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Ehemals Siemens Energy Gebäude
Erlangens größte Asylunterkunft: Das ist der aktuelle Stand
Die neue Unterkunft für Geflüchtete in Erlangen wird eine Kapazität für maximal 600 Personen haben.
Die neue Unterkunft für Geflüchtete in Erlangen wird eine Kapazität für maximal 600 Personen haben. // Foto: Adelheid Wagner
Erlangen – Nach der Interimslösung Himbeerpalast hat die Regierung Mittelfranken ein Objekt in Erlangen gefunden, das langfristig als Asylunterkunft dienen soll. Wann die ersten Geflüchteten einziehen könnten.

In Erlangen laufen derzeit Umbauarbeiten für eine neue Erstaufnahmeeinrichtung in der Henri-Dunant-Straße. Das Gebäude mit der Hausnummer 83 wird voraussichtlich ab 1. Oktober als Unterkunft für geflüchtete Personen genutzt werden, sofern der Umbau nach Plan verlaufe. Das teilte die Pressestelle der Stadt Erlangen auf Anfrage von fraenkischertag.de mit.

Größte Flüchtlingsunterkunft in Erlangen: Das ist geplant

Mit einer Kapazität für bis zu 600 Personen wird das Ankunftszentrum die größte Unterkunft, die es in der Stadt Erlangen bisher gegeben hat. Ankunftszentren sind der zentrale Zugangspunkt zum Asylverfahren, in denen alle für das Asylverfahren erforderlichen Schritten durchgeführt werden, wie auf der Website der Regierung Mittelfranken zu lesen ist. Diese ist auch Mieter und Betreiber der neuen Aufnahmeeinrichtung in Erlangen und hat das Gebäude für die nächsten zehn Jahre gemietet.

Verläuft der Umbau nach Plan, wird die neue Erstaufnahmeeinrichtung in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen im Oktober in Betrieb genommen.
Verläuft der Umbau nach Plan, wird die neue Erstaufnahmeeinrichtung in der Henri-Dunant-Straße in Erlangen im Oktober in Betrieb genommen. // Foto: Adelheid Wagner

Neue Erstaufnahmeeinrichtung in Erlangen: Ersatz für Himbeerpalast

„Die Unterkunft dient künftig als Ersatzeinrichtung für die zuvor von der Stadt Erlangen betriebene Unterkunfts-Dependance des ANKER (=Erstaufnahme) Mittelfranken, dem sogenannten Himbeerpalast“, wie die Pressestelle der Regierung Mittelfranken auf Anfrage von fraenkischertag.de schriftlich mitteilte.

Bis zur Inbetriebnahme muss das ehemalige Bürogebäude in der Henri-Dunant-Straße allerdings noch umgestaltet werden. Der Umbau sieht nach Angaben der Stadt Erlangen Bewohnerzimmer, ausreichend Sanitäranlagen und Räume für die Verwaltung vor.

Mit dem Standort haben die Verantwortlichen nun einen dauerhaften Ersatz für die ehemalige Einrichtung im Himbeerpalast gefunden. Von 2022 bis 2024 wurde der Himbeerpalast, ein ehemaliges Siemens-Verwaltungsgebäude, als Notunterkunft für bis zu 400 Geflüchtete genutzt. Weil die Friedrich-Alexander-Universität das Gebäude zu einem Geisteswissenschaftlichen Zentrum umbauen will, suchte die Regierung Mittelfranken nach einer Alternative.

Ehemaliges Siemens Energy Gebäude in Erlangen

Wieder wird die neue Unterkunft von Anker Mittelfranken in einem ehemals von Siemens genutzten Gebäude eingerichtet. Vormieter der Henri-Dunant-Straße 83 war der Elektro- und Energietechnikhersteller Siemens Energy. Die Kosten des Umbaus, die Einrichtung der Unterkunft sowie des laufenden Betriebs trage die Regierung von Mittelfranken beziehungsweise der Freistaat Bayern, heißt es von der Pressestelle der Stadt Erlangen.

Auch eine Anfrage bei der Regierung Mittelfranken ergibt keinen konkreten Betrag. Vielmehr weist die Regierung darauf hin, dass sich die Ausgaben relativ zu unterschiedlichen Positionen zusammensetzen, „u. a. aus Kosten, die zunächst bei der Stadt Erlangen anfallen.“ „Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt durch den Freistaat Bayern erstattet“, heißt es von Seiten der Pressestelle. Die Kosten für den Betrieb der Aufnahmeeinrichtung würden zudem je nach Auslastung variieren. „Aus heutiger Sicht können daher noch keine validen Zahlen zu den Betriebskosten mitgeteilt werden“, sagt Pressesprecherin Nadine Rauch.

Bei der Auswahl des Standortes spielte unter anderem auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr eine Rolle. Das Gebäude befindet sich im Gewerbegebiet mit Anbindung an die S-Bahn-Haltestelle Erlangen-Bruck. „Aus verschiedenen möglichen Objekten im Stadtgebiet Erlangen wurde das Gebäude in der Henri-Dunant-Straße ausgewählt, u. a. aufgrund der Lage und der Gebäudestruktur“, erklärt Rauch weiter.

Wo gibt es Ankerzentren in Mittelfranken?

Von dem neuen Ankerzentrum in der Henri-Dunant-Straße aus werden die Bewohner aus der Erstaufnahmeeinrichtung im gesamten Regierungsbezirk Mittelfranken verteilt werden. Wie die Stadt Erlangen mitteilte, befänden sich im Stadtgebiet derzeit acht Unterkünfte für die Anschlussunterbringung. Insgesamt wären aktuell „bei einem sehr niedrigen Belegungsstand circa 350 Personen in Erlangen untergebracht.“ Zu den Anker-Erstaufnahmen in Mittelfranken gehören derzeit die Anker-Einrichtung in Zirndorf sowie die Unterkunfts-Dependancen in Nürnberg und Zirndorf.

Was sind Ankunftszentren?

Die Ankunftszentren sind der zentrale Zugangspunkt zum Asylverfahren. In den Ankunftszentren werden alle für das Asylverfahren erforderlichen Schritte durchgeführt, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf ihrer Website schreibt. Das umfasse unter anderem die ärztliche Untersuchung durch die Länder, die Erfassung der persönlichen Daten und die Identitätsprüfung, die Antragstellung, Anhörung und Entscheidung über den Asylantrag sowie erste Integrationsmaßnahmen, wie etwa die sogenannten Erstorientierungskurse durch das Bundesamt. Darüber hinaus fände eine Erstberatung zum Arbeitsmarktzugang durch die örtliche Arbeitsagentur statt.

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