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Digitale Welt
Warum Oberreichenbach Referenzpunkt für den Landkreis ist
Der neue geodätische Referenzpunkt in Oberreichenbach besteht aus einem massiven Steinblock, auf dem Tafeln aus Metall angebracht sind. Für Beschilderung und Montage sind laut LDBV pro Referenzpunkt Kosten von rund 500 Euro fällig. Den Unterbau st...
Der neue geodätische Referenzpunkt in Oberreichenbach besteht aus einem massiven Steinblock, auf dem Tafeln aus Metall angebracht sind. Für Beschilderung und Montage sind laut LDBV pro Referenzpunkt Kosten von rund 500 Euro fällig. Den Unterbau stellt die Kommune bereit. // Bayerische Vermessungsverwaltung
Oberreichenbach – Wer hätte gedacht, dass man für die digitale Standortbestimmung einen großen Stein braucht? Ein solcher steht jetzt in Oberreichenbach als Anlaufstelle nicht nur für Wanderer, Radler und Geocacher.

Was hat Oberreichenbach mit Bad Tölz, Kulmbach, Schweinfurt und Lindau am Bodensee gemein? In all diesen Orten gibt es geodätische Referenzpunkte. In ganz Bayern sind davon 76 Stück verzeichnet – und in Oberreichenbach wurde jetzt Nummer 77 seiner Bestimmung übergeben.

Geodätischer Referenzpunkt: Handys und Navis kalibrieren

Jetzt kann man sich natürlich fragen: Wozu brauche ich einen geodätischen Referenzpunkt? Die Antwort: Handys und Navis brauchen solche Punkte. Zumindest dann, wenn man Wert darauf legt, dass von solchen Geräten angezeigte Koordinaten auch tatsächlich stimmen. Oder dass man sich wirklich genau an der Position befindet, die Navi oder Handykarte anzeigt.

Handys und Navis helfen Radlern und Wanderern dabei, sich in der Landschaft zurecht zu finden. Wer als Hobby Geocaching betreibt, ist dafür auf möglichst exakte Koordinaten angewiesen. Und an dieser Stelle kommt der geodätische Referenzpunkt ins Spiel: Dabei handelt es sich um eine fest im Boden verankerte Metallplatte mit einem Fadenkreuz. Wer sein Gerät hier ablegt, kann es gewissermaßen kalibrieren. Zukünftige Ortsangaben der Geräte funktionieren dann genauer als vor der Kalibrierung.

Ein geodätischer Referenzpunkt pro Landkreis

Der Freistaat Bayern strebt als Ziel an, in jedem Landkreis einen solchen frei zugänglichen Punkt einzurichten, teilt das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (LDBV) dazu mit. Für den Landkreis Erlangen-Höchstadt fiel die Wahl des Standorts auf Oberreichenbach auf Höhe der Tanzenhaider Straße 2. Ausflüglern dürfte diese Stelle bekannt sein: Nicht weit davon entfernt gibt es einen Bierkeller.

Der Standort sei „ideal gewählt“, erklärt dazu Ferdinand Roßmeier vom LDBV. Denn „Oberreichenbach liegt am Rand des Naturparks Frankenhöhe mit einer Vielzahl von Rad- und Wanderwegen“ und habe zugleich Anschluss an den Ballungsraum Nürnberg.

Ein weiter Weg aus Eckental

„Wir freuen uns natürlich, dass so ein Punkt in der Gemeinde installiert werden konnte“, sagt Oberreichenbachs Bürgermeister Klaus Hacker. Daraus könnte sich ein Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer entwickeln. Die benachbarten Kommunen, allen voran die Stadt Herzogenaurach, sind nicht neidisch, dass der Punkt ins kleine Oberreichenbach gekommen ist und nicht in die große Stadt: Ein geodätischer Referenzpunkt in unmittelbarer Nähe sei ausreichend, meint der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker.

Und auch in den weiter entfernteren Gemeinden fühlt man sich offenbar nicht benachteiligt durch die Wahl von Oberreichenbach am westlichen Rand des Landkreises. Etwa aus Eckental ist der Weg dorthin bedeutend weiter als ins zentral gelegene Heßdorf, wo sich bereits (wie berichtet) der geografische Mittelpunkt des Landkreises Erlangen-Höchstadt befindet. Bettina Dennerlohr, die Pressesprecherin der Gemeinde Eckental, sieht die Standortwahl aber dennoch locker: „Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat eine charakteristische, langgezogene Form. Daher ist es oft geografisch gar nicht möglich, solche Punkte zentral so anzusiedeln, dass sich für alle Bürger kurze Wege ergeben.“


Die Koordinaten des neuen geodätischen Referenzpunktes in Oberreichenbach lauten: 49 Grad und 35,3587 Minuten nördliche Breite und 10 Grad und 45,8795 Minuten östliche Länge. Der Punkt wurde auf einer Höhe von 351,10 Meter über Normalhöhennull angebracht.  Die Wahl des Standorts Oberreichenbach ist nach Angaben des LDBV das Ergebnis einer Bürgermeisterdienstbesprechung des Landkreises ERH. Die geodätischen Referenzpunkte in Bayern werden gewöhnlich an Stellen platziert, die eine geringe Abschattung von Satellitensignalen, eine freie Zugänglichkeit und eine hohe Besucherfrequenz aufweisen. Das sei in Oberreichenbach der Fall, so das LDBV. 

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