Verliehen wird dieser Titel vom Deutschen Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (Diind), einem privatwirtschaftlichen Marktforschungsinstitut in Hamburg. Wie genau sein Betrieb für den Titel „Arbeitgeber der Zukunft“ nominiert worden ist, weiß Hans-Günter Wirth selber nicht. Ihm liegt lediglich eine E-Mail des DUP-Magazins aus Berlin vor, das bei der Vergabe des Titels „Arbeitgeber der Zukunft“ mit dem Diind kooperiert. Darin heißt es: „Wir bekommen von verschiedenen Seiten Unternehmen vorgeschlagen, die sich zur Teilnahme eignen.“ Beispielsweise könnte der Tipp von einem zufriedenen Kunden gekommen sein, heißt es in der E-Mail weiter.
Zukunftsorientierte Kultur im Vordergrund
Auf seiner Internetseite informiert das DUP-Magazin, dass „Arbeitgeber der Zukunft“ bei fünf Bewertungskriterien punkten: Moderne Führung, Innovationskraft, Stand der digitalen Transformation, Mitarbeiterfreundlichkeit und Strategien fürs Recruiting. Das Diind wiederum erklärt den weiteren Prozess, der zur Vergabe des Titels führt, auf Nachfrage folgendermaßen: „Wir haben ein Team von geschulten Prüfenden, welche sich der Unternehmensprüfung mit einem standardisierten Verfahren widmen. Die Nominierung als ‚Arbeitgeber der Zukunft‘ erfolgt nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Unternehmen, bei der eine zukunftsorientierte, arbeitnehmerfreundliche Kultur im Vordergrund steht“.
Hans-Günter Wirth geht davon aus, dass seine fortgesetzten Bemühungen zur Digitalisierung seines Betriebs eine Rolle für die Auszeichnung gespielt haben. So wurden herkömmliche Zimmerschlüssel mit ihren klobigen Anhängern bereits vor über zehn Jahren abgeschafft zu Gunsten von digitalen Zimmerkarten. Die heute bereits wieder abgelöst werden von einer Steuerung über das Handy, mit der Gäste die Hoteleingangstür und ihre Zimmertür mit Wischen auf dem Display des Mobiltelefons entriegeln können.
Alles läuft über das Handy
Von der Buchung eines Zimmers oder eines Tischs in der Gaststätte bis zum Bezahlen beim Auschecken – alles läuft beim Hotel Löwenbräu übers Handy. Natürlich können die Gäste auch auf herkömmlichem Wege buchen und zahlen, aber die digitale Variante ist möglich und wird nach Angaben von Maria und Hans-Günter Wirth besonders von den Stammgästen rege genutzt. „Der Hotelgast hat das dann schöner: Er kann so spät kommen, wie er will. Und auch früh um 6 Uhr abreisen, wenn die Rezeption noch nicht besetzt ist“, erklärt Maria Wirth. Sie führt als weiteren Punkt die Digitalisierung der Arbeitszeiterfassung und Urlaubsplanung für die Mitarbeiter an: „Wir sind mit der Technik überall vorne dran.“
Das spare nicht nur händische Arbeit und längere Telefonate, sondern reduziere auch das Risiko für Fehler. Wenn Mitarbeiter beim Aufräumen und Saubermachen in einem Hotelzimmer einen Defekt feststellen, werde dieser digital erfasst. Die Meldung gehe dann direkt an den Hausmeister, der sich um die Reparatur kümmere. Vorteil aus Sicht der Inhaber: Es müssen keine Zettel aus Papier mehr hin- und herlaufen. Auch die Brautechnik sei auf dem neuesten Stand, ergänzt Hans-Günter Wirth. Auf dem Parkplatz vor der Gaststätte stehen sechs Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung.
Rund 14.000 Unternehmen ausgezeichnet
In den vergangenen sechs Jahren wurden nach eigenen Angaben des Diind rund 14.000 Unternehmen als „Arbeitgeber der Zukunft“ ausgezeichnet. Eines davon befindet sich jetzt im Adelsdorfer Ortsteil Neuhaus an der Aisch.
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