Der Skiclub Höchstadt organisiert nicht nur mehrmals im Winter Skifahrten in die Alpen, richtet die Stadtmeisterschaft im Skifahren aus, unterhält eine Ferienwohnung mit sechs Zimmern in Fieberbrunn in Tirol – er ist inzwischen auch eine feste Größe im gesellschaftlichen Leben der Stadt Höchstadt. Ob das Skirennen am Kellerberg zum Auftakt der 1000-Jahr-Feierlichkeiten, Altstadtfest, Weinfest oder sonstige Events: Die Skifahrer sind als verlässliche Partner immer dabei. Aktuell haben sie wieder ein größeres Projekt auf der Agenda: den Bau einer vereinseigenen Lagerhalle mit Vereinsheim-Funktion.
Im Laufe der Jahre hat der Skiclub ein umfangreiches und teures Inventar angesammelt. Das reicht von Slalomstangen und einer elektronischen Zeitmessanlage für die Piste über Zelte, eine mobile Grillhütte und Bar – wie sie beim Altstadtfest zum Einsatz kommen – bis zu einer Reihe hochwertiger Elektrogroßgeräte. All diese Gerätschaften lagern in einem inzwischen baufälligen städtischen Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Galster-Schuhfabrik, in dem es weder Strom noch Wasser gibt.
Sobald er eine Alternative gefunden hat, soll der Skiclub dieses Gebäude nun räumen, was ganz im Sinne des Vereins ist, wie Vorsitzender Hubert Scheidel und sein Stellvertreter Wolfgang Dorsch betonen. Mit rund 420 Mitgliedern zählt der Skiclub zu den größten Sportvereinen in Höchstadt. 50 von ihnen haben kürzlich in der Hauptversammlung einen weitreichenden Beschluss gefasst.
Nur zwei Gegenstimmen
Bei nur zwei Gegenstimmen wurde die Führungsmannschaft beauftragt, die Pläne für den Bau einer zwölf mal acht Meter großen Halle mit Versammlungsraum in die Tat umzusetzen. Finanziell wurden für das Projekt von der Versammlung 100.000 Euro bewilligt. Eine Summe, die laut Vorsitzendem Hubert Scheidel problemlos zu stemmen ist.
Pläne und Angebote für das Projekt wurden der Mitgliederversammlung bereits präsentiert. Der Club möchte in und um die Halle auch Veranstaltungen für Mitglieder und Freunde abhalten. Scheidel denkt da an Skiservice, Sommerfest, Jugendcamp und Ferienprogramm. Diskutiert wird im Verein nur noch über ein passendes Grundstück für das Vorhaben.
Ein konkreter Wunschstandort wurde aber schon vor einiger Zeit von einer Mehrheit des Stadtrats erstmal abgelehnt. Dabei handelt es sich um das Grundstück neben dem Heim des Fischereivereins am Rande des Eisstadion-Parkplatzes. Auf diesem Grundstück wollte auch der Obst- und Gartenbauverein schon bauen. Der hat sich inzwischen im Gewerbegebiet Aischpark niedergelassen.
„Damals hätten wir es gerne gehabt, aber jetzt brauchen wir es nicht mehr“, sagt Vorsitzender Herbert Lawrenz zu dem Areal neben den Fischern. Die Mehrheit im Stadtrat wollte das Grundstück für den Fall zurückhalten, dass zusätzliche Flächen im Umfeld für das Eisstadion gebraucht würden.
Als Alternative stellte die Stadt dem Skiclub ein Grundstück zwischen Eisstadion und Tennisclub-Gelände in Aussicht. In der Hauptversammlung des Skiclubs wurde diese spitz zulaufende Fläche, die auch nur über den Fußweg zwischen Eisstadion und Tennisclub-Parkplatz erreichbar wäre, aber als weniger geeignet erachtet. So beauftragten die Mitglieder ihren Vorstand, noch einmal Verhandlungen über das Grundstück neben den Fischern aufzunehmen.
Der Wunschstandort
Dieser Standort wird nicht nur vom Skiclub favorisiert, auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) hält ihn für die bessere Wahl. Die Erschließung mit Wasser, Kanal und Strom wäre hier viel einfacher und kostengünstiger zu bewerkstelligen. Fürs Eisstadion werde die Fläche neben dem Fischer-Vereinsheim wohl nicht mehr gebraucht, wenn die Generalsanierung abgeschlossen ist.
Scheidel und sein Führungsteam haben noch ein weiteres Argument für das Grundstück am Parkplatz: Inmitten von Fischern, HEC, ESC und dem Verein „Mehr Platz für Kinder“ ließen sich gemeinsame vereinsübergreifende Veranstaltungen ideal organisieren. Die Standortdiskussion über ein Grundstück für den Skiclub wird den Höchstadter Stadtrat wohl noch einmal beschäftigen – zumindest, wenn es nach dem Wunsch der Skiclub-Mitglieder geht.
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