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Bevölkerungszuwachs
Aktuelle Zahlen: So attraktiv ist Erlangen-Höchstadt
Zensus 2022
Die Bevölkerung im Landkreis hat in den vergangenen elf Jahren ordentlich zugelegt. Und auch sonst bietet der Zensus viele Infos über Erlangen-Höchstadt. // Sinuswelle / AdobeStock
LKR Erlangen-Höchstadt – Vom Bevölkerungswachstum bis zu Religionstrends: Der Zensus 2022 liefert die genauen Zahlen. Ein Blick auf Erlangen-Höchstadts demografische Entwicklung.

Wie alt ist eigentlich der Landkreis Erlangen-Höchstadt? Wie wohnen seine Einwohner? Und wie viele Menschen leben überhaupt hier? Der kürzlich veröffentlichte Zensus aus dem Mai 2022 beleuchtet viele interessante Aspekte rund um die Themen Bevölkerungsentwicklung, Wohnen und Bildung.

Doch was genau ist eigentlich der Zensus? Der Zensus ist nichts anderes, als eine Erhebung von Daten. Dabei werden nicht nur die Einwohner gezählt, sondern es wird erfasst, wie alt sie sind, wie sie wohnen, welchen Schulabschluss sie haben, welche Gebäudearten es gibt und vieles mehr. Für Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist ein Zensus alle zehn Jahre Pflicht. Dabei wird beim modernen Zensus keine richtige Volksbefragung mehr durchgeführt, bei der jeder Bürger befragt werden muss, sondern es wird mit registrierten Daten gearbeitet, zum Beispiel denen der Einwohnermeldeämter. 

Bevölkerungswachstum in Erlangen-Höchstadt

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt hat sich seit dem letzten Zensus im Jahr 2011 einiges getan. Zum Beispiel ist die Einwohnerzahl von 130.395 Menschen auf 137.484 angestiegen. Der Landkreis erfreut sich also nach wie vor großer Beliebtheit. Ganze 90,4 Prozent der Menschen sind deutsche Staatsbürger, der Rest kommt größtenteils aus dem europäischen Ausland.

Mit dem Wachstum fügt sich der Landkreis in den mittelfränkischen Trend. Der Regierungsbezirk ist im gleichen Zeitraum um rund 5,6 Prozent auf nun rund 1,77 Millionen Einwohner angewachsen. „Das spricht für die wirtschaftliche Attraktivität der Region mit den vielen international agierenden Firmen sowie den Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Es bestätigt auch unsere Zielrichtung, weiterhin die Einwanderung von Fachkräften nach Bayern und speziell auch Mittelfranken zu fördern und zu erleichtern“, so Innenminister Joachim Herrmann bei der Vorstellung der Zahlen. 

ERH: Jünger als der deutsche Durchschnitt

Der Landkreis hat übrigens einen leichten Überhang an Frauen: 69.508 Einwohner sind weiblich, 67.976 männlich. Für beide Geschlechter gilt: Knapp die Hälfte ist verheiratet, doch während bei den Männern deutlich mehr Singles im Landkreis unterwegs sind (42,7 Prozent), ist bei den Frauen knapp ein Zehntel bereits verwitwet.

Obwohl Deutschland unbestreitbar älter wird, liegt Erlangen-Höchstadt mit einem Durchschnittsalter von 43,8 Jahren nur knapp über dem bayerischen Durchschnitt von 43,7 Jahren. Der Landkreis ist damit deutlich jünger als der deutsche Durchschnitt von 44,5 Jahren. 

Einer der größten Unterschiede zum Zensus 2011 dürfte wohl die religiöse Zugehörigkeit sein. Deutschlandweit sind in den vergangenen Jahren hunderte Menschen aus der Kirche ausgetreten, auch der Landkreis bildet da keine Ausnahme. Waren 2011 noch 41,1 Prozent der Einwohner Erlangen-Höchstadts katholisch, sind es jetzt nur noch 33,1 Prozent. Auch die evangelische Kirche muss mit großen, wenn auch geringeren Abwanderungszahlen leben: Hier waren es 2011 noch 35,7 Prozent, 2022 nur noch 29,2 Prozent. 

Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus

Gegenüber dem letzten Zensus 2011 hat die Sparte „Sonstige, keine, ohne Angabe“ hier um ganze 70 Prozent zugelegt. Darunter fallen Angehörige aller anderen Religionen, aber auch Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind und nun keiner Kirche mehr angehören. 

Auch zum Thema Wohnen bietet der Zensus viele Einblicke. Er fragt zum Beispiel ab, wie viele Personen die Haushalte im Landkreis umfassen, wie viele Zimmer und Quadratmeter pro Einwohner zur Verfügung stehen, oder ob die Menschen hier zur Miete wohnen oder im Eigentum. 

Was in einer Studentenstadt wie Erlangen vielleicht nicht verwundert, trifft hier erstaunlicherweise auch auf den Landkreis zu: Über 20.000 Menschen im Landkreis wohnen allein und bilden damit die größte Gruppe, gefolgt von Paaren ohne Kindern (17.445). Insgesamt ergibt sich ein durchschnittlicher Haushalt von 2,2 Personen. Übrigens: 63 Prozent der Einwohner im Landkreis wohnen im Eigentum. Insgesamt gibt es knapp 19.000 Einfamilienhäuser, aber nur rund 4.500 Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Wohnungen.

Kaltmieten im bayerischen Mittel

Obwohl es vielen vielleicht anders vorkommen mag, steht der Landkreis im bayernweiten Vergleich, was die Nettokaltmieten angeht, sogar noch relativ gut da.  „In ganz Bayern lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 8,74 Euro“, erklärte Herrmann. „Die Spanne der durchschnittlichen Nettokaltmiete pro Quadratmeter ist jedoch enorm und bewegt sich von 5,99 Euro in Oberfranken bis hin zu 10,95 Euro in ganz Oberbayern und sogar 12,89 Euro in München.“

Erlangen-Höchstadt hingegen liegt mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 7,60 Euro pro Quadratmeter relativ in der Mitte. Der nächste Zensus soll laut den statistischen Ämtern des Bundes 2031 durchgeführt werden. 

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