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Leser-Umfrage
Mobilfunk: Wo das Netz in ERH Schwächen hat
Ein Funkmast steht in Schirnsdorf. Vodafone will hier zusätzliche 5G-Antennen installieren.
Ein Funkmast steht in Schirnsdorf. Vodafone will hier zusätzliche 5G-Antennen installieren. // Elke Stumpf
Signet des Fränkischen Tags von Alika Reiner
Wachenroth – In den Gemeinden Mühlhausen und Wachenroth sind mehrere Teilnehmer des Heimat-Monitors unzufrieden dem Mobilfunknetz. Ein Test in Wohngebieten sorgt für Klarheit.

„Schlechter Empfang“ oder „Mobilfunknetz müsste besser ausgebaut sein“. So lauten einige der negativen Stimmen aus der Leser-Umfrage des FT. Im Rahmen des Heimat-Monitors zeigte sich vor allem bei den Gemeinden Mühlhausen und Wachenroth  eine gewisse Unzufriedenheit. Aber wie begründet ist diese?

 Laut dem Telekommunikationsunternehmen Vodafone werden  99,9 Prozent der Haushalte in den beiden Gemeinden erreicht. O2 bietet seinen Kunden in Mühlhausen und Wachenroth ein voll ausgebautes Mobilfunknetz. Und von der Telekom heißt es: „Die Haushaltsabdeckung der Telekom liegt im Landkreis Erlangen-Höchstadt sogar bei 99,6 Prozent“, so Telekom-Kommunikationsmitarbeiter Markus Jodl.

Man sei sich aber dessen bewusst, dass es eine fortwährende „Baustelle“ sei. „Im vergangenen Jahr nahm der Datenverkehr in unserem Netz wieder um 30 Prozent zu. Dementsprechend müssen wir unser Netz immer weiter ausbauen. Der Kunde ist der Architekt des Netzes. Wir suchen deshalb fortlaufend neue Standorte“, erklärt Telekom-Pressesprecherin Lena Raschke. Ein Blick auf die Bundesnetzkarte zeigt keine Funklöcher, sondern stellt die Netzabdeckung in der Region eher rosig dar.

Ausbaufähige Gebiete

Ziemlich ähnlich sieht Mühlhausens Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) die Situation: „Eigentlich haben wir in den Gemeinden Mühlhausens eine sehr gute Netzabdeckung. Mit dem Funkmast in Schirnsdorf sowie bei Treppendorf-Oberköst wird eine gute Haushaltsabdeckung erreicht. Lediglich in Decheldorf gibt es ein paar Gebiete, die ausbaufähig sind. Aber wir als Kommune haben da so gut wie keine Chance, etwas dran zu ändern.“  

Auch Reiner Braun, Bürgermeister Wachenroth (LOK), sieht die Lage sehr entspannt: „Insgesamt hat Wachenroth mit seinen Gemeindeteilen eine gute Netzabdeckung. Natürlich gibt es auch bei uns ein paar Stellen, die nicht ganz optimal sind. Das betrifft beispielsweise Oberalbach, Unteralbach und Weingartsgreuth. Das ist topographisch bedingt durch den Funkmast unterhalb der Autobahn.“

Der Empfang  in Wachenroth.
Der Empfang in Wachenroth. // Elke Stumpf

Sind das alles bloß schön dargestellte Angaben? Oder ist die Netzabdeckung wirklich so gut?  Ausgerüstet mit drei Testgeräten macht sich die FT-Reporterin auf den Weg. In diesen stecken Sim-Karten von „1&1“, „Aldi talk“ und „Klarmobil“. Die gute Nachricht vorweg: Bei Fahrten durch Wohngebiete in Mühlhausen und Wachenroth  ist die Autorin auf kein echtes Funkloch gestoßen.

Allerdings bieten die verschiedenen Netze tatsächlich eine unterschiedliche Abdeckung. Hatte beispielsweise das Handy, welches über „Klarmobil“ auf das Netz von Vodafone zugreift, vollen Ausschlag, sah es bei den Handys mit „1&1“ sowie „Aldi talk“ (beide O2) deutlich schlechter aus. Das Netz von Vodafone hatte in beiden Gemeinden eine sehr gute Abdeckung. Das Netz von O2 hingegen schwächelte tatsächlich in einigen Bereichen in beiden Gemeinden.

Hier war der Empfang im unteren bis maximal mittleren Bereich. Insgesamt zeigte sich in beiden Gemeinden das gleiche Bild: Die getesteten  Netze waren weitgehend gut bis sehr gut, lediglich um die Schule in Wachenroth herum zeigten sie Schwächen. Die Anzeige im Display ist das eine.

Drei weitere Bauprojekte

Und wie sieht es bei der Nutzung aus?  Die Testanrufe waren von allen Standorten aus problemlos möglich. Bei Nutzung mobiler Daten konnten zumindest einfache Anwendungen ausgeführt werden.

In den Gebieten mit schlechtem Empfang könnte die magere Internetgeschwindigkeit aber unter Umständen für die eine oder andere Einschränkung sorgen. Bewegtbilder streamen oder größere Dateien zu transferieren dürfte hier aber nur mit deutlichen Verzögerungen möglich sein.  An der Optimierung der Netze arbeiten nach Rücksprache mit den diversen Netzanbietern alle.

„Allein bis Mitte 2024 werden wir drei weitere Bauprojekte im Vodafone-Netz im Landkreis realisieren, um die mobilen Datenautobahnen weiter auszubauen. Im Rahmen dieser Infrastrukturoffensive werden wir das 5G-Netz weiter ausbauen, indem wir zusätzliche 5G-Antennen an den Stationen in Marloffstein, Heroldsberg und Mühlhausen-Schirnsdorf installieren und in Betrieb nehmen“, erläutert beispielsweise Vodafone-Konzernsprecher Volker Petendorf.

Pläne durchleuchten

Gemeinsame Standorte, eigene Technik „Die drei Netzbetreiber stehen in einem knallharten Wettbewerb – jeder baut sein eigenes Netz und jeder möchte seinen Kunden vor Ort das beste Netz bieten“, verrät Petendorf. Infrastrukturen wie Funkmasten oder Dächer von Gebäuden würden oftmals gemeinsam genutzt, aber jeder Anbieter betreibe seine eigene Technik an den Standorten.

Fazit: Gerade in ländlichen Regionen lohnt es sich, vor Abschluss eines Mobilfunkvertrages, Netzabdeckung und Ausbaupläne des Anbieters zu durchleuchten. Oder man sucht sich einen Serviceprovider, bei dem auch während der Vertragslaufzeit der Netzbetreiber gewechselt werden kann.

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