Der geplante Neubau der Höchstadter Außenstelle des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt werde für die Bürger aus der Region um die ehemalige Kreisstadt „ein Quantensprung“, kündigte Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Kreisausschusssitzung an. Im kommenden Februar soll der auf 23 Millionen Euro veranschlagte Bau beginnen und nach zwei Jahren bezogen werden.
Landratsamt Höchstadt: Neubau für 23 Millionen Euro beschlossen
Quer durch alle Fraktionen waren die Kreisräte im Ausschuss begeistert von der Planung des Regensburger Architekturbüros Dömges, die ihnen Andreas Münzhuber präsentierte. So fiel es ihnen leicht, für die Kreistagssitzung am Freitag, 18. Juli, einen einstimmigen Empfehlungsbeschluss zu fassen. Das 23-Millionen-Projekt soll jetzt so angegangen werden, wie es die Regensburger Architekten vorstellten.
Optimale Nutzung des Grundstückes
Der modernen Landratsamt-Zentrale in Erlangen werde die neue Filiale in der Großen Bauerngasse in Höchstadt nicht nachstehen, kündigte Münzhuber an. Landrat Tritthart sieht in den kommenden Jahren noch mehr Aufgaben auf die Landratsämter zukommen. Um dafür gerüstet zu sein, brauche man auch Erweiterungsmöglichkeiten. Am Standort Erlangen sei das nicht möglich, in Höchstadt soll es anders werden.
Das wird es wohl auch. Das 10.000-Quadratmeter-Grundstück soll optimal genutzt werden. Um möglichst wenig Fläche zu überbauen, geht man mit vier Geschossen in die Höhe. Wie Architekt Münzhuber erläuterte, werde wegen möglicher Überschwemmungsgefahr auf einen Keller verzichtet. 17 Sachgebiete müssen Platz finden, die publikumsträchtigsten wie KFZ-Zulassung, Jobcenter und Soziales im Erdgeschoss. „Offen und einladend“ soll sich der zweigliedrige Baukörper präsentieren, mehrere Eingänge erleichtern es den Kunden, sich schnell zurechtzufinden.
Landrat Alexander Tritthart: ein „warmes Gefühl“ im neuen Amt
Großer Wert wurde auf die Umweltverträglichkeit gelegt. Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik decken den Energiebedarf. Unter den Parkplätzen werden 70 Erdwärmesonden im Boden versenkt. Mit 230 Modulen auf dem Dach wird der Stromverbrauch gedeckt. Das Gebäude entsteht in einer Zellenstruktur mit Betonwänden im Kern und der Fassade aus Holz. Das Holz soll sowohl in den Büros und auch von außen sichtbar bleiben. Tritthart erwartet „ein sehr warmes Gefühl“ im neuen Landratsamt.
Die Kreisräte waren durchweg überzeugt. „Eine sehr gute und ansprechende Planung“, meinte Lydia Göbel (Grüne). Als „sehr gelungen“ bezeichnete es Nico Kauper (JU). Auch Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) stimmte in das Lob ein, erinnerte aber auch an Außen-Verschattung, Raumlüftung, Kühlung und wünschte sich große Bäume an den Parkplätzen, die deren Überdachung überflüssig machen könnten.
Kosten im Auge behalten
Über diese Überdachung wurde diskutiert. Lydia Göbel, Gabi Klaußner (CSU) und Michael Schölkopf (FW) hätten gerne alle Parkplätze überdacht und mit Photovoltaik bestückt. Kreisbaumeister Thomas Lux widersprach und erinnerte einmal daran, die Kosten im Auge zu behalten. Zudem würde auf dem Dach des neuen Amtsgebäudes schon so viel Strom erzeugt, dass weitere Module nicht nötig seien.
Landrat Tritthart freute sich, dass mehr über die Überdachung diskutiert wurde als über die Pläne für das Gebäude. Zusätzliche 1,3 Millionen Euro für die Überdachung der Parkplätze stünden für Tritthart in keinem Verhältnis zu den 23 Millionen fürs Gebäude. Er tue sich da schwer, einer Überdachung zuzustimmen.
Und irgendwann ein Gründerzentrum?
Noch ist es aber nicht so weit. Die rund 200 Beschäftigten in der Höchstadter Landratsamt-Filiale müssen es noch über zwei Jahre in ihrem in die Jahre gekommenen Bau am Schlossberg aushalten. Dann geht das Amtsgebäude am Schlossberg ins Eigentum der Stadt über. Die überlässt dem Landkreis dafür in einem Tauschgeschäft die 10.000 Quadratmeter in dem Gewerbegebiet an der Großen Bauerngasse. Was später einmal aus dem Schlossberg wird? Bürgermeister Gerald Brehm (JL) liebäugelt da immer noch mit einer Art Gründerzentrum.


















