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Problem bei Markt
Feuerwehr Höchstadt entsetzt: Weg für Retter versperrt
Zu wenig Platz für die Feuerwehr blieb beim Kirchweihmarkt.
Zu wenig Platz für die Feuerwehr blieb beim Kirchweihmarkt. // Feuerwehr Höchstadt
Höchstadt a. d. Aisch – Unmut bei der Feuerwehr löst das Verhalten mancher Markthändler am Sonntag aus. Die Retter mussten sich ihren Weg gegen Widerstand freiräumen. Was war geschehen?

Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn die Feuerwehr kommt, macht man Platz. Eigentlich. Denn als die Höchstadter Feuerwehr am Sonntag zum alten Rathaus ausrücken musste, war die Durchfahrt durch Marktstände versperrt. Und die Händler leisteten offenbar auch noch Widerstand gegen das Freiräumen des Rettungswegs. Die Retter sind entsetzt – und machen ihrem Unmut auf Facebook Luft.

Stadttor zu niedrig

Was war vorgefallen? Am Marktsonntag kurz nach 16.30 Uhr wurde die Feuerwehr Höchstadt zu einer Tierrettung alarmiert. Ein Jungstorch hing verletzt an einem Schneefanggitter auf dem Dach des alten Rathauses in der Marktbrunnenstraße fest. Zum Einsatz rückte die Drehleiter mit aus, schließlich sollte der Einsatz in luftiger Höhe stattfinden. Und für die ist die Durchfahrt des Torturms zu niedrig.

Weil der direkte Anfahrtsweg von der Feuerwache an der Großen Bauerngasse durch das alte Stadttor also nicht möglich war, wählte die Feuerwehr eine Anfahrtsroute von Norden her, die über die Hauptstraße und den Marktplatz führte. Dort fand am Sonntag allerdings der traditionelle Kirchweihmarkt statt. Zwischen den Buden und Marktständen, so schildert es die Feuerwehr auf Facebook, ging es allerdings so eng zu, dass die Drehleiter nicht durchkam.

Weigerung, die Stände abzubauen

Kurzerhand stiegen rund 10 Feuerwehrleute aus und machten sich zu Fuß auf den Weg durch die Budengasse, um die Standbetreiber zum Platzmachen aufzufordern, schildert Michael Ort. Ort ist Vorsitzender des Feuerwehrvereins und war beim Einsatz am Sonntag mit dabei. Denn auch das eingeschaltete Blaulicht und das Martinshorn bewegte einige der Händler nicht dazu, die Durchfahrt für das Feuerwehrfahrzeug so schnell wie möglich freizuräumen.

Teilweise half allerdings sogar die persönliche Ansprache durch die Feuerwehrleute nichts, wie Ort berichtet: „Da gab es teilweise Diskussionen und Widerstand. Einer hat behauptet, er brauche zwei Stunden zum Abbauen. Es solle die Polizei dazu geholt werden, sonst baue er seinen Stand nicht ab.“ In ihrer Not packten die Feuerwehrleute dann selbst zu und verschoben den fraglichen Marktstand unter Protest des Besitzers um ein Stück.

 

 

Michael Ort schätzt, dass die Anfahrtszeit zum Einsatzort durch das uneinsichtige Verhalten der Marktteilnehmer um 15 bis 20 Minuten verzögert worden ist. In einem Notfall ist das eine lange Zeit: Wäre es nicht „nur“ um einen verletzten Storch gegangen, sondern womöglich um ein Feuer oder Gefahr für Menschenleben, hätte diese Verzögerung über Leben und Tod entscheiden können. Oder darüber, ob ein Feuer im Keim erstickt werden kann oder sich zum Großbrand auswächst. Ein solcher hätte in der dicht bebauten Altstadt von Höchstadt verheerende Auswirkungen haben können.

Appell: Rettungswege freihalten

Das Verständnis für das Verhalten der Markthändler auf Seiten der Feuerwehrleute hält sich deswegen stark in Grenzen: „Wir als Feuerwehr sind einfach nur entsetzt und traurig über ein solch ignorantes Verhalten der Standbesitzer“, heißt es zu diesem Thema auf der Facebook-Seite der Höchstadter Floriansjünger. Und weiter: „Egal zu welchem Einsatzstichwort und zu welcher Dringlichkeit müssen die Rettungswege freigehalten werden.“

Der Einsatz und die Umstände, unter denen die Anfahrt stattfand, werden im Netz heiß diskutiert. Eine zentrale Frage der Kommentare auf Facebook an dieser Stelle: Hat das städtische Ordnungsamt womöglich bei der Abnahmekontrolle der Marktstände zum Marktauftakt geschlampt und nicht so genau hingeschaut? Eine Vermutung, der Olga Romaker im Namen der Stadt Höchstadt auf Anfrage des FT vehement widerspricht: Selbstverständlich habe eine ordnungsgemäße Abnahme des Marktes durch drei Mitarbeiter des Ordnungsamts und des kommunalen Bauhofs stattgefunden und „zu diesem Zeitpunkt waren die Abstände ordnungsgemäß über dem Mindestmaß von 3 Meter“.

Brandschutz hat höchsten Stellenwert

Diese Breite ist in einer Bayerischen Verordnung für Veranstaltungen verpflichtend vorgeschrieben und gilt landesweit. Im Verordnungstext heißt es: „Die lichte Breite der Gänge und der zugehörigen Ausgänge muss mindestens 3 m betragen“. Dass die Durchfahrt am späten Nachmittag dennoch zu schmal für die rund 2,50 Meter breite Drehleiter der Feuerwehr war, lässt aus Sicht der Stadt eine Schlussfolgerung zu: „Offensichtlich haben Marktbestücker unberechtigt nach der Abnahme ihren Stand erweitert“. In der Stellungnahme der Stadtverwaltung werden den dafür Verantwortlichen deswegen Konsequenzen angekündigt: Die betroffenen Markthändler würden bei zukünftigen Märkten von der Teilnahme ausgeschlossen, so Romaker.

Mit dem Fazit „Der Brandschutz hat bei öffentlichen Veranstaltung immer den höchsten Stellenwert“ endet die Erklärung von Seiten der Stadtverwaltung. Vielleicht regt die ganze Sache auch die Verursacher der Einsatzverzögerung zum Nachdenken an. Denn „schließlich kann jeder Mal in die Situation kommen, dass er Hilfe braucht und dann möchte man auch, dass diese schnell da ist“. So fasst ein Kommentator auf Facebook die Problematik treffend zusammen.

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