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In Erlangen-Höchstadt
Weiterer CSU-Ortsverband hört auf: „Generationenproblem“?
CSU Aurachtal
Der CSU-Ortsverband in Aurachtal legt die Arbeit nieder. // Foto: Andreas Klupp/Archiv
LKR Erlangen-Höchstadt – Unruhe im Landkreis: Nach Buckenhof legt nun auch der CSU-Ortsverband Aurachtal die Arbeit nieder. Wieso der Kreisvorsitzende für die Partei trotz gesellschaftlicher Veränderungen keine Gefahr sieht.

Zwar dürfte es für die Gemeinde Aurachtal kein großer Schock gewesen sein. Zum einen hatte sich die Entwicklung schon länger abgezeichnet. Zum anderen ist es nicht der erste Fall im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Und doch ist die Nachricht, dass der CSU-Ortsverband Ende Juli seine Arbeit niedergelegt hat, ein Warnruf. 

„Wir haben das gleiche Problem wie alle anderen Parteien und Vereine“, sagt der CSU-Kreisvorsitzende Stefan Müller. So werde es immer schwerer, Menschen zu finden, die sich nicht nur engagieren, sondern auch Verantwortung übernehmen wollen – gerade in kleineren Ortschaften.

CSU Aurachtal: Ortsverband stellt Arbeit ein 

An sich handle es sich um eine gesellschaftliche Entwicklung, die mit der CSU erst einmal nicht unbedingt etwas zu tun habe. Und dennoch sei diese Entwicklung in Bezug auf politische Parteien bedenklich. „Zumindest eine gewisse Sorge habe ich an der Stelle“, gibt Müller zu. „Wir sind darauf angewiesen, dass es Parteien gibt, wo sich Leute engagieren und die politische Arbeit in einer Demokratie leisten.“ 

Dabei gehe es um organisatorische Tätigkeiten, wie Wahlplakate aufzuhängen, aber auch darum, genügend Kandidaten für die Wahlen zu finden. Doch eben diese Aufgaben seien vielerorts von den kleinen Ortsgruppierungen nicht mehr zu stemmen. Zwar sei generell die Bereitschaft da, sich für kurzfristige Projekte zu engagieren, so Müller. Die Bereitschaft, auch langfristig einer Organisation beizutreten, sei in den vergangenen Jahren jedoch zurückgegangen.

Erlangen-Höchstadt: Parteien kämpfen mit gesellschaftlichem Wandel

Müller sieht einerseits die Gesellschaft in der Pflicht, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. „Parteien sind im Grundgesetz festgehalten, ihre Bedeutung ist im Grundgesetz festgehalten. Es wäre wünschenswert, wenn da ein Stück weit wieder ein Umdenken stattfinden würde. Wenn – bei aller Kritik, die teilweise gerechtfertigt ist – in der öffentlichen Debatte und in den Medien wieder mehr herausgearbeitet würde, dass Parteien, auch Wählergruppen, notwendig sind, um eine Demokratie zu organisieren.“ 

Stefan Müller
Der CSU-Kreisvorsitzende Stefan Müller sieht eine generelle gesellschaftliche Entwicklung als Auslöser für das Ende zweier CSU-Ortsverbände in Erlangen-Höchstadt. // Hendrik Steffens

Andererseits müsse aber auch der Kreisverband der CSU nach Möglichkeiten suchen, die kleineren Ortsverbände zu entlasten, gibt Müller zu. „Wir müssen überlegen, inwieweit eine übergeordnete Ebene Aufgaben der Ortsebene übernehmen kann, in organisatorischer Hinsicht.“ 

Kein Vorstand im Aurachtal möglich

Das sieht auch Jan Heller so. Der CSU-Gemeinderat kennt die Situation im Aurachtal. „Wir haben schon lange drauf aufmerksam gemacht, dass wir Unterstützung brauchen“, erklärt er. Generell sei es die Aufgabe der Ortsverbände, das Leben vor Ort zu gestalten. Doch verschiedene Posten müssten eben bekleidet werden – wie in einem Verein. „Das war in den letzten Jahren in mehreren Ortsverbänden ein Problem“, so Heller. Nun habe man in Aurachtal keinen funktionierenden Vorstand mehr aktivieren können. „Bei unseren 20 Mitgliedern ist das Problem, dass die Leute das nach vielen Jahren nicht mehr machen wollten und junge Leute bekommt man einfach nicht mehr in die Partei“, sagt Heller.

Für die CSU-Mitglieder vor Ort wäre ein Zusammenschluss mit einem anderen Ortsverband wünschenswert gewesen. „Es ist sozusagen ein Generationenproblem“, sagt Heller. „Es gibt viele Vereine, die die Jugend zusammenschließen oder Spielgemeinschaften gründen.“ Das habe jedoch nicht geklappt. Jetzt müsse die CSU sich überlegen, wie sie die Ortsverbände erhalten könne. 

Neue Gruppierung für Kommunalwahl 2026 

Aufgelöst habe der Ortsverband sich bis dato aber nicht, betont Heller. Stattdessen „ruhe“ die Gruppierung. Die Gemeinderäte der Partei bleiben weiterhin aktiv. „Bei der bevorstehenden Kommunalwahl im März 2026 werden die amtierenden Gemeinderäte der CSU/WGA dennoch ihre Verantwortung wahrnehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung Ende Juli. „Wir planen daher die Gründung einer neuen Gruppierung für Aurachtal.“ „Für uns stand immer Aurachtal im Fokus, nicht die Partei“, sagt Heller.

Große Sorgen um die CSU macht Kreisvorsitzender Müller sich zumindest auf der Kreisebene indes nicht – auch wenn Aurachtal nun schon der zweite Fall ist. Im Dezember hatte auch der Ortsverband Buckenhof sein Ende bekannt gegeben. „Es bleibt trotzdem dabei, dass die CSU nach wie vor die Partei mit der größten Flächendeckung ist“, betont Müller. Hinweise darauf, dass weitere Ortsverbände wanken könnten, gebe es derzeit nicht.

Künftig werde der Kreisverband den Ortsverbänden mehr Unterstützung, zum Beispiel bei der Organisation von Veranstaltungen, zukommen lassen oder gemeinsame Aktivitäten veranstalten. „Das wird zunehmen“, sagt Müller. „Aber man muss sich keine Sorgen machen, dass das jetzt eine Kettenreaktion auslösen könnte.“ 

 

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