0
"Ladies Night" Höchstadt
Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altervorsorge
Als Gastrednerin liest die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt aus ihrem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“.
Als Gastrednerin liest die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt aus ihrem Buch „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“. // Andreas Dorsch
Moderatorin Jutta Rost stellte mit Julia Gelsebach, Kathrin Haberkorn und Manuela Achhammer (v. l.) drei im Beruf erfolgreiche Frauen vor.
Moderatorin Jutta Rost stellte mit Julia Gelsebach, Kathrin Haberkorn und Manuela Achhammer (v. l.) drei im Beruf erfolgreiche Frauen vor. // Andreas Dorsch
Hochstadt am Main – Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt warnt bei der „Ladies Night“ der IHK in Höchstadt. Frauen sollen sich rechtzeitig gegen Altersarmut absichern.

Wer sich als Frau finanziell ganz auf den Ehemann oder Lebenspartner verlässt, kann schnell in der Altersarmut landen. Wie wichtig es ist, sich rechtzeitig abzusichern und Vorsorge zu treffen, machte die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) den zahlreichen Besucherinnen klar, die zur „Ladies Night“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) in die Höchstadter Fortuna-Kulturfabrik gekommen waren.

Vorstandsmitglied Jutta Rost freute sich über die „geballte Frauenpower“ im vollen Kultursaal. Mit der inzwischen fünften „Ladies Night“ möchte Rost nicht nur Frauen für die IHK begeistern, sondern ihnen auch Gelegenheit zum Netzwerken geben. Wenn sie wollten, könnten Frauen viel erreichen, machte Rost den Anwesenden Mut und bedauerte, „dass Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert sind“.

„Lieber jetzt unromantisch als später arm“, zitierte Renate Schmidt aus ihrem Buch, das sie zusammen mit der Finanzexpertin Helma Sick 2015 geschrieben hat. Die Nürnberger Politikerin, die jahrelang private Kontakte nach Höchstadt pflegte, war als Gastrednerin geladen und las aus ihrem Werk mit dem Titel „Ein Mann ist keine Altersvorsorge: Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist“.

Karriere oder Familie?

Um ihre These zu untermauern, schilderte Schmidt Beispiele, die sicher vielen der Teilnehmer bekannt vorkamen. Frauen würden wenig aus ihren Chancen machen, so die Ministerin a. D. Nach einer Familiengründung würden sie „aus dem Erwerbsleben verschwinden und als Minijobber wieder auftauchen“. Gerade Frauen, die ihren Beruf für die Familie aufgegeben haben, würden nach einer Trennung häufig die finanzielle Basis verlieren und in der Altersarmut landen.

Die Frage, entweder Karriere oder Familie, dürften sich Frauen nicht stellen. Schmidt ermuntert Frauen in ihrem Buch, sich eine eigene Rentenversorgung aufzubauen und sich nicht in die Abhängigkeit eines Partners zu begeben.

Überhaupt sollte in einer Partnerschaft „alles vertraglich geregelt werden“. Noch immer seien Ehe- und Partnerschaftsverträge eine Seltenheit. Den Gesetzgeber fordert die Politikerin auf, „alte Zöpfe abzuschneiden“ – beispielsweise auch das Ehegattensplitting.

Drei Frauen auf der Karriereleiter

Mit Manuela Achhammer, Inhaberin der gleichnamigen Gartenbaufirma und Mentorin aus Eckental, Julia Gelsebach, Geschäftsführerin der Cesys-Gesellschaft für angewandte Mikroelektronik in Herzogenaurach, und Kathrin Haberkorn, Chefin der strategischen Personalplanung bei Schaeffler, ließ Moderatorin Jutta Rost drei Frauen aus ihrem Leben berichten, die auf der Karriereleiter weit oben stehen.

Kathrin Haberkorn fragte sich nach einer Sparkassen-Ausbildung, ob das schon alles gewesen sei. Die damals 19-Jährige machte ihr Abi nach, studierte Betriebswirtschaft und ist jetzt in verantwortlicher Position bei Schaeffler weitgehend in Asien unterwegs. Manuela Achhammer hat als mitarbeitende Ehefrau auf 450-Euro-Basis begonnen und einen Gartenbaubetrieb mit aufgebaut. Mittlerweile ist sie die Chefin mit einem Berufsbild, das für sie „von High Heels bis zu Sicherheitsschuhen“ reicht.

Lesen Sie auch:

Inhalt teilen
  • kopiert!