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Herzogenaurach
Vorbild für Bayern: Schüler machen Gymnasium zur Klimaschule
Die Wahlklasse am Gymnasium Herzogenaurach arbeitet an den Plakaten.
Die Wahlklasse am Gymnasium Herzogenaurach arbeitet an den Plakaten. // Filiane Rieker
Herzogenaurach – Das Gymnasium Herzogenaurach beteiligt sich an einem bayernweiten Projekt. Ziel ist es, klimaneutral zu werden. Bayerns Kultusministerin ist begeistert davon. Das bringt der Schule nur nur einen Preis ein, sondern nimmt den Schülern auch ihre Angst vor der Zukunft.

Das Gymnasium Herzogenaurach hatte sich im Frühjahr für das Projekt „Klimaschule Bayern“ eingeschrieben. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Projekt von Umwelt- und Kultusministerium. „Die Bürokratie war herausfordernd. Wir mussten erst mal eine detaillierte Bestandsaufnahme machen, um zu schauen, wo wir stehen und mit welchen Projekten die Schule starten könnte. Das war eine echte Detektivarbeit“, verrät die verantwortliche Projektleiterin Carina Iberer.

Das bayernweite Projekt hat das übergeordnete Ziel, die Schulen langfristig klimaneutral zu gestalten. Hierfür werden der CO2-Fußabdruck der Schule ermittelt und Schritte zu dessen Reduzierung durch verschiedene Projekte anvisiert. Das Praxisseminar „Klimaschule“ hat zur Erreichung des gesetzten Ziels verschiedene Projekte betreut, darunter beispielsweise die Mitgliedschaft im Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Herzogenaurach, ein Kleidertausch mit dem Arbeitskreis Umwelt, die Präsentation der Klimaschule zu verschiedenen Anlässen, die Anschaffung von Mülleimern zum Recyceln von Plastikmüll in den Klassenzimmern, Aktionen der Schülermitverantwortung (SMV) unterstützt, vegane Kuchen gebacken und in der Schule verkauft sowie Bäume auf dem Schulgelände gepflanzt.

Ökoscouts helfen auf Weg zu Klimaschule

Eine tolle Idee im Seminar war auch die Etablierung von „Ökoscouts“ an der Schule. Hierfür trugen sich 17 Schülerinnen für den Wahlkurs ein und entwickelten in ihrer Freizeit beispielsweise Plakate zu Umweltzeichen. Diese wurden dann in der Schule ausgehängt und dienen allen Schülern als Infoquelle. So hängt nun passenderweise neben dem „Fair-o-mat“, einem nachhaltigen Warenautomaten, ein Plakat, das das Thema Fairtrade erläutert. „Ich fand es klasse, dass wir mehr über das Thema Umweltschutz erfahren konnten“, verrät die 13-jährige Johanna.

Carina Iberer präsentiert die Plakate zur Klimaschule. Die Schüler hatten sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht und ganz unterschiedlich umgesetzt.
Carina Iberer präsentiert die Plakate zur Klimaschule. Die Schüler hatten sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht und ganz unterschiedlich umgesetzt. // Filina Rieker

Die Bemühungen haben sich ausgezahlt. „Wir haben uns zu Beginn der Aktion für die Bronze-Zertifizierung beworben, aber durch die Vielzahl an Aktivitäten konnte die Schule dann die Silber-Zertifizierung in Empfang nehmen. Das war eine tolle Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erzählt Iberer. „Die Schüler werden durch die Medien mit der Problematik des Klimawandels ständig konfrontiert. Viele haben Angst, in einer Welt zu leben, die vor einem Kollaps steht. Mit ihnen zusammen an einem Projekt, das dem entgegenwirkt, zu arbeiten, war eine tolle Erfahrung. Die Schüler hatten viele gute Ideen und haben nicht nur darüber gesprochen, sondern ganz viel in die Tat umgesetzt“, ergänzt Schulleiter Norbert Schell.

Kultusministerin Anna Stolz lobt Klimaschule in Herzogenaruach

Auch für die Kultusministerin Anna Stolz ist die Aktion an den bayerischen Schulen ein voller Erfolg: „Es freut mich persönlich sehr zu sehen, mit welchem Elan und welcher Freude unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Schulalltag ergreifen. Sie pflanzen zum Beispiel Bäume oder fahren mit dem Rad zur Schule. So geht nachhaltiges Lernen! Klimaschule Bayern will aber auch Denkanstöße für den Alltag geben, denn jeder von uns kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Von Schülern des Gymnasiums Herzogenaurach entworfene Öko-Christbäume aus Recyclingmaterial sind ausgestellt im Stadtmuseum.
Von Schülern des Gymnasiums Herzogenaurach entworfene Öko-Christbäume aus Recyclingmaterial sind ausgestellt im Stadtmuseum. // Stadtmuseum Herzogenaurach)

Das Projekt am Gymnasium Herzogenaurach geht über das Praxisseminar und die „Ökoscouts“ hinaus und wird von der ganzen Schule gelebt. Geht man durchs Schulhaus, fallen viele Details auf, die im Rahmen des Projekts gewachsen sind. So steht neben der Bücherei ein Bücherregal, das Büchern ein zweites Leben schenkt. Schüler können hier ihre ausgelesenen Bücher für andere Schüler hineinstellen.

Der „Fair-o-mat“ verkauft fair gehandelte Produkte, arbeitet ohne Kühlung oder Beleuchtung und alle Münzprüfer funktionieren rein mechanisch.
Der „Fair-o-mat“ verkauft fair gehandelte Produkte, arbeitet ohne Kühlung oder Beleuchtung und alle Münzprüfer funktionieren rein mechanisch. // Filina Rieker

„Das Regal hat ein Lehrer gesponsert, der gerade umgezogen ist. Wir versuchen allen Dingen ein möglichst langes Leben zu schenken“, verrät Iberer. Als das Stadtmuseum Herzogenaurach auf die Schule zukam, um das Projekt „Upcycling-Weihnachtsbäume“ als Ergänzung zu der Weihnachtsausstellung in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium anzuregen, waren die Kunstlehrerin Alexandra Böhm und ihre drei Kollegen sofort begeistert von der Idee. Insgesamt entstanden vier Bäume, die von Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Jahrgangsstufe im Kunstunterricht gefertigt wurden. Mit all dem möchte das Gymnasium Herzogenaurach auch ein Vorbild für die Region sein.

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