Volle Steuersäckel aber leere Teller? Unter diesem Motto war am vergangenen Donnerstagabend nicht nur Adelsdorfs Bevölkerung zu einem Mahnfeuer an der B 470 eingeladen. Vielmehr wehren sich die Landwirte vieler Gemeinden im Landkreis mit der Aktionen gegen die aktuellen Sparpläne der Bundesregierung. Es geht um das Aus für die Regelungen zu Agrardiesel und die Abschaffung der KFZ-Steuerbefreiung.
Alexander Schickert aus Heppstädt, dessen Frau Angela im Kreisvorstand des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) ist, kam auf die Idee zu diesem Mahnfeuer in Adelsdorf. Er ist zwar nur als kleiner Landwirt am Rande von den Sparplänen betroffen, sagt aber: „Ich will einfach auf diese Geschichte aufmerksam machen. Wir wollen keinen Krawall und keine Verkehrsbehinderung.“
200 Menschen bei Mahnfeuer in Adelsdorf
Das Mahnfeuer wurde neben der Einfahrt der B470 nach Neuhaus entzündet. „Wir wollen die Leute sensibilisieren, informieren, einfach mit ins Boot nehmen. Das Ziel ist die heimische Landwirtschaft zu stärken“, erklärt er. Überwältigend war die Anzahl der Traktoren – mehr als 60, die am Abend mit Warnlicht auf der B470 zum Treffpunkt ratterten. Landwirte und Kleinbauern aus Willersdorf, Schnaid, Röttenbach, Hemhofen und Höchstadt hatten sich in ihre Traktoren gesetzt und auf den Weg nach Adelsdorf gemacht.
Viele der mehr als 200 Befürworter der Aktion hatten sich aus Solidarität eingefunden. Alexander Schickert begrüßte die Anwesenden, darunter auch Konrad Körner, Kreisvorsitzender der CSU. „Eine tolle Aktion, nicht lärmend und behindernd“, sagte Axel Rogner, 3. Bürgermeister der Stadt Höchstadt. „Gut, dass in Adelsdorf was passiert – das Spiel beginnt mit dem Bauer und am Schluss fällt der König“, sagte Nico Kauper CSU-Gemeinderat in Adelsdorf. „Super, dass hier ein Zeichen gesetzt wird, wenn die Bundesregierung so respektlos mit den Landwirten umgeht“.
Bürgermeister Karsten Fischkal unterstütz Mahnfeuer
Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal sagte: „Kann man dieser Ampelregierung noch vertrauen? Ich selber habe langsam jegliches Vertrauen in die Bundesregierung verloren. Es muss gespart werden, aber doch nicht auf dem Rücken der Landwirte.“ Sie seien es doch, die unser Land mit Nahrung, mit Holz für die Energiegewinnung versorgen und die auch in Krisenzeiten immer da sind und zu unserem Land stehen. „Die Land- und Forstwirte aus der Region sind unsere Lieferanten für Hackschnitzel, wir brauchen euch, wir vertrauen auf euch.“
Katrin Hansen, Kreisbäuerin des BBV und Ortsbäuerin in Heppstädt, wies am Beispiel des Vergleichs der teuren regional angebauten Tomaten mit den billigen aus dem Ausland importierten Tomaten darauf hin, dass in Deutschland etwas falsch laufe. „Wir Landwirte möchten mit diesem Mahnfeuer ein klares Zeichen gegen die irrsinnig geplanten Steuererhöhungen in der Landwirtschaft seitens der Bundesregierung setzen. Wir dulden keine weiteren Sonderbelastungen und fordern, dass die alten Regelungen erhalten bleiben, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten.“
Protest gegen Bürokratie bei Mahnfeuer
Die Bürokratie in der Landwirtschaft sei in den letzten Jahren – schon unter der Vorgängerregierung – immens gestiegen, sagte Hansen. „Wir stehen hier alle zusammen und kämpfen für das Gleiche.“ Sie den Anwesenden gute Gespräche und informative Austausche. Noch länger stand man beieinander, Kleinbauern diskutierten mit Großbauern oder auch Unterstützern. Schickert bedankte sich noch einmal bei allen und lud zum „Großkampftag“ am 8. Januar ein: „Zeigt euch solidarisch mit der Landwirtschaft!“
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