Lange wurde spekuliert, nun herrscht endlich Gewissheit: Siemens Healthineers löst sich vom Mutterkonzern Siemens AG. Schon Anfang des Jahres hatte sich die Entwicklung angedeutet, als Siemens angekündigt hatte, einen großen Teil seiner Anteile an der Tochterfirma veräußern zu wollen.
Bei der Jahrespressekonferenz der Siemens Healthineers AG Anfang November hatte Healthineers-CEO Bernd Montag noch „Klarheit“ gefordert und das Unternehmen als mehr als „nur eine Medizintechnik-Tochter der Siemens AG“ bezeichnet. Die Entscheidung traf am Mittwoch nun der Aufsichtsrat der Siemens AG.
Siemens AG stößt Siemens Healthineers ab
Aktuell hält das Unternehmen noch 67 Prozent der Healthineers-Aktien. Wie mehrere Medien berichten, sollen nun 30 Prozent verkauft werden. Die Anteile sollen dabei in Form einer Direktabspaltung an eigene Aktionäre abgegeben werden.
Statt auf Medizintechnik, die bisher rund 30 Prozent des Umsatzes ausgemacht hatte, will Siemens sich künftig mehr auf Automatisierung und Elektrifizierung fokussieren. Das Geld aus dem Aktienverkauf will der Technologieriese nutzen, um beispielsweise neue Softwareakquisitionen zu tätigen. Die Entscheidung reiht sich in eine jahrelange Umstrukturierung bei Siemens ein. Auch Siemens Energy war erst 2020 von der Siemens AG abgespalten worden.
Auswirkungen auf Forchheim und Erlangen noch unklar
Für Siemens Healthineers mit seinen Standorten in Erlangen, Forchheim und Röttenbach dürfte die Entscheidung eine gute Nachricht sein. Schließlich sei man laut CEO Bernd Montag „2018 an die Börse gegangen, um ein eigenständiges Unternehmen zu etablieren“.
Welche Auswirkungen die Entscheidung auf die fränkischen Standorte hat, bleibt abzuwarten. Jedoch zeigten sich Pressestelle und Betriebsrat von Healthineers wegen der Spekulationen wenig aufgeregt. Sorgen macht man sich hier bisher scheinbar nicht. Eine mögliche Namensänderung nach einem Ausstieg wollte Montag bei der Jahrespressekonferenz noch nicht bestätigen, diesen müsse man „in Ruhe überlegen“.














