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Nach Tat in Küpser Sparkasse
Wie Täter bei der Sprengung eines Geldautomaten vorgehen
Dermaßen verwüstet hinterließen die Täter nach ihrer Sprengung des Bankautomaten die Sparkassen-Filiale in Küps.
Dermaßen verwüstet hinterließen die Täter nach ihrer Sprengung des Bankautomaten die Sparkassen-Filiale in Küps. // Sparkasse Kulmbach/Kronach
LKR Kronach – Geldautomaten-Sprengung in der Küpser Sparkasse: Die Täter plündern einen Bankautomaten und hinterlassen Chaos. Warum die Polizei das organisierte Verbrechen dahinter vermutet.

Die Geldautomaten-Sprengung in Küps am Donnerstagmorgen, 17. Juli, gegen 4 Uhr schreckte die Gemeinde auf. Die Täter entkamen mit ihrer Beute und hinterließen massiven Sachschaden im sechsstelligen Bereich. Die Ermittlungen hat nun das Bayerische Landeskriminalamt übernommen. Pressesprecher Jannik Schmidt erläutert das mögliche Vorgehen der Täter und spricht über vermutete Hintergründe und Zusammenhänge.

Sprengung in Küps war kein Einzelfall

"Gegen die Täter wird selbstverständlich ermittelt - auch im Zusammenhang mit weiteren Vorfällen dieser Art." Klar wird während des Gesprächs mit Jannik Schmidt, dass die Sprengung in Küps kein Einzelfall war. Es handele sich hierbei vielmehr um einen lukrativen Geschäftszweig von hochorganisierten Verbrecherbanden, so der Verdacht des Bayerischen Landeskriminalamtes.

Hinter der Küpser Sprengung werde eine ausländische Gruppierung aus den Niederlanden vermutet, genauer, Niederländer mit Migrationshintergrund. "Beweise hierfür liegen uns allerdings bis jetzt noch keine vor", betont Schmidt ausdrücklich.

So stark ist das Team, das die Sprengungen durchführt

In Bayern sei es bereits die 15. Sprengung in diesem Jahr gewesen, Tendenz gleichbleibend. "Im Jahr 2024 kam es in Bayern zu 22 versuchten und vollendeten Sprengungen von Geldautomaten. Dabei entstand ein Sachschaden von über sieben Millionen Euro. Die Täter erbeuteten dabei insgesamt rund 1,8 Millionen Euro." 

Das Vorgehen, so Schmidt, sei weitgehend identisch und sehr durchorganisiert. "Das Team, das die Sprengungen durchführt, besteht meist aus drei, höchstens vier Leuten. Dabei sind in der Regel ein Fahrer und einer, der die Automaten sprengt." Dafür brauche es allerdings eine Ausbildung. "Diese Organisationen gehen sehr strukturiert vor. Sie bilden ihre Leute für die Jobs aus." Dahinter stecke ein ganzes Netzwerk, das aus Hunderten - wenn nicht sogar Tausenden - von Mitgliedern bestehe.  

Deutsche Geldautomaten erweisen sich als begehrte Ziele

Strukturiert und organsiert - darunter fallen laut Schmidt auch die Vorbereitungen von Automatensprengungen. "Die in Frage kommenden Automaten werden vorher ausgespäht. Dazu zählen zum Beispiel der Standort und die Bauweise des Automaten und natürlich die Sicherheitsmaßnahmen der Bank." Laut Schmidt seien deutsche Geldautomaten ein begehrtes Zeil solcher Banden, weil sie leicht zu sprengen sind. 

In den Niederlanden dagegen gebe es kaum noch Verbrechen dieser Art. "Die Banken haben ihre Automaten in den Niederlanden massiv aufgerüstet." In Deutschland gebe es noch keine gesetzliche Vorschrift, um sie sprengsicher zu machen.

Was es allerdings hierzulande schon gibt, sind Bankautomaten, die mit Farbpatronen ausgerüstet sind. Auch in Küps war eine solche Umrüstung schon geplant, verrät Harry Weiß, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kulmbach-Kronach. Umgestellt werden soll auf das "Geldfärbe-System", das bei einer Sprengung automatisch ausgelöst wird. 


Und so funktionieren die Farbpatronen

Farbpatronen in Geldautomaten sind ein Sicherheitssystem, das dazu dient, Bargeld bei einem Angriff auf den Automaten unbrauchbar zu machen. Bei einer Sprengung oder anderen Manipulationen werden die Patronen ausgelöst und die Geldscheine mit einer speziellen Tinte eingefärbt, die sich nicht mehr entfernen lässt.  

Hier ist eine detailliertere Erklärung, wie das funktioniert:

  • Aktivierung: Die Farbpatronen sind in der Regel in den Geldkassetten des Automaten verbaut und durch Sollbruchstellen geschützt.  
  • Auslösung: Bei einer Sprengung oder einem starken Ruck, wie er bei einem Angriff auf den Automaten entsteht, werden die Patronen zerstört.  
  • Einfärben: Die Tinte wird auf die Geldscheine gesprüht und dringt in das Papier ein. Die Scheine sind dann sofort als gestohlen erkennbar und für die Täter nicht mehr verwendbar.  
  • Sicherheit: Die Tinte ist so konzipiert, dass sie weder durch chemische noch durch mechanische Mittel entfernt werden kann, ohne die Banknoten zu beschädigen.  

Zusätzlich zur Einfärbung der Geldscheine bei der Tat können Farbpatronen auch eine präventiv abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter haben, da sie von vornherein wissen, dass ihr Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist. 

So funktioniert der Kleber

In einem Geldautomaten wird ein spezieller, reaktiver Klebstoff verwendet, um Geldscheine zu schützen. Bei einem Sprengversuch oder einer unbefugten Entnahme der Geldkassette aktiviert ein Sensor den Klebstoff, wodurch die Banknoten innerhalb kürzester Zeit zu einem festen Block verkleben. Dieser Klebstoff ist nicht entfernbar, und die verklebten Scheine sind für Diebe wertlos, da sie nicht einzeln entnommen werden können.  

Hier ist eine detailliertere Erklärung:  

Schutz vor Diebstahl: Der Klebstoff ist eine Sicherheitsmaßnahme, die Geldautomaten vor Sprengungen und Diebstahlversuchen schützt.

Aktivierung durch Sensoren: Der Klebstoff wird durch Sensoren aktiviert, die auf Sprengversuche oder unbefugte Entnahme der Geldkassette reagieren.

Verkleben der Geldscheine: Sobald der Sensor ausgelöst wird, verkleben die Geldscheine in der Kassette zu einem festen Block, ähnlich einem Ziegelstein. 

Unbrauchbar für Diebe: Der Klebstoff ist nicht entfernbar, und die Geldscheine können nicht einzeln entnommen werden, was den Diebstahl sinnlos macht.

Rückgabe an die Bank: Die betroffenen Banken können die verklebten Banknoten an die Zentralbank zur Erstattung zurückgeben. 

Präventive Wirkung: Durch die Abschreckung, die von diesem System ausgeht, wird die Zahl der Sprengungen von Geldautomaten reduziert.

Diese Technologie wird in Deutschland noch nicht flächendeckend eingesetzt, da sie noch zertifiziert werden muss und arbeitsschutzrechtliche Fragen zu klären sind. 

(Der Ablauf dieser Sicherungsmaßnahmen wurde mit KI-Unterstützung erstellt)


Im Folgeartikel lesen Sie bald, wie Täter entkommen und welche Möglichkeiten die Polizei hat, um sie zu ergreifen.

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