0
Alligators-Coach im Interview
Morgan Persson: "Ich wäre dumm, wenn ich alles ändern würde"
Die erste Einheit mit dem Team liegt hinter Morgan Persson: Der neue Coach des Höchstadter EC ist voller Vorfreude.
Die erste Einheit mit dem Team liegt hinter Morgan Persson: Der neue Coach des Höchstadter EC ist voller Vorfreude. // Caroline Haller
Höchstadt – Höchstadts neuer Trainer stellt sich Team und Fans im FT-Interview vor. Der 49-Jährige erklärt, wo er Anpassungen im System vornehmen will, wie die Wohnungssuche läuft - und was ihm in der Kabine als erstes aufgefallen ist.

Freundlich und professionell wirkt Morgan Persson. Gleichzeitig klar in seiner Wortwahl, getroffen in fließendem Englisch und ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Der frühere Verteidiger aus dem südschwedischen Osby tritt beim Höchstadter EC das Erbe von Mikhail Nemirovsky an.

Keine leichte Aufgabe, wie er zugibt, insbesondere während einer laufenden Saison. Die beginnt für die Mittelfranken nach der ersten Phase der Stadionsanierung aber am 15. November in gewisser Weise erst so richtig. Beim ersten Heimspiel der laufenden Oberligarunde steht Persson gegen Passau erstmals an der Bande.

"Es wird speziell, ob für mich, das Team, die Fans oder die Verantwortlichen. Gleichzeitig ist es nur ein Spiel, von denen wir in der Folge sehr viele haben", blickt Persson voraus. Und betont, wie entscheidend die Tage bis zum nächsten Freitag sind.

Lesen Sie auch:

Morgan Persson im Interview über den Höchstadter EC

Denn bis zum Ende der Deutschland-Cup-Pause will der Coach sein Team kennenlernen, den Grundstein für die kommenden Monate und damit den sportlichen Erfolg legen. Dem alles unterzuordnen, so viel verrät Persson dann doch, ist für ihn entscheidend.

Im FT-Interview erklärt der neue Alligators-Headcoach, was er verändern will, wie er seine Freizeit verbringt - und wie er nach seinem kurzen Engagement im Tigerkäfig zu den Bayreuth Tigers steht.

Morgan Persson, wie vertraut sind Sie mit Nebel in der Eishalle?

Morgan Persson: Das kenne ich, stört mich aber nicht. Die Halle gefällt mir. Eis ist Eis und es wird sicher schön, wenn der Umbau fertig ist.

Am Dienstag haben Sie Verein und Mannschaft bei Ihrem ersten Training kennengelernt. Wie lief's, was ist Ihnen aufgefallen?

Was man sofort merkt, ist die Bindung der Gruppe. Die Jungs verbringen gerne Zeit miteinander, sie lächeln viel, das ist auffällig. Wir haben eine Stunde Übungen und Läufe auf dem Eis absolviert. Sie haben Gas gegeben, wollten sich zeigen. Es war gut.

Lesen Sie auch:

Alligators-Coach Morgan Persson über seinen Plan

Sie sind der neue Trainer eines Klubs, der sich unter Ihrem Vorgänger mit einem speziellen System einen Namen in der Oberliga gemacht hat. Es gibt leichtere Aufgaben.

Das stimmt, erst Recht während einer Saison. Deshalb habe ich den Jungs direkt gesagt, dass ich dumm wäre, wenn ich alles verändern würde. Ich habe die vergangenen Spiele gesehen. Die Jungs haben eine Grundausrichtung, in der sie sich wohl fühlen. Ihr vorheriger Coach hat diesbezüglich einen sehr guten Job gemacht. Es gibt aber Kleinigkeiten, die ich anpassen werde.

Zum Beispiel?

Das betrifft vor allem die Defensive. Ich möchte, dass wir mehr Fokus darauf legen, weniger Torschüsse zulassen. Offensiv spielt das Team gut, jeder kann skaten, kann Tore schießen. Dazu kommen die Special Teams.

Das Penaltykilling ist eine Höchstadter Stärke, in Überzahl ist mehr drin. Genau die richtige Aufgabe für jemanden wie Sie, der bei seinen Klubs oft für Special Teams zuständig war?

Das war bei mir meistens Teil der Arbeitsteilung mit den jeweiligen Cheftrainern. Wir werden an Über- und Unterzahl arbeiten, weil beides sehr wichtig für uns ist. Das Penaltykilling ist gut, aber auch das Setup in Überzahl gefällt mir. Probleme gab es dann eher dabei, die Scheibe ins Tor zu bekommen.

Aus bei den Bayreuth Tigers: "Ich blicke nach vorne"

Auch in Bayreuth waren sie im Defensivbereich sowie für die Special Teams zuständig. Noch vor dem ersten Saisonspiel trennten sich Ihre Wege jedoch. Die genauen Gründe wurden nie veröffentlicht.

Mir wäre es Recht, nicht darüber zu sprechen, was warum passiert ist. Das Thema möchte ich hinter mir lassen, blicke stattdessen voller Freude auf den Höchstadter EC. Ich kann nur sagen, dass mir die Zeit in Bayreuth gefallen hat und dort eine Gruppe guter Jungs spielt, denen ich nur das Beste wünsche. Außer am 24. November, wenn sie nach Höchstadt kommen.

Teammanager Daniel Tratz nannte Sie ein unbeschriebenes Blatt, es ist Ihre erste Station als Chefcoach in Deutschland. Worauf können sich die Fans auf und neben dem Eis einstellen?

Privat bin ich ein ruhiger Typ, schaue Serien und Filme, koche gerne. Ich bin alleine gekommen, wohne aktuell 500 Meter von der Eishalle entfernt. In zwei, drei Wochen ziehe ich in meine Wohnung, das passt alles. Grundsätzlich können die Jungs vor und nach dem Training mit mir scherzen, das ist alles entspannt. Aber ich habe meine Prinzipien: Auf dem Eis arbeiten wir hart, jeden Tag. Ich schätze Strukturen sehr, privat wie im Sport.

Keine zehn Tage haben Sie Zeit, der Mannschaft Ihre Vorstellungen zu vermitteln. Danach wird angesichts des eng getakteten Spielplans kaum Zeit für Veränderungen sein.

Das stimmt, umso wichtiger ist, dass wir die Zeit bis zum 15. November nutzen. Gegen Passau wird es speziell, ob für mich, das Team, die Fans oder die Verantwortlichen. Gleichzeitig ist es nur ein Spiel, von denen wir in der Folge sehr viele haben. Wir werden unser Bestes geben und wollen zuhause gleich mit einem Sieg starten.

Das Gespräch führte Hendrik Kowalsky

Inhalt teilen
  • kopiert!