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Eishockey-Oberliga Süd
Neuer Trainer, neue Halle: Höchstadt eröffnet neues Kapitel
Nach mehr als acht Monaten sehen die Höchstadter Fans ihren HEC erstmals wieder vor eigener Kulisse.
Nach mehr als acht Monaten sehen die Höchstadter Fans ihren HEC erstmals wieder vor eigener Kulisse. // Andreas Klupp
Höchstadt – Gegen die EHF Passau gibt Morgan Persson seinen Einstand als Alligators-Coach. Am Freitag (20 Uhr) wartet ein besonderer Abend auf den Höchstadter EC, dessen Team zwei Wochen voller Neuigkeiten hinter sich hat - und einen Marathon vor sich.

Acht Monate und zehn Tage mussten die Fans des Höchstadter EC warten. An diesem Freitag (20 Uhr) ist es endlich so weit: Die Alligators kommen zurück nach Hause, treten gegen die EHF Passau Black Hawks zum ersten Oberliga-Heimspiel der Saison an.

Zwei spielfreie Wochen hatten die Mittelfranken Zeit, sich an ihr nun teilsaniertes Eisstadion am Kieferndorfer Weg zu gewöhnen - und an ihren neuen Cheftrainer: Denn in die nächste Ära der "Grünen Hölle" wird die Mannschaft vom Schweden Morgan Persson geführt.

Die Vorfreude ist allenthalben riesig, gleichwohl sind aber auch die Erwartungen groß. Gelingt es Persson und dem Team, die Euphorie des gefühlten Saison-Neustarts aufs Eis zu bringen?

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Höchstadter EC (11.) - EHF Passau (10.)

Wohl keinem anderen Oberligisten kam die Wiedereinführung der Spielpause zum Deutschland-Cup so gelegen wie dem Höchstadter EC. So gerade eben wird das Eisstadion am Kieferndorfer Weg am 15. November spielfertig, auch nach dem Heimdebüt wird weiter gewerkelt und gehämmert.

Während die Mannschaft trainierte, wurde noch in dieser Woche der Videowürfel am Hallendach installiert. "Das war schon spannend zu sehen. Noch haben wir ihn nicht im Betrieb gesehen, wir sind gespannt", sagt Michail Guft-Sokolov schmunzelnd.

Ebenso gespannt wie auf die neu überdachte "Grüne Hölle" dürften die Fans aber auf die Leistung des Stürmers und seiner Mannschaft unter neuer Führung sein. Ihr elftes Saisonspiel, das erste daheim, ist das Debüt von Morgan Persson.

Der Schwede, zuletzt kurzzeitig als Co-Trainer in Bayreuth tätig, trat sein Amt nach dem 3:4 in Peiting am 1. November an. Und setzte seine Ankündigung, straff und stets konzentriert trainieren lassen zu wollen, nach kurzer Kennenlernphase um. Nach dem Weggang von Mikhail Nemirovsky war Kapitän Martin Vojcak als Übungsleiter eingesprungen. Zwei Wochen unter Persson hat der HEC nun hinter sich.

"Er wollte nicht viel verändern, das hat er auch nicht. Aber das Training ist straffer und intensiver geworden. Wir bekommen die Übungen vor der Einheit mitgeteilt, ziehen sie dann strikt durch. Es ist spannend", berichtet Sokolov.

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Morgan Persson hat mit jedem Spieler gesprochen

Der 49-jährige neue Coach gab sich und der Mannschaft die erste Novemberwoche, um ein Verhältnis aufzubauen. Man habe sich kennengelernt, Persson zudem mit jedem Spieler gesprochen, sagt Sokolov. "In dieser Woche wurde es dann intensiver. Wir haben an der physischen Basis gearbeitet. Aber auch defensive Taktikeinheiten gemacht, die wir sehr gebraucht haben. Das war super", lobt der Angreifer.

Dass sich die Mannschaft beim neuen Coach mit Trainingsfleiß vorstellen wollte, bestätigt Sokolov. Auch Perssons Anspruch, abseits des Eises für jeden Spaß zu haben zu sein, habe der Stürmer wahrgenommen.

"Aber auf dem Eis vermittelt er den Ernst, den wir auf diesem Niveau haben sollten. Es war etwas surreal, weil keiner von uns diese Situation mit dem Trainer und der neuen Halle sowie der Pause schonmal erlebt hat. Der Trainer hat einen positiven Eindruck hinterlassen und wir sind gespannt, wie es jetzt läuft", sagt der Angreifer.

Black Hawks Passau holen Carter Popoff zurück

Gegen den Tabellennachbarn, der mit vier mehr absolvierten Partien zwei Zähler Vorsprung auf Höchstadt hat, ist die "Ruhe vor dem Sturm" nun vorbei. Erst kommt Passau, am Sonntag steht die einzige Auswärtsfahrt bis zum zweiten Adventswochenende nach Bietigheim an,  Mittwoch stehen die Stuttgart Rebels auf der Matte. In diesem Rhythmus wird sich der Höchstadter EC bis Mitte Januar beweisen müssen.

"Dass wir jetzt erst mit den Heimspielen beginnen, ist außergewöhnlich. Obwohl wir nur Auswärtsspiele hatten, waren wir im Rhythmus, haben gezeigt, dass wir jedes Team ärgern können. Dann kam der gefühlte Zeitstillstand und jetzt geht es endlich zuhause los. Gegen Passau und in Bietigheim, worauf sich jeder im Team freut, warten zwei spannende Spiele auf uns", blickt Sokolov voraus. Und mahnt vor zu viel Emotionalität: "Es sind auf und neben dem Eis am Freitag viele Emotionen dabei. Aber es ist vor allem ein Spiel wie jedes andere."

Was im Großen für den Höchstadter EC gilt, trifft indes auch auf den Freitagsgegner Passau zu. Die Black Hawks verkündeten in dieser Woche die bittere Gewissheit, dass Ausnahmetalent Jakub Cizek seine Karriere verletzungsbedingt beenden muss. Der 23-jährige Tscheche schlug in der Drei-Flüsse-Stadt 2022 wie eine Bombe ein, sammelte 83 Scorerpunkte in 42 Oberligaspielen.

Doch mehrfach verletzte er sich an der Schulter und kann nun nicht mehr spielen. "Danke an alle Menschen in Passau. Es war eine tolle Zeit", sagte Cizek der Passauer Neuen Presse in einem Abschiedsinterview. Eineinhalb Jahre war der Tscheche verletzt, ist nun ganz weg. Als Ersatz holten die Eishockeyfreunde Carter Popoff zurück, an dessen Seite Cizeks Stern in Passau einst aufgegangen war. Der Kanadier, bis Sommer in Deggendorf aktiv, läuft für die Black Hawks am Freitag erstmals wieder auf.

Verpassen wird das kleine Passauer und das große Höchstadter Comeback am Kieferndorfer Weg Daniel Tratz. Der Teammanager kehrt in seine Pause zurück, betont die Vorfreude auf das Comeback am Kieferndorfer Weg. "Aber ich möchte auch sagen, wie schade es für Jakub und die Black Hawks ist, dass er seine Karriere beenden muss. Es zeugt von Charakter, dass er nach der Saison damals verlängerte. Mit Popoff haben sie einen Topstürmer zurückgeholt, der mit Andrew Schembri und René Röthke viel Qualität aufs Eis bringen wird", sagt Tratz.

Höchstadter EC bietet breiten Kader auf

Doch auch die Alligators bringen reichlich Klasse aufs Eis, zumal der Kader für das Heimdebüt breit ist. Tim Zimmermann kehrt nach längerer Verletzungspause zurück, Förderlizenzspieler stocken das Aufgebot auf. Zwölf Stürmer und sechs Verteidiger hat Coach Persson zur Verfügung. Ob Michael Paterson-Jones oder Nico Zimmermann im Tor beginnt, ist noch offen.

Sicher ist, dass es ein besonderer Abend im Aischgrund wird. "Allen Beteiligten ist die Euphorie anzumerken. Es waren harte Wochen, auch für die Mannschaft, die im Training unter Morgan sehr gut gearbeitet hat", sagt Teammanager Tratz.

Und wenn der Videowürfel ans Stromnetz angeschlossen wird, Stadionsprecher Markus Langosch das Team aufs Eis ruft und die Stehkurve voll ist - dann beginnt in Höchstadt nachträglich die schönste Zeit des Jahres.

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