Der Landkreis Erlangen-Höchstadt steht weiter hinter seinem Krankenhaus St. Anna in Höchstadt. Vor der anstehenden Krankenhausreform ist Landrat Alexander Tritthart (CSU) „optimistisch, das Krankenhaus durch die bevorstehenden Turbulenzen zu schiffen“. Einstimmig segnete der Krankenhausausschuss in seiner jüngsten Sitzung den Wirtschaftsplan für 2025 ab, der von einem Defizit von 2,5 Millionen Euro ausgeht.
Zusammen mit dem Defizit des Medizinischen Versorgungszentrums summiert sich der Zuschuss des Landkreises in die Gesundheitsfürsorge auf knapp drei Millionen Euro. Eine Summe, die den Kreis Erlangen-Höchstadt vor keine Probleme stellt.
Krankenhausreform: Folgen für St. Anna in Höchstadt
Tritthart führte aus: „Wenn ich sehe, was für die Jugendhilfe oder den ÖPNV ausgegeben wird ...“ Das Defizit bei der Jugendhilfe ist auf 20 Millionen veranschlagt, für den ÖPNV sind wohl mehr als sechs Millionen Euro Zuschuss fällig. In diesem Jahr hatte der Gesamthaushalt des Landkreises ein Volumen von 218 Millionen Euro.
„Wir müssen die Situation auf uns zukommen lassen und einen kühlen Kopf bewahren“, sagte Krankenhaus-Verwaltungschef Thomas Menter mit Blick auf die umstrittene Krankenhausreform. Die sei für alle Kliniken in Deutschland eine Herausforderung. Ende nächsten Jahres wisse man, welche Leistungsgruppen dann in Höchstadt angeboten werden. Menter hofft auf die Neuwahlen im Bund und darauf, „dass die Politik dann die Realitäten erkennt“.
Landrat Tritthart kritisiert Krankenhausreform
In der Kritik der bayerischen Landräte an der Krankenhausreform sieht sich auch Landrat Tritthart bestätigt. Man habe nichts gegen die Reform, gab er in der Sitzung zu bedenken, „aber es wird kein frisches Geld ins System gepumpt“. Der Freistaat Bayern müsse jetzt Farbe bekennen.
Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) relativierte das Defizit von St. Anna und betonte, dass letztlich der Träger Landkreis entscheide, wie es mit dem Krankenhaus weitergehe.
Höchstadt soll Akutkrankenhaus bleiben
Das Haus in Höchstadt soll auf jeden Fall ein Akutkrankenhaus bleiben, auch wenn es große Anstrengungen erfordere, St. Anna für die Zukunft zu positionieren, so der Landrat. Im kommenden Jahr seien keine großen baulichen Veränderungen geplant. Alle 80 Betten des Hauses sieht Tritthart nach jahrelangen Um- und Erweiterungsbauten in einem hochmodernen und patientenfreundlichen Ambiente.
Neben der Fachabteilung Innere Medizin gibt es auch eine Allgemein- und Unfallchirurgie. Im Bereich Chirurgie arbeitet Höchstadt als Kooperationskrankenhaus eng mit der Uniklinik Erlangen zusammen. Patienten in Höchstadt profitieren so rund um die Uhr vom Know-how und den Fachärzten der Uniklinik.
Medizinisches Versorgungszentrum Höchstadt
Als wichtigen Partner für das Krankenhaus sieht der Landrat auch das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum. Spezialisiert auf Endoprothetik werde in dem Gebäude mittlerweile an drei Tagen in der Woche operiert, was die wirtschaftliche Lage des Krankenhauses stabilisiere.
200 Mitarbeiter im Krankenhaus St. Anna Höchstadt
Entgegen dem aktuellen Trend aller Kliniken sei es in Höchstadt gelungen, nahezu alle Pflegestellen zu besetzen, berichtete Tritthart. Insgesamt zählt das Haus rund 200 Mitarbeiter.
Der Wirtschaftsplan 2025 hat ein Volumen von 20,2 Millionen Euro. Zu den größten Ausgabeposten zählt demnach der Personalaufwand, der auf 13,7 Millionen Euro veranschlagt ist. Der Pflegedienst schlägt mit 5,8 Millionen zu Buche, für die Ärzte sind 3,5 und für die Verwaltung 1,3 Millionen Personalkosten angesetzt.
Erwartet werden im kommenden Jahr mehr als 3600 Patienten, die durchschnittlich 5,5 Tage im Krankenhaus bleiben. Die Auslastung wird bei knapp 70 Prozent erwartet.
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