Seit gut einem halben Jahr schon wird in Adelsdorf über die Pläne für ein Wellnesshotel zwischen den Ortsteilen Neuhaus und Heppstädt diskutiert. Am Sonntag, 29. Juni 2025, hatten die Bürger nun selbst in der Hand, ob die bekannte Neuhauser Gastwirt-Familie Wirth zusammen mit der Gemeinde die Pläne fortführen kann oder nicht. Nach dem erfolgreichen Ratsbegehren steht die Ampel nun auf Grün. Der Flächennutzungsplan für das mögliche Hotelgrundstück wird geändert und die Planungen können weitergehen. Doch der Weg bis zu einem möglichen fertigen Hotel ist ein langer.
Familie Wirth: Langer Weg bis zum Wellnesshotel-Traum
Das bekräftigte Hans-Günter Wirth schon am Sonntagabend, als klar war, dass die Mehrheit der Adelsdorfer kein Problem mit den weiteren Plänen hat. „Wir sind froh, dass wir diese Hürde jetzt gemeistert haben, allerdings gibt es noch viel zu tun, bis hier irgendwann ein Hotel steht“, erklärt Wirth.
Nun ist erst einmal die Gemeinde am Zug, damit früher oder später die Baugenehmigung erteilt werden kann. „Wir sind immer dabei in den Gesprächen, auch in der Zukunft jetzt weiter und sind jetzt auch selbst gespannt auf die nächsten Schritte“, so der Gastronom weiter. Bis das Hotel in Adelsdorf aber irgendwann mal steht, wird noch viel Zeit vergehen. „Das ist ein Plan für die Zukunft, wann genau wir mal eröffnen können, wissen wir selbst noch nicht“, erzählt Wirth.
Adelsdorfer Verwaltung nun am Zug
Und auch im Adelsdorfer Rathaus sind die Weichen nun auf „weitermachen“ gestellt. „Das Ratsbegehren ist jetzt gleichzusetzen mit einem gewöhnlichen Gemeinderatsbeschluss, also ist der Flächennutzungsplan damit erledigt. Wir werden uns dann voraussichtlich wieder im September mit den Plänen auseinandersetzen“, berichtet Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) am Montag nach der Abstimmung.
In der Zwischenzeit wird es aber keinesfalls ruhig werden um das Projekt. Nun geht es auch um erneute Absprachen mit der Familie Wirth, den Planern, dem Landratsamt und allen anderen Zuständigen. „Das haben wir ja alles abgebrochen, als es auf das Ratsbegehren zuging. Die Gespräche können wir jetzt natürlich wieder aufnehmen“, erzählt Fischkal weiter.
Wellnesshotel-Pläne: Landratsamt Erlangen-Höchstadt muss entscheiden
Vor allem die Gespräche mit dem Landratsamt werden langfristig wichtig sein. Schlussendlich entscheidet nämlich das Landratsamt Erlangen-Höchstadt über den letztendlichen Bauantrag. „Anders als schon kursiert, muss hier kein Bebauungsplan aufgestellt werden, da es sich um ein Einzelvorhaben handelt. In ersten Gesprächen haben wir diesbezüglich auch positive Rückmeldungen aus dem Landratsamt bekommt“, erklärt Fischkal weiter. Das Landratsamt selbst konnte sich zu diesen Gesprächen im Detail nicht äußern. „Wir sind aber natürlich konstant im Gespräch mit der Gemeinde“, sagt ein Pressesprecher des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt.
Bis der Bebauungsplan aber vollständig entstanden ist und vom Gemeinderat und dem Landratsamt abgesegnet werden kann, wird es noch eine ganze Weile dauern. Vermutlich sogar einige Jahre. „Ich gehe stark davon aus, dass ich das nicht mehr mit entscheiden werde“, erklärt der Rathauschef. Schließlich will Fischkal 2026 nicht nochmal zur Kommunalwahl als Bürgermeister antreten. Stattdessen kandidiert er für die Freien Wähler um das Amt des Landrats.
Bürgerinitiative Adelsdorf nimmt neue Rolle ein
Bei den Hauptgegnern der Wellnesshotel-Pläne, der Bürgerinitiative Adelsdorf, will man indes nun eine neue Rolle rund um das Projekt einnehmen. „Die Bürgerinitiative wird es weiterhin geben, wir werden nun ganz genau darauf achten, dass alles im weiteren Verlauf mit rechten Dingen zugeht“, erklärte Initiativensprecher Artur Zwanzger direkt nach der Bekanntgabe der finalen Entscheidung am Sonntag.
Entsprechend wird man sich dann auch weitere rechtliche Schritte vorbehalten. Klagen könnte die Bürgerinitiative oder auch der ebenfalls dem Projekt kritisch gegenüber stehende Adelsdorfer Bund Naturschutz dann gegen den Bauplan, wenn dieser entsprechend vorliegt. Trotz der augenscheinlichen Niederlage beim Ratsbegehren will das Bürgerbündnis also nicht nachgeben, was die Kritik zum geplanten Hotel angeht.














