Schon seit 2007 hat es sich die Gemeinde Adelsdorf auf die Fahnen geschrieben, die Gemeinde mit selbst erzeugter, erneuerbarer Energie zu versorgen. Noch unter Bürgermeister Armin Goß gründete sich so die Energiegesellschaft Adelsdorf, welche 2022 in die Gemeindewerke Adelsdorf umgewandelt wurde. Mit dem Nahwärmenetz und seinen aktuell 150 Anschlüssen ist Adelsdorf am Puls der Zeit. Die 90-prozentige Förderung des kommunalen Wärmeplans (mit 10.000 Euro Eigenanteil der Gemeinde) macht die Geschichte rund. So entsteht laut Prokuristin Elena Stark „ein Wegweiser für die Bürger für die geplante Wärmeversorgung der Gemeinde“.
Adelsdorf: Was mit dem Nahwärmenetz auf Anwohner zukommt
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates nun stellten Elena Stark und der online zugeschaltete Software-Spezialist Klaus Gottschalk die kommunale Wärmeplanung final vor. „Wir sind sicherlich die erste Kommune, die diesen Wärmeplan genehmigen und die Klimaoffensive umsetzen kann“, berichtet Stark nicht ohne Stolz. Vor anderthalb Jahren sei der Startschuss für diesen Plan gefallen. Zu Beginn gab es eine Bestandsanalyse. Wie viele Häuser gibt es? Mit der anschließenden Potenzialanalyse wurde die möglichen Wärmequellen wie beispielsweise Photovoltaik durchleuchtet mit dem Zielszenario, dass die Gemeinde langfristig etwas von der Wärmeplanung hat. „Die Datenhoheit liegt bei der Gemeinde, womit man in allen möglichen Bereichen wie beispielsweise Städtebauförderung auf diese zurückgreifen kann“, erläutert Stark.
Gemeindewerke Adelsdorf: Pläne für Nahwärme auf Internetseite
Die Punkte Warmwendestrategie sowie Umsetzung und Monitoring runden das Konzept ab, alle Berechnungen wurden durchgeführt. Eingeteilt in 4 Cluster als Zielinstrument, stellen sich nun vier Versorgungszonen dar. Bereits angeschlossene Wärmenetzgebiete und solche, die in Planung sind, dezentrale Versorgungsgebiete, in welchen momentan noch kein Wärmenetz gebaut wird mit der Option auf Überprüfung sowie Wasserstoff-Potenzialgebiete.
„Der Wärmeplan ist ein lebendes Objekt und soll nicht in der Schublade verschwinden, sondern mit Leben gefüllt werden“, führt Stark aus. So soll er regelmäßig aktualisiert werden. Der 40-seitige Aufsatz nebst Karte der Wärmenetz-Planung wird demnächst auf der Homepage der Gemeinde sowie der Gemeindewerke veröffentlicht. So können die Bürgerinnen und Bürger sehen, in welchen Gebieten bereits Nahwärme verfügbar oder in Planung ist. „Ziel ist es, zu zeigen, was die nächsten Jahre möglich ist“, erläutert Stark, „Jeder entscheidet selbst, was zu ihm passt. Man kann niemandem vorschreiben, was er machen soll.“
Keine Anschlusspflicht für Nahwärme in Adelsdorf
Zudem solle keiner Angst haben vor der Wärmewende, womit Stark auf den Regierungswechsel und den damit verbundenen weiteren Umgang mit dem Heizungsgesetz anspielt. Das Gebäude-Energiegesetz sieht ja vor, dass neue Heizungsanlagen zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. „Daraus ergibt sich aber keine Anschlusspflicht an das Wärmenetz“, erklärt Stark, „Mit Druck und Zwang und Pflicht kommt man nicht weiter.“ Nico Kauper (CSU) fragt nach, was es für den Häuslebauer konkret bedeuten würde, wenn seine Heizung kaputtgeht, woraufhin Stark erwidert, dass die Heizung natürlich repariert werden dürfe. „Es dauert ja auch eventuell ein paar Jahre, bis wir dort vor der Tür sind. Eine neue Ölheizung einzubauen, kann aber nicht die Lösung sein. Es ist auch kostenwichtig, dass man sich nicht abhängig macht von Gas oder CO₂-Steuer.“
Kauper ist es zudem wichtig, die kleineren Ortsteile wie beispielsweise Lauf, welche als dezentrales Versorgungsgebiet bezeichnet wurden, auf dem Schirm zu haben und alle Bürger mitzunehmen. Ralf Olmesdahl (ABWI) fragt bei Klaus Gottschalk nach, ob man bei dem Wärmeplan die Möglichkeit hatte, eine wirtschaftliche Tragfähigkeit einzubauen, woraufhin Gottschalk erwidert, dass es sich nicht um eine Machbarkeitsstudie gehandelt hätte. „Er zeigt die Möglichkeiten von Wirtschaftlichkeit auf.“
„Die GWA hat die Erzeugermöglichkeiten auf dem Schirm und wertet die Wirtschaftlichkeit aus“, fügt Stark hinzu. Auf die von Michael Auer (Grüne) angesprochene Akquise-Offensive erklärt Stark, dass ein Erklärvideo fertiggestellt worden sei, um auf großer Fläche Werbung zu machen. „Es ist eine Stärkung der Region, des regionalen Handwerks und der Attraktivität der Gemeinde Adelsdorf.“ Zudem seien auch schon Fragen umliegender Gemeinden eingegangen, wie Adelsdorf das Thema Nahwärme angeht. Der kommunale Wärmeplan wurde vom Gremium einstimmig beschlossen.













