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Wenn Technik Leben rettet
Waldbrände: Feuerwehr erhält in Baiersdorf Löschroboter
Feuerwehrleute begutachten in Baiersdorf die neuen Löschroboter.
Feuerwehrleute begutachten in Baiersdorf die neuen Löschroboter. // Richard Sänger
Signet des Fränkischen Tags von Richard Sänger
Baiersdorf – In Baiersdorf übergibt der Landkreis neue Technik für den Katastrophenschutz an die Feuerwehr. Darunter sind moderne Löschroboter, wie sie nur selten im Dienst sind.

Hochwasser und weitere Wetterextreme machen den Menschen zunehmend schwer zu schaffen. Doch zahlreiche Helferinnen und Helfer konnten vielerorts Katastrophen verhindern. Das verdient großen Dank, findet der Landrat von Erlangen-Höchstadt, Alexander Tritthart: „Hier zeigt sich: Wenn es drauf ankommt, dann steht die Bevölkerung zusammen.“

An vielen Orten seien die Wassermassen zu einer ernsten Gefahr für Menschen, Tiere und Häuser geworden. Er denke dabei an die Männer und Frauen der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerks und der Rettungsdienste.

Feuerwehr Baiersdorf: Löschroboter gegen Waldbrände

Die meisten von ihnen seien ehrenamtlich tätig und opferten ihre Freizeit für den Schutz ihrer Gemeinde und ihrer Mitbürger. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt habe schon frühzeitig reagiert, um gegen die stetig wachsenden Herausforderungen im Brand- und Katastrophenschutz gewappnet zu sein.

Der Landkreis übernahm 1996 einen ABC-Zug von der Stadt Nürnberg und beauftragte die Feuerwehr Herzogenaurach mit der Eingliederung des ABC-Dienstes in das Gefahrstoff-Konzept der Feuerwehr des Landkreises. Zudem verfügt der Landkreis Erlangen-Höchstadt seit 2019 über ein eigenständiges Hilfeleistungskontingent und setzt sich aus verschiedenen Einheiten mit rund 250 Frauen und Männern aus den Feuerwehren des Landkreises zusammen. Der Einsatz bei Großschadenslagen, aber auch überörtliche Hilfeleistungen sind somit eigenständig abgedeckt.

Hochwasser in Südbayern: Auszeichnung für Helfer

Das Hilfeleistungskontingent besteht aus vier Zügen mit Mannschaftstransport-, Lösch-, Hilfeleistungs- und Logistikfahrzeugen. So werde stetig in die verschiedensten Ausstattungen investiert und diese den gemeindlichen Feuerwehren zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Auch die Stadt Baiersdorf nahm für ihre Feuerwehr Geld in die Hand: So wurden zuletzt ein Kommandowagen, ein Einsatzleitwagen und ein Mehrzweckboot angeschafft. Die Übergabe und Einweihung neuer Fahrzeuge sowie Gerätschaften für den Katastrophenschutz fand nun in Baiersdorf statt. Es war auch eine Gelegenheit, um auch die Fluthelfer, die im Juni in Südbayern eingesetzt waren, zu ehren.

Die neuen Fahrzeuge und Geräte des Brand- und Katastrophenschutzes erhielten in Baiersdorf den kirchlichen Segen.
Die neuen Fahrzeuge und Geräte des Brand- und Katastrophenschutzes erhielten in Baiersdorf den kirchlichen Segen. // Richard Sänger

Dazu konnte Kreisbrandrat Matthias Rocca auch die Landkreisfeuerwehren, Vertreter der Hilfsorganisationen, Bürgermeister, Führungskräfte der Kreisbrandinspektion sowie Mitglieder des Landtages begrüßen. Die kirchliche Weihe der neuen Fahrzeuge und Gerätschaften nahmen Pfarrerin Christine Jahn und ihr katholischer Amtskollege Pfarrer Robert Mayr vor. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt beschaffte für den Katastrophenschutz einen Gerätewagen Logistik, einen Teleskoplader samt Anhänger mit Anbaugeräten, außerdem zwei Löschroboter für den mit Munition belasteten Tennenloher Forst zur Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, die auch für Brände in Lagerhallen und Tiefgaragen eingesetzt werden können. Angeschafft wurden auch zwei weitere Rollcontainer und ein Baumbiege-Simulator zur Aus- und Weiterbildung für Motorsägenführer, der das Schneiden unter Spannung – wie es häufig bei Sturmschäden vorkommt – simuliert.

Demografischer Wandel: Feuerwehr leidet

Landrat Alexander Tritthart betonte, dass Brandschutz längst nicht mehr die einzige Aufgabe der Feuerwehren sei. Denn Verkehrsunfälle, Retten von Menschen und Tieren und die allgemeine Gefahrenabwehr sowie der Klimawandel stellten die Feuerwehren zunehmend vor große Herausforderungen. Eine weitere Herausforderung sei laut Rocca außerdem der demografische Wandel: Die Zahl der Ehrenamtlichen für den Feuerwehrdienst werde immer kleiner. „Nach einer Studie könnte in zehn Jahren fast ein Drittel aller aktuellen Feuerwehrdienstleistenden schwinden“, betonte der Kreisbrandrat. Deshalb sollen die Aus- und Weiterbildung im Katastrophenschutz gestärkt und gebündelt werden.

Landrat Alexander Tritthart freute sich daher über die Zustimmung des Kreistages zum Bau eines Katastrophenschutzzentrums im Landkreis. Es werden dazu knapp 20.000 Quadratmeter benötigt, um Fahrzeuge und Geräte an einem zentralen Ort unterzubringen und Räumlichkeiten, die zur Aus- und Weiterbildung innerhalb des Katastrophenschutzes dienen, zu schaffen. Für besondere Verdienste im Feuerwehrwesen übergaben Landrat und Kreisbrandrat an Kreisbrandmeister Frank Ibler (Eschenau) das goldene Ehrenzeichen des Landkreises. Kreisbrandinspektor Christian Bühl, der über Jahre als Kreisjugendwart des Landkreises tätig war, bekam die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Bayern in Silber überreicht. Am 1. Juni wurde das Hilfeleistungskontingent des Landkreises in den Landkreis Augsburg alarmiert und war innerhalb fünf Stunden nach Altenmünster/Zusamzell abfahrbereit.

Hochwasser: Katastrophe im Ahrtal

Über 130 ehrenamtliche Feuerwehrdienstleistende aus verschiedenen Feuerwehren des Landkreises Erlangen-Höchstadt machten sich mit 24 Fahrzeugen noch in der in der Nacht auf den Weg ins Schadensgebiet. Im Namen des bayerischen Ministerpräsidenten wurde von Landrat Alexander Tritthart der Fluthelferorden verliehen. Für ihn sei dieser Tag in Baiersdorf ein wichtiges Statement in Zeiten, in denen Helferinnen und Helfer immer wieder angegriffen oder beschimpft würden. Deshalb sei das Thema Hochwasser- und Katastrophenschutz im Landratsamt nicht erst seit der Katastrophe im Ahrtal ein Dauerthema. „Aber gerade die jüngsten Schadensereignisse haben gezeigt: Wir müssen kontinuierlich unsere Vorsorgemaßnahmen ausbauen“, sagte der Landrat.

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