Südumfahrung
Herzogenaurach kontert Vorwürfe der Straßengegner
Ein Bus kämpft sich in Niederndorf durch den Verkehr.
Ein Bus kämpft sich in Niederndorf durch den Verkehr.
Foto: FT
Bernhard Panzer von Bernhard Panzer Fränkischer Tag
Niederndorf – Der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker bezieht Stellung zum Thema Südumfahrung. Vor allem eine Aussage wirkt verheißungsvoll.

Die Vorwürfe der Bürgerinitiative (BI) „Stopp Südumfahrung“ (siehe FT vom Freitag, „Zu erneutem Entscheid bereit“) veranlassen Bürgermeister German Hacker zu einer Stellungnahme. Darin verwehrt er sich unter anderem gegen die Aussagen, die Stadt und die Befürworter der Straße würden das Ergebnis des Bürgerentscheids nicht akzeptieren.

Ein Jahr Bindungsfrist

Hacker verweist darauf, dass der Bürgerentscheid, der wie ein Stadtratsbeschluss zu werten ist, einen Stop aller Aktivitäten der Stadtverwaltung bedeute. Dies sei mit Bindungsfrist auf ein Jahr damit so beschlossen worden. „Die Stadt hält sich dran“, so Hacker.

Auch räumt er mit dem „Märchen“ auf, die Stadt sei in Sachen Klimaschutz untätig. Schließlich habe man im Vorfeld schon viel gemacht. Der Bürgermeister nennt Beispiele: Es wurde der ÖPNV verstärkt, man treibt die Stadt-Umland-Bahn voran, Radwege werden gebaut und die E-Mobilität wird unterstützt.

Das Niederndorfer Dilemma

Das Niederndorfer Dilemma freilich bleibe bestehen, trotz all dieser Maßnahmen. Nicht eine etwaige Untätigkeit, so stellt Hacker fest, verhindere Verbesserungen, sondern die Blockade der Straßengegner. Eine Lösung könne nur die Südumfahrung darstellen.

Wenn gefordert werde, die Verkehrswende endlich anzugehen, sollte man sich nur einmal den Fahrzeugbestand in Deutschland anschauen, meint Hacker weiterhin. Eine aktuelle Statistik zeige, dass es so viele Autos gebe wie nie zuvor. In den letzten zehn Jahren sei der Bestand in Bayern um zwölf Prozent angestiegen. Auch E-Autos seien Autos, so Hacker. Und die fahren nun mal auf Straßen.

Busse stecken im Stau

Das Stadtoberhaupt betont, dass gerade die Südumfahrung den Öffentlichen Nahverkehr stärke. Bislang aber steckten die Busse in Niederndorf oftmals im Stau. Vor allem die Hauptlinie 201 nach Erlangen, aber auch die Linie 123 nach Fürth sei verspätungsanfällig. Das ignoriere die BI nach wie vor.

Vorwurf der Untätigkeit "ist grob falsch"

Die Stadt sei nicht untätig, dieser Vorwurf „ist grob falsch“. Ein großer Teil der Lösung sei schlicht für ein Jahr verhindert worden. 2023 werde man weiter sehen, sagt Hacker abschließend. Man müsse die Entwicklung im Stadtrat abwarten. „Der Beschluss ist nicht für die Ewigkeit“.

 

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