0
Letzte Ruhe unter Bäumen
Platz ist knapp: Etzelskirchen braucht neues Areal für Urnen
Die städtischen Friedhöfe in Etzelskirchen und Höchstadt standen im Mittelpunkt der jüngsten Bauausschusssitzung.
Die städtischen Friedhöfe in Etzelskirchen und Höchstadt standen im Mittelpunkt der jüngsten Bauausschusssitzung. // Andreas Dorsch
Höchstadt a. d. Aisch – Viele Menschen möchten Urnen ihrer verstorbenen Angehörigen unter Bäumen bestatten lassen. Seit 2019 ist das auch auf dem städtischen Friedhof in Etzelskirchen möglich. Doch der Platz wird knapp.

Immer mehr Menschen wollen die Urnen ihrer verstorbenen Angehörigen möglichst ganz oder halbanonym unter Bäumen bestatten lassen. Seit 2019 ist das auch auf dem städtischen Friedhof in Etzelskirchen möglich. Weil inzwischen aber schon 18 Urnen unter der dafür vorgesehenen Eiche beigesetzt wurden, wird der Platz knapp. Das Areal für diese Art von Bestattung wird jetzt erweitert.

Eine Fläche zwischen zwei Bäumen in der Nachbarschaft der Eiche soll Platz bieten für weitere Urnen. Weil sich eine Baumbestattung auf einen einzelnen Baum bezieht, die neue Fläche aber von zwei Bäumen eingerahmt wird, soll es sich hier künftig nicht mehr um Baum-, sondern um „naturnahe Wiesenbestattungen“ handeln. Da es für die auf diesem Areal bestatteten Personen noch keine Gedenktafel gibt, beschloss der Bauausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung nach einem Ortstermin am Friedhof, zwei „Steinstelen in Trommeloptik“ aufstellen zu lassen, auf denen jeweils 20 Namenstafeln angebracht werden können.

Friedhof: Sailer in Höchstadt fertigt Stelen

Der Auftrag ging an die Höchstadter Firma Sailer zum Preis von 5500 Euro pro Stele. Die Namenstafeln sollen je nach Größe zwischen 350 und 395 Euro kosten. Aktuell stehen auf dem Friedhof in Etzelskirchen nur noch sechs freie Einzelgräber zur Verfügung. Vor diesem Hintergrund stimmte der Bauausschuss zu, auf dem weitläufigen Gelände eine weitere Fläche für Einzelgräber freizugeben.

Auf dieser Fläche im Etzelskirchener Friedhof sind künftig „naturnahe Wiesenbestattungen“ möglich. Die Mitglieder des Bauausschusses machten sich vor Ort ein Bild.
Auf dieser Fläche im Etzelskirchener Friedhof sind künftig „naturnahe Wiesenbestattungen“ möglich. Die Mitglieder des Bauausschusses machten sich vor Ort ein Bild. // Andreas Dorsch

Die liegt jetzt links vom Eingang und bietet Platz für bis zu 108 neue Einzelgräber. Die Friedhofsverwaltung geht davon aus, für die nächsten 30 Jahre Vorsorge getroffen zu haben. „Eine langfristige Geschichte“ ist für Bürgermeister Gerald Brehm (JL) die weitgehende Umgestaltung des alten Friedhofs an der Bamberger Straße. Dafür wurde den Stadträten ein Entwicklungskonzept präsentiert, das auf Zustimmung stieß und an dessen Umsetzung weitergearbeitet werden soll.

Park und Friedhof in Höchstadt

Ziel ist es, „die künftige Friedhofsnutzung besser zu steuern und durch ein vorgegebenes Grabbelegungsmanagement Freiräume für die Friedhofsentwicklung zu schaffen“. So wird der Friedhof in einigen Jahrzehnten ein völlig neues Gesicht haben. Einzel- und Doppelgräber sind im Zentrum vorgesehen. Die Gräber an der Friedhofsmauer sollen nicht mehr vergeben und verlängert werden. Dadurch wird der äußere umlaufende Bereich des Friedhofs eine Art Parklandschaft.

In diese könnten laut Planer auch neue Bestattungsformen integriert werden. Als erstes soll der Friedhof – wie schon länger beschlossen – eine neue Einfriedung bekommen. Die alte Friedhofsmauer soll abgerissen und durch einen Schmuckzaun ersetzt werden, der auf den alten Fundamenten verankert wird. Der Ausschuss stimmte zu, mit dem Abriss der Mauer noch zu warten, bis die Kanäle in der angrenzenden Dr.-Schmitt-Straße saniert sind.

Blumen und Kerzen auf Friedhof werden entsorgt

Dafür sei es laut Verwaltung nötig, in den Fundamentbereich der Friedhofsmauer einzudringen. Die Kanalsanierung ist für 2025 geplant. Wie die Friedhofsverwaltung feststellt, werden auf beiden Friedhöfen an den Urnennischen und halbanonymen Stelen immer noch Blumen, Kerzen und Dekoartikel abgelegt, was eigentlich nicht vorgesehen ist. Eine Ausnahme ist nur der Tag der Beisetzung. Der Ausschuss ermächtigte nun das Friedhofspersonal, all diese Gegenstände einmal wöchentlich zu entsorgen.

Lesen Sie auch: 

Inhalt teilen
  • kopiert!