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Naturlehrpfad in Adelsdorf
Karpfenweiher in grüne Oase verwandelt
Erfolgreiche Zusammenarbeit: Karsten Fischkal, Fabian Hubert, Thomas Garthe mit seinem Hund Dr. Quincy, Elena Haberkamm, Gemeindewerke Adelsdorf, Roland Lindacher, Sebastian Klebe und Karin Klein-Schmidt.
Erfolgreiche Zusammenarbeit: Karsten Fischkal, Fabian Hubert, Thomas Garthe mit seinem Hund Dr. Quincy, Elena Haberkamm, Gemeindewerke Adelsdorf, Roland Lindacher, Sebastian Klebe und Karin Klein-Schmidt. // Johanna Blum
Signet des Fränkischen Tags von Johanna Blum
Adelsdorf – Am Grünsee entstand eine Idylle der Natur. Ein Lehrpfad lädt zu einem informativen Spaziergang ein.

„Wenn es der Natur gut geht, geht es auch den Menschen gut“, erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal am Grünsee: Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken, dem Projektinitiator Garthe Graf von Lauenstein sowie dem Landschaftsplanungsbüro Klebe wurde im vergangenen Jahr der Grünsee renaturiert, aus dem Tiefschlaf geweckt und in eine grüne Oase verwandelt.

Informative Schilder rund um den See

In den letzten Monaten wurde nun ein Naturlehrpfad geplant, der Jung und Alt mit informativen Schildern an mehreren Standorten rund um den Grünsee zu einem Spaziergang einlädt und zur Pflanzen- und Tierwelt informieren soll. Die Tafeln wollen Erwachsene und Kinder über das Leben im und am Grünsee informieren. Sie sind entlang des vielbegangenen Spazierweges und direkt am Weiher aufgestellt.

Initiative geht bis 2018 zurück

Thomas Garthe Graf von Lauenstein, hat als Initiator des Projektes „Wir geben der Natur wieder etwas zurück!“ 2018 begonnen, Ackerflächen langfristig zu pachten und in blühende Bienenweiden umzuwandeln. Mittlerweile ist Garthe Pächter von über 25 Hektar Ackerflächen im Landkreis Fürth.

Im Jahr 2019 wollte er das Thema Umweltbildung und Wasser starten und stieß auf den naturnahen Karpfenweiher in Adelsdorf, den Grünsee. Nach zahlreichen Besprechungen mit Bürgermeister Karsten Fischkal, der Energiegesellschaft Adelsdorf, dem Planungsteam Klebe sowie der Regierung von Mittelfranken, startete man gemeinsam das „Renaturierungskonzept Grünsee“.

Steile Uferböschungen

Der Biotopkomplex am Grünsee besteht von West nach Ost aus einem großen Fischteich mit steilen Uferböschungen und einem schmalen, verschilften Ufersaum, der lange Zeit intensiv bewirtschaftet wurde und verschlammt ist. Seit 2019 wird er nicht mehr bewirtschaftet.

Nun ist aus vorher 5000 Quadratmetern verwahrloster Wasserfläche etwa 8000 Quadratmeter Wasserfläche geworden, was die Verkleinerung und Entbuschung der Land-Schilfbestände zugunsten einer artenreichen Nasswiese einschließt. Im Südosten gibt es eine artenreiche Orchideenwiese, die schon seit vielen Jahren gemäß Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien gepflegt wird.

Pflegefläche von 1,7 Hektar

Seit 2019 ist Garthe nun Pächter des Areals, Initiator und Förderer des Umweltbildungskonzeptes Grünsee am Rande des Baugebiets „Am Grünsee“ mit einer Pflegefläche von etwa 1,7 Hektar. Als letzter See der Weiherkette im Großraum Aischgrund wurde seit 2022 der kleine und große Grünsee komplett neu gestaltet.

Jetzt wurde der Lehrpfad mit drei Infotafeln fertig gestellt. Der Holzsteg folgt noch. Es entstanden Verbesserungen des Lebensraums für zahlreiche Vogel-, Amphibien-, und Insektenarten und mehr.

„Ich bin wirklich überwältigt und könnte vor Freude in die Luft springen. Wir erschaffen eine Naturoase, die in diesem Umfang in Franken und Bayern einzigartig sein dürfte“ so Thomas Garthe.

„Karin Klein-Schmidt vom Landschaftspflegeverband ist quasi die Projektleiterin meines Teams“, fuhr er fort. Nebenbei sei noch ein Hochwasserschutz für die Siedlung geschaffen und eine Biberfamilie habe ein neues Zuhause bekommen. Bald würden fränkische Fischsorten eingesetzt, aber keine Karpfen. Derzeit sind etwa 500 Frösche „vor Ort“ und erfreuen die Besucher mit ihrem Quak-Konzert.

Auch für Schulen und Kindergärten

Im Sinne der Umweltbildung soll dies e Oase dann Schulklassen, Kindergärten und naturinteressierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. „Es ist ideal, dass die Gemeinde und die Energiegesellschaft Adelsdorf, das Landratsamt, das Planungsteam Klebe, der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, der Bund − einfach alle mit diesem Elan an dem Projekt arbeiten“, betonte Garthe an.

„Hier schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe, nämlich Hochwasserschutz und Naturschutz“, erklärte Karin Klein-Schmidt. „Damit es für die Kinder interessanter ist, sind auf jeder Tafel Scheiben angebracht, die man wegdrehen kann. Darunter finden diese die Antwort zu der Frage, die auf der Scheibe steht.“

Elena Haberkamm erklärte, dass auch ein Beobachtungssteg geplant sei, von dem aus man besser ins Wasser schauen könne. Sebastian Klebe sagte: „Bei der Umgestaltung des Grünsees wurden flache Ufer, große Wasserflächen und eine Insel als Brutplatz für Vögel geschaffen“.

Beeindruckende Planung

Fabian Hubert vom Landratsamt Erlangen-Höchstadt war für die Genehmigung der Baggerarbeiten zuständig und zeigte sich sehr beeindruckt vom Ergebnis der Planung. Roland Lindacher, Diplom-Biologe und Grafiker, hat die Infotafeln erstellt. Landschaftsplaner Sebastian Klebe plante die naturschutzfachliche Gestaltung des Grünsees und Karin Klein-Schmidt hat die Fördergelder beantragt und die ökologische Bauleitung übernommen.

Am Projekt beteiligt sind die Gemeinde Adelsdorf, der Pächter des Weihers, Garthe von Lauenstein, und als projektkoordinierende Stelle die Energiegesellschaft Adelsdorf mbH. Gemeinsam möchte man zum einen dem Naturschutz Rechnung tragen, aber auch eine Anlaufstelle im Bereich Umweltbildung für alle Bürgerinnen und Bürger und vor allem für Kinder und Jugendliche bieten.

Knapp 100.000 Euro Kosten

Die Gesamtkosten der naturnahen Umgestaltung des Grünsees betrugen rund 99.500 Euro, wobei 70 Prozent der Summe über das Landschaftspflegeprogramm des Umweltministeriums gefördert wurde.

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