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Kredite für Herzogenaurach
600-Millionen-Finanzspritze: Wofür Puma das Geld braucht
Puma
Gute Nachrichten aus Herzogenaurach: Wie der Sportartikelkonzern Puma meldet, konnte er sich eine neue Finanzierung sichern - in Millionenhöhe. Was das bedeutet. // Foto: Sven Hoppe/dpa
Herzogenaurach – Frisches Geld für Puma in Herzogenaurach: Der angeschlagene Sportartikelkonzern vermeldet, sich nun 600 Millionen Euro an neuen Geldern sichern zu können. Was darüber bekannt ist – und was nicht.

Weihnachten scheint in Herzogenaurach in diesem Jahr früher einzuziehen. So zumindest liest sich die Meldung, mit der Puma-Finanzchef (CFO) Markus Neubrand sein Unternehmen am Donnerstagabend in die Schlagzeilen bringt. „Puma SE sichert sich zusätzliche Finanzierung in Höhe von 500 Millionen Euro und weitere bestätigte Kreditlinien in Höhe von 108 Millionen Euro“, ist da zu lesen. Doch was heißt das?

Puma Herzogenaurach: Was bedeuten neue Millionen?

Nach den anhaltenden Verkaufsgerüchten (fraenkischertag.de berichtete) bemüht sich das Unternehmen um gute Nachrichten. Und wie ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage bestätigt, seien diese durchaus gute Nachrichten. Konkret habe Puma einen zusätzlichen Finanzierungsrahmen in Höhe von 500 Millionen Euro von der Santander Corporate & Investment Banking (Santander CIB) garantiert bekommen. Darüber hinaus 108 Millionen Euro von anderen Organisationen. Laufzeit jeweils: zwei Jahre.

Ende Oktober hatte Puma seine Zahlen für das abgelaufene Quartal vorgestellt und einen weiteren Abwärtstrend verkünden müssen. So ging der Umsatz bis September um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter zurück (auf 5,97 Milliarden Euro). Ganz im Gegenteil zum Rivalen Adidas, der im gleichen Zeitraum zulegen konnte. Gleichzeitig steigt die Nettoverschuldung von Puma auf mehr als 1,2 Milliarden Euro und der neue Puma-CEO Arthur Höld muss ein negatives Konzernergebnis von fast -309 Millionen Euro verkünden.

Neue Luft für strauchelnden Sportartikelkonzern

Diese frischen Gelder sollen dem Unternehmen nun wieder mehr Flexibilität verleihen, wie CFO Neubrand sagt. Die ist auch wichtig, denn die 1,2 Milliarden Euro schweren Kreditverpflichtungen laufen weiterhin. Diese neuen Gelder sollen nun dem finanziell angeschlagenen Sportartikelkonzern die Luft verschaffen, seine Finanzierungsstruktur langfristig wieder auf festen Boden zu stellen. So die Idee.

Finanzchef Markus Neubrand: „Die Tatsache, dass unsere Bankpartner ihr Engagement und ihre Geschäftsbeziehung weiter ausgebaut haben, unterstreicht das Vertrauen in unser zukünftiges Geschäftsmodell und die strategische Ausrichtung“, sagt er. Wie genau diese strategische Ausrichtung aussehen wird, ist derzeit offen.

Die von Puma lancierte frohe 600-Millionen-Botschaft beantwortet diese Frage auf den ersten Blick nicht. Fakt ist aber, dass die Finanzierung nicht als Formalakt anzusehen ist, sondern als klares Zeichen, dass Puma sich in einer finanziell angespannten und strategisch offenen Lage zusätzliche Luft und Optionen verschafft. Ob für einen eigenständigen, langen Turnaround oder als Vorbereitung darauf, bei einem möglichen Verkauf als verhandlungsstarker Kandidat aufzutreten.

 

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