Der Abwärtstrend beim Sportartikelhersteller Puma setzt sich fort. Bei einer Pressekonferenz im Headquarter in Herzogenaurach stellt das Unternehmen am Donnerstagvormittag die Zahlen für das dritte Quartal vor: Im Zeitraum von Januar bis September ging der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zu 2024 um 8,5 Prozent auf 5,97 Milliarden Euro zurück.
Job-Beben bei Puma: Was bisher bekannt ist – und was nicht
Schon seit einiger Zeit kämpft Puma dagegen an, von seinen Konkurrenten Adidas und Nike immer weiter abgehängt zu werden. Erst im Frühjahr 2025 hatte das Unternehmen sich von CEO Arne Freundt getrennt und im Juli die Erwartungen für das Geschäftsjahr 2025 nach unten korrigiert. Neben dem Abwärtstrend der Aktie und einbrechenden Umsätzen hatte die Raubkatze vor allem mit dem Sparprogramm „Nextlevel“ für Aufregung gesorgt und 2025 bereits 500 Stellen abgebaut. Bei der Vorstellung der neuen Zahlen folgt nun erneut eine Schocknachricht: Weitere 900 Stellen sollen gestrichen werden.
Stellenabbau bei Puma auch in Herzogenaurach?
Genaue Details wollen der neue CEO Arthur Hoeld und Chief Financial Officer Markus Neubrand bei der Quartalsbilanz nicht nennen. Klar ist jedoch: Von weltweit 7000 Jobs in der Verwaltung sollen 900 gestrichen werden. Bis Ende 2026 will das fränkische Unternehmen also insgesamt 1400 Jobs abgebaut haben. Ob und wie hart es den Hauptstandort Herzogenaurach treffen wird, bleibt erst einmal unklar. Auch auf erneute Nachfrage äußert das Unternehmen sich nicht weiter dazu, wie sich die 900 Stellen verteilen werden oder wann man plant, mit dem Abbau zu beginnen. Jedoch dürfte ein großer Teil der Verwaltung im Headquarter in Herzogenaurach angesiedelt sein.
Insgesamt lässt Hoeld unkommentiert, wie genau der weitere Sparplan aussehen soll. „Aber ich kann versichern, dass wir ihn mit äußerster Sorgfalt umsetzen“, betont der CEO, der vor seinem Amtsantritt bei Puma Vorstandsmitglied beim direkten Konkurrenten und Nachbarn Adidas war. „Die Kosten und Einsparungen des erweiterten Programms werden weiterhin evaluiert. Zusätzliche Details werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben“, heißt es vom Unternehmen.
Puma Herzogenaurach: Unternehmen verzeichnet Verluste
Das Ziel für das Unternehmen sei klar, so Hoeld: „Wir werden in der Zukunft wieder eine der Top-3-Marken der Welt sein.“ Doch der Weg wird wohl kein leichter sein. Das Jahr 2025 verbucht Puma als „ein Jahr des strategischen Resets“, ein Neustart soll dem strauchelnden Unternehmen also zurück an die Spitze verhelfen. Nach dem Reset soll 2026 der Übergang folgen. Ab 2027 schließlich will das Unternehmen endlich wieder Gewinne verbuchen.
Ein großes Problem, so CEO Arthur Hoeld, sei die zu geringe Nachfrage nach Puma-Produkten, aber auch die Überschwemmung der Märkte über Großhändler. Puma sei hier „überrepräsentiert“ gewesen. Dadurch würden unter anderem viele Artikel aus alten Saisons angeboten. „Wir haben zu viele Produkte“, merkt Hoeld außerdem an. Welche davon die Puma-Ikonen sind, sei vielen Konsumenten nicht klar. „Konsumenten wissen nicht genau, wofür Puma als Marke steht“, kritisiert der neue CEO, der erst im Juli den Posten übernommen hatte.
Puma strafft Sortiment und fokussiert sich auf Fußball
Maßnahmen des Unternehmens zielen nun unter anderem auf „die Reduzierung von Umsätzen mit Großhandelsgeschäften“ und auf den „Abbau von übermäßigen Lagerbeständen“ ab. Das Sortiment soll gestrafft, die Puma-Klassiker deutlicher auf dem Markt platziert werden.
Wann Puma in den vergangenen Jahren vom Weg abgekommen ist, will Hoeld nicht weiter kommentieren. Der Fokus soll auf der Zukunft liegen, das wird bei der Vorstellung der Zahlen schnell klar. Dass die Probleme allerdings hausgemacht sein dürften, lässt ein Blick zum Nachbarn mit den drei Streifen vermuten. Bei Adidas, das seine Zahlen für das dritte Quartal einen Tag zuvor vorgestellt hatte, stieg der währungsbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr immerhin um satte zwölf Prozent auf rund 6,63 Milliarden Euro.
Neben dem Sparprogramm und der Straffung des Sortiments nennt Hoeld auch die Neubesetzungen im Management in den vergangenen Monaten als direkte Maßnahme, um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken.
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Künftig wolle Puma sich außerdem mehr auf die Bereiche Fußball, Training, Running und Sportmode konzentrieren. Konkrete Pläne, bestimmte Sportarten nicht mehr zu bedienen, gebe es derzeit aber nicht.
„Ich glaube fest an das, was Puma zu bieten hat und an das Potenzial der Marke“, sagt Hoeld. Doch Puma sei „zu kommerziell“ geworden. Der Fokus liege nun darauf, Puma wieder attraktiver zu machen. „Kunden müssen über Puma sprechen und stolz sein, die Marke zu tragen“, so Hoeld.















