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Diskussion im Gemeinderat
Millionen-Projekt: Rathaussanierung in Röttenbach beginnt
Das Rathaus in Röttenbach muss erneuert werden.
Das Rathaus in Röttenbach muss erneuert werden. // Udo Güldner
Röttenbach – Das 42 Jahre alte Rathaus in Röttenbach soll erneuert werden. Ein Konzept zeigt nun, was daran umgebaut werden muss. Wann die Bauarbeiten beginnen und warum der Vorhaben eine Millionen Euro kostet.

So „neu“ ist das neue Rathaus nicht mehr. 42 Jahre hat das Gebäude an der Ringstraße schon auf dem Buckel. Da wird es langsam Zeit für eine Sanierung. Zumal der Sitz der Verwaltung inklusive Bauhof 220.000 Kilowattstunden an Heiz- und elektrischer Energie verbraucht. Einen ersten Schritt hat man mit dem Anschluss der Immobilie an das „Nahwärmenetz Ringstraße“ vor drei Monaten getan, wie Bürgermeister Ludwig Wahl erläuterte.

Nun werden die Räume, wie die Wohngebäude ringsumher, mit Holzpellets aus der Energiezentrale am Bauhof und nicht mehr mit Erdöl geheizt. Freilich fehlt derzeit im Rathaus noch der hydraulische Abgleich aller Heizkörper und Verbrauchsmesser, um festzustellen, in welchen Räumen wie viel Heizwärme genutzt wird. Diese Arbeiten laufen laut Wahl momentan. Was man sonst noch machen könnte und was es kostet, schilderte Energieberater Philipp Bott aus Nürnberg, der schon für die Sanierung der Lohmühl-Halle ein Energiekonzept vorgelegt hat. Die größten Brocken sind erwartungsgemäß die Dämmung des Dachs (375.000 Euro), die Dämmung der Fassade (200.000 Euro) sowie der Austausch der Fenster (180.000 Euro).

LED und Photovoltaik für Rathaus in Röttenbach

Hinzu kommt die Neuausrichtung der Photovoltaik-Anlage auf Eigenverbrauch (45.000 Euro), weil die Einspeisevergütung nach zwei Jahrzehnten 2029 ausläuft. Unabdingbar ist der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (150.000 Euro), damit sich im nunmehr durch die Wärmedämmung luftdichten Gebäude kein Schimmel bildet. Auch im Inneren des Anwesens soll etwas geschehen. Die stromfressenden Leuchtröhren sollen durch sparsamere LED-Leuchtkörper ersetzt werden (35.000 Euro). Zusätzlich ist außerhalb der Büroräume an Bewegungsmelder für die Beleuchtung gedacht, um den Stromverbrauch weiter zu senken.

Und für die Mitarbeiter der Verwaltung soll es endlich eine Klimaanlage geben, weil es in den Büros im Sommer unerträglich heiß wird, wie es hieß. Die Kosten dafür sind allerdings noch nicht in der Kalkulation enthalten. Ebenso wenig die Ausgaben für eine angedachte Beschattung der Fenster auf der Südseite. Etwas über eine Million Euro soll die energetische Sanierung insgesamt kosten – solange die Ausgaben für Material und Handwerkerlöhne nicht weiter steigen. Wenn man die Zuschüsse aus Förderprogrammen abzieht, bleiben immer noch rund 900.000 Euro für den Gemeindehaushalt übrig, bei einer jährlichen Einsparung an Betriebskosten von mehr als 12.000 Euro.

Rathaussanierung Röttenbach: Baubeginn voraussichtlich 2029

„Das dauert fast 100 Jahre, bis die Investitionen sich rentiert haben“, so Gemeinderat Norbert Holzmann. Die Millionen-Summe relativiert sich allerdings, wenn man bedenkt, dass das Rathaus „Sowieso-Kosten“ von fast 500.000 Euro auslöst. Das sind Gelder, die bei einem Gebäude im Laufe der Zeit sowieso anfallen. Einfach weil es da ist und etwas daran gemacht werden muss, um es weiter nutzen zu können. Unter den Gemeinderäten gab es einen Konsens, dass man die energetische Sanierung angehen will.

Nur die Dämmung der Kellerdecke von unten (50.000 Euro) sorgte für Fragezeichen. Statt des von Bott vorgeschlagenen abschnittsweisen Vorgehens plädierte Gemeinderat Stefan Maar für „eine Lösung aus einem Guss“. Schließlich einigte man sich darauf, in diesem Jahr die Planungen voranzutreiben. Sobald als möglich sollen dann auf eine Anregung des Gemeinderats Christopher Warter hin die Beleuchtung und die Klimaanlage in Angriff genommen werden. „Das sind wir unseren Mitarbeitern schuldig“. Die ganz großen Baumaßnahmen könnten dann in vier Jahren losgehen. Dann habe man auch die nötigen Mittel beisammen, meinte Bürgermeister Wahl.

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