröffneten Eishalle Nachbesserungen anstehen. "Wir bekommen die Dunstabzugshaube im neuen Kiosk, der Bürgermeister hat es zugesichert. Wir können uns nur bedanken, das ist eine tolle Entwicklung", strahlt der Caterer.
Fantrennung bei Oberligaspielen teilweise aufgehoben
In den kommenden Wochen soll die Haube eingebaut werden, somit können Wagners Angestellte bald in beiden Kiosken heiße Speisen zubereiten. Der Aufwand wird verringert, das Angebot verbessert.
Und Wagner, der einst bei den Bamberger BBL-Basketballern lernte, lobt die Zusammenarbeit: "Die Stadt mit Hans-Peter Philipp, der immer ein offenes Ohr für uns hat. Dazu der Höchstadter EC mit der Eishalle und dem Greuther Keller - diese Kombination ist optimal, den Zusammenhalt gab es so vor zwei Jahren noch nicht."
Ein weiterer positiver Faktor: Die Fantrennung greift nur bei Hochsicherheitsspielen, davon gibt es am Kieferndorfer Weg jedoch nicht viele. Entspannt liefen die Heimspiele gegen Bad Tölz am Dienstagabend, gegen Heilbronn an Halloween oder gegen den EV Füssen, der am Freitag zum zweiten Mal kommt. Auch die kommenden Heimspiele dürften sicherheitstechnisch problemfrei ablaufen.
Bleibt die Finanzlage des Höchstadter EC ebenso angespannt wie die sportliche Situation, steht zumindest die Versorgung der Fans vor einer positiven Zukunft. "Die Stadt hat sich wirklich bemüht, mein Team gibt Vollgas", freut sich Wagner auf die nächsten Heimspiele. "Jetzt hoffen wir vor allem, dass die Mannschaft auf dem Eis mitziehen kann."













