Der Musikinstrumentenhersteller Karl Höfner GmbH & Co. KG mit Sitz in Baiersdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt) hat beim Insolvenzgericht Fürth Eigeninsolvenzanträge gestellt. Das Gericht ordnete die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte Rechtsanwalt Hubert Ampferl zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb werde fortgeführt, teilte das Unternehmen mit.
Ampferl kündigte an, den Betrieb in den nächsten Wochen zu stabilisieren und Investoren für eine langfristige Sicherung des Betriebs vor Ort zu suchen. Nach Unternehmensangaben sind derzeit 54 Mitarbeiter beschäftigt; die Gehälter seien für Dezember bis Februar über Insolvenzgeld abgesichert.
Gitarrenbauer Höfner Baiersdorf insolvent: So geht es weiter
Als Gründe für die Schieflage nennt Höfner rückläufige Auftragseingänge und eine deutlich schwächere Nachfrage im Markt. Besonders das Exportgeschäft – zuletzt rund 65 Prozent des Umsatzes von etwa 6,5 Millionen Euro – habe sich abgeschwächt, unter anderem wegen veränderter Zollbedingungen und der US-Zollpolitik. Der Umsatzrückgang habe eine Finanzierungslücke gerissen, die kurzfristig nicht zu schließen gewesen sei.
Parallel liefen bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. In einem öffentlichen Statement erklärte Höfner zudem, Produktion und Vertrieb würden nicht eingestellt; auch Service und Gewährleistungen sollen weiter gewährleistet werden. Die juristische Seite ist das eine, das andere ist das Instrument. Für Musiker ist es mehr als ein Gegenstand – es wird zum Begleiter und Freund, oft ein Leben lang.
Bubenreuth: Neustart für Höfner 1949 in Franken
Höfner verstand es, genau solche Instrumente zu bauen, die Musiker begeistern. Die Geschichte des Hauses reicht bis 1887 zurück. Nach Krieg und Vertreibung begann der Neustart in Franken: 1949 wurde in Bubenreuth der Grundstein für eine Geigenbauersiedlung gelegt, zu Weihnachten 1950 nahm die neue Höfner-Fabrik den Betrieb auf. In den 1950er-Jahren knüpfte das Unternehmen wieder Exportkontakte, die Auftragsbücher füllten sich.
Mit Rock ’n’ Roll wuchs die Gitarrenfertigung rasant; Modelle wie „President“, „Committee“ und der Violin Bass entstanden in dieser Phase. Weil die Kapazitäten in Bubenreuth trotz Erweiterungen nicht mehr reichten, baute Höfner ein zusätzliches Werk im nahe gelegenen Hagenau – dort wird bis heute ein wesentlicher Teil der fränkischen Fertigung verortet.
Ikone durch Beatle-Bass von Paul McCartney
Weltweit bekannt wurde Höfner mit dem 500/1, dem Violin Bass: 1956 vorgestellt, wurde er als „Beatle-Bass“ zur Ikone, weil Paul McCartney ihn seit den frühen 1960er-Jahren spielte. Ein Detail abseits der üblichen Erzählung: Höfner nutzte den Ruhm der Beatles auch in der Werbung – und ließ an viele Instrumente einen Karton-Anhänger hängen mit McCartneys Porträt und Autogramm sowie dem Gruß „Wishing you every success with this guitar“.
Auch jenseits der Beatles fand die Marke prominente Fans: Chris Rea widmete Höfner sogar ein Album. Für Franken ist Höfner mehr als ein Traditionsname. Instrumente „Made in Franken“ gingen von Bubenreuth und Hagenau in die Welt und machten den fränkischen Instrumentenbau international sichtbar.
Höfner Insolvenz: Hoffnung auf Fortbestand
Zugleich hängt dieses Handwerk am Werkstoff Holz. Ob diese Verbindung aus Handwerk, Standort und Weltruf in Baiersdorf/Hagenau fortgeschrieben werden kann, soll sich nun im Sanierungsverfahren entscheiden.














