0
Erlangens größter Arbeitgeber
Bald ohne Healthineers: So will Siemens noch mehr wachsen
Immer noch größter Arbeitgeber der Region: Bei Siemens in Erlangen arbeiten mehr als 20.000 Menschen.
Zu den künftigen Investitionen zählt auch das Mammutprojekt Siemens Campus in Erlangen. // Foto: Adelheid Wagner
Erlangen/München – Nach der Nachricht über die Abspaltung von Healthineers zeigt Siemens sich optimistisch: Was das Unternehmen plant.

Besser, schneller, weiter: So lautet der Tenor auf dem Kapitalmarkttag der Siemens AG, bei dem am Donnerstagmorgen die Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr vorgestellt wurden.

„Heute ist Siemens stärker denn je“, betont CEO Roland Busch. „Unsere Strategie funktioniert. Wir wachsen, indem wir die reale und digitale Welt miteinander verbinden.“

Demnach hat das Unternehmen 2025 das dritte Mal in Folge einen Rekordgewinn eingefahren. 10,4 Milliarden Euro verdiente das Unternehmen in diesem Jahr, da sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Der hohe Gewinn ist auch auf einen Sondereffekt aus dem Verkauf des Elektromotorenkonzerns Innomotics zurückzuführen, der im ersten Quartal wirksam geworden war.

Siemens verkündet Rekordgewinn für 2025

Siemens wolle künftig weiter daran arbeiten, sein Portfolio zu straffen. Dazu gehört auch die Entscheidung, weitere 30 Prozent der Anteile an Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers abzustoßen, die schon am Mittwoch verkündet worden war. „Die Entkonsolidierung von Siemens Healthineers wird langfristigen Wert für alle Aktionäre freisetzen, da beide Unternehmen ihr Wachstumspotenzial voll ausschöpfen können“, erklärt Busch.

Siemens wolle sich künftig mehr auf Digitalisierung und KI fokussieren. „Eine Digitalisierung, wie wir sie bei Siemens betreiben, lässt sich auf den Gesundheitsbereich nicht übertragen“, so Busch. Healthineers sei jedoch ein „MedTech Champion“, der für den Kapitalmarkt attraktiv sei. Weitere Details zur Abstoßung soll es im zweiten Quartal 2026 geben. 

Roland Busch Siemens
CEO Roland Busch verkündete die Entscheidung über Siemens Healthineers am Abend vor dem Kapitalmarkttag. // Siemens

„Neue Struktur, neue Märkte, neue Produkte“, zählt Busch auf. „Siemens ist in die nächste Wachstumsphase eingetreten.“ Für das kommende Jahr gehe das Unternehmen von einer Stabilisierung des konjunkturellen Umfelds aus. Es sei also zu erwarten, dass das Wachstum etwa auf dem Vorjahresniveau bleiben werde. Allerdings, so Finanzvorstand Ralf P. Thomas, müsse man damit rechnen, dass Währungseffekte 2026 eine „starke Belastung“ darstellen könnten. Negative Auswirkungen durch die Abstoßung von Healthineers erwarte man nicht. „Da sind wir sehr zuversichtlich“, so Thomas. 

One-Tech-Strategie: Siemens will mehr in China investieren

Neben den Zahlen stellt Siemens auch seine One-Tech-Strategie vor, die Strukturen und Prozesse vereinfachen und dadurch zu einem schnelleren Wachstum beitragen soll. Mit dem Programm lege man das Fundament für „schnellere Innovationen und höheres profitables Wachstum“, so Busch. Daneben will Siemens in Märkten wie China und den USA investieren – aber auch in Deutschland. Dazu gehört auch das Mammutprojekt Siemens Campus im Erlanger Süden. Auf einer Fläche von 540.000  Quadratmetern entsteht hier bis in die 2030er Jahre hinein ein moderner Stadtteil mit Bürogebäuden, Grünflächen, Wohnungen und moderner Infrastruktur. 

So positiv Siemens die Situation beim Kapitalmarkttag auch darstellt, hatte das Unternehmen 2025 auch für negative Neuigkeiten zu verbuchen. So hatte das Unternehmen im Juli bestätigt, bayernweit 1600 Stellen abbauen zu wollen, rund 400 davon in Erlangen, wo Siemens als größter Arbeitgeber rund 25.000 Menschen beschäftigt. Betriebsbedingte Kündigungen solle es dabei aber nicht geben. Den Abbau will das Unternehmen bis Ende 2027 vollzogen haben. 

 

Inhalt teilen
  • kopiert!