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Einzelhandel in der Innenstadt
Optiker gerettet: Zukunft für „W&W Optik“ in Herzogenaurach
Lydia Baier und Inge Weiß im Geschäft in Herzogenaurach
Lydia Baier und Inge Weiß im Geschäft in Herzogenaurach // Manfred Welker
Signet des Fränkischen Tags von Dr. Manfred Welker
Herzogenaurach – Inge Weiß übergibt „W&W Optik“ an Lydia Baier. Die Mitarbeiterin möchte das Geschäft fortführen. Wie sich „W&W Optik“ zu einem Traditionsladen in Herzogenaurach etabliert hat.

Nach rund 31 Jahren Wirkens übergibt Inge Weiß ihr Geschäft „W&W Optik“ an ihre langjährige Mitarbeiterin Lydia Baier. Am Freitag, 31. Januar 2025, wird der Übergang der Geschäftsleitung gemeinsam mit den Kunden und Mitarbeitern mit Sekt und Häppchen gefeiert. Das Anwesen Hauptstraße 22 war stets ein Geschäftshaus und wurde von den Herzogenaurachern nach dem Nagelschmied Thomas Krautheim, der das Anwesen Mitte des 19. Jahrhunderts besaß, als „Nagelschmiedshaus“ tituliert.

Nach einem Besitzerwechsel wurde das Haus von Metzgermeister Konrad Dörrfuß 1859/1860 neu erbaut. Danach gab es mehrere Besitzer mit verschiedenen Professionen, 1924 ging darin der Kaufmann Christian Nagel seinem Geschäft nach, während der 1930er-Jahre war es die Adresse von Schneider Adam Kern, und in den 1950er-Jahren von Sport-Hoffmann. Anna Ströbel hatte im rückwärtigen Bereich ihr Geschäft für Metzgereibedarf.

Ausbildungsbetrieb: Augenoptiker in Herzogenaurach

Seit dem 9. September 1993 berät darin Inge Weiß mit ihrem Team Kunden beim Kauf von Brillen. Aber bevor das Geschäft in Betrieb gehen konnte, war viel Eigenleistung gefragt, vor allem ihr Mann Volker Walz und seine Brüder leisteten umfangreiche Arbeiten, um aus dem Haus ein Schmuckstück in der Innenstadt zu machen und es an die Erfordernisse für das Optikergeschäft anzupassen. Auch die Einbauten und die Holzarbeiten wurden von ihnen passgenau angefertigt.

Den Start in die Selbstständigkeit wagte Inge Weiß 1993 mit einer Mitarbeiterin; mittlerweile sind drei Meister, vier Augenoptiker und eine Bürokraft im Geschäft tätig. Der Betrieb war immer ein Ausbildungsbetrieb, obwohl es nicht immer einfach war, für das Handwerk Auszubildende zu finden. Zwei davon tragen jetzt den Meistertitel und eine hat sich selbstständig gemacht.

Herzogenaurach: Inge Weiß gründet „herzo Geschäftsfrauen“

Auch die designierte Nachfolgerin Lydia Baier ist bereits seit mehr als zehn Jahren im Betrieb und daher bei den Kunden gut bekannt. Besonders die Weiterbildung für Mitarbeiter wurde groß geschrieben und von ihnen gerne angenommen. Zu den Erweiterungen des Berufsumfelds zählten auch regelmäßige Besuche mit allen Mitarbeitern auf Messen, aber auch Betriebsausflüge etwa nach Paris, Prag, Oslo, Sylt und zu diversen Musicals.

Darüber hinaus engagierte sich Inge Weiß in der Gruppe „herzo Geschäftsfrauen“ und führte mit anderen Geschäftsfrauen zum Frauentag das Frühstück und die „Cocktail time“ ein. Zum Umbau der Hauptstraße während der Jahre 2002 und 2003 stellte Geschäftsinhaberin Inge Weiß mit ihrer Truppe das bekannte Motiv der Bauarbeiter aus New York auf der Trägerkonstruktion eines Wolkenkratzers nach und befestigten das Foto als Banner über der Ladenfassade.

Ein Blickfang des Geschäfts waren stets die ansprechend dekorierten Schaufenster, zu deren Erfolg ihre Freundin Steffi Schwarz beitrug. Für das am besten gestaltete Fenster eines Geschäfts in Deutschland wurde die ganze Belegschaft sogar nach Barcelona zu „etnia“ eingeladen. Heute können sich ab 12 Uhr Kunden von Inge Weiß verabschieden und der neue Inhaberin Lydia Baier einen guten Start wünschen.

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