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Hilfe beim Thema Pflege
„Es kostet viel Mut, um Unterstützung zu bitten“
Pflegelotsinnen Allianz Fränkisches Saaletal
Die vier Pflegelotsinnen der Allianz Fränkisches Saaletal (von links): Stefanie Knüttel, Anna-Lena Löser, Nicole Bühner und Olga Trigg. // Milena Meder
Altlandkreis Hammelburg – Das System der Pflege kann überfordernd sein. Sich Hilfe zu holen, fällt oft nicht leicht. Die Pflegelotsinnen der Allianz Fränkisches Saaletal wollen helfen. Das sind ihre Aufgaben und Ziele.

Sie wollen pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen Mut machen, sich Unterstützung zu holen. Sie möchten den Menschen Sicherheit vermitteln, Isolation verhindern und ihnen die Angst und die Scham vor der Bedürftigkeit nehmen.

„Um Hilfe zu bitten ist keine Schande“, sagt Anna-Lena Löser, eine der neuen Pflegelotsinnen der Kommunalen Allianz Fränkisches Saaletal. Die examinierte Altenpflegerin weiß aus eigener Erfahrung: „Unterstützung anzunehmen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung“, und trotzdem sei die Hürde davor groß.

Das Tabu-Thema Pflege

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Stefanie Knüttel, Olga Trigg und Nicole Bühner möchte sie deshalb etwas Licht in das Tabu-Thema Pflege bringen. Die vier Frauen wollen den Menschen eine bessere Perspektive bieten; ihnen helfen, sich im Pflege-Dschungel zurechtzufinden. „Wenn man nichts mit der Pflege zu tun hat, denkt man oft nicht ans Alter oder mögliche Krankheiten“, weiß die 34-Jährige. Erst bei eigener Betroffenheit oder der eines Angehörigen stehe das Thema plötzlich im Mittelpunkt.

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Auch als Angehöriger geht man an der Überforderung häufig zugrunde.

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Olga Trigg Pflegelotsin

„Auch ich selbst wusste damals nicht, wo ich mir Hilfe holen kann und wie ich es schaffen soll, den Überblick zu behalten“, erzählt Kollegin Olga Trigg (36), die eine lange Zeit ihre Mutter gepflegt hat. „Auch als Angehöriger geht man an der Überforderung häufig zugrunde“, erzählt sie. Das sei einer der Gründe, warum die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin den Menschen als Pflegelotsin nun ihre Hilfe anbieten möchte.

Angst und Scham führen zu Isolation

Ähnliche Beweggründe hat auch die 35-jährige Nicole Bühner: „Seit ich denken kann, habe ich meinen Vater bei der häuslichen Pflege und Fürsorge meiner Mutter unterstützt.“ Trotz, dass sie gelernte Heilerziehungspflegerin ist, gab es viele Dinge, die auch ihr nicht bewusst waren.

„Es ist emotional schon eine große Belastung, wenn dann noch die ganzen ungeklärten Fragen hinzukommen, weiß man oft nicht mehr, was man machen oder wo man anfangen soll“, berichtet sie. Gerade in Dörfern beobachte sie häufig, dass die Menschen sich davor scheuen, um Hilfe zu bitten. „Wenn der eigene Stolz und die Scham zu groß sind, folgt leider häufig die Isolation.“

Pflegelotsinnen Allianz Fränkisches Saaletal
Die vier Pflegelotsinnen der Allianz Fränkisches Saaletal helfen künftig bei allen Fragen rund um das Thema Pflege. // Milena Meder

Stefanie Knüttel (36), die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin ist und vorher in der häuslichen Krankenpflege tätig war, kann das bestätigen: „Ich habe gemerkt, dass viele Menschen Hilfe brauchen, die noch über die Arbeit des Pflegedienstes hinausgeht.“ Gerade der erste Schritt falle vielen schwer. Auch bei anderweitigen Sachen, wie zum Beispiel finanziellen Fragen, gebe es keine beziehungsweise nur wenig Unterstützungsangebote. „Und genau dafür sind wir jetzt da“, betont sie.

Die Aufgaben der vier Lotsinnen im Raum Hammelburg

Die vier Lotsinnen geben individuelle Beratungen, bieten Unterstützung bei Anträgen, helfen bei der Organisation und Vermittlung passender Hilfsleitungen, informieren über Pflegeangebote, und unterstützen bei der Organisation von Pflegeleistungen. „Und wir versuchen zusätzlich auch präventiv auf das Problem aufmerksam zu machen und die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.“

Außerdem ist es den Frauen durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises Bad Kissingen und den zwei Kolleginnen der Allianz Kissinger Bogen möglich, auch komplexere Fälle zu betreuen.

Annehmen können das Angebot Bürgerinnen und Bürger aus den Mitgliedskommunen der Allianz Fränkisches Saaletal – also Hilfesuchende aus der Stadt Hammelburg, den Märkten Elfershausen, Euerdorf und Sulzthal sowie aus den Gemeinden Aura, Fuchsstadt und Wartmannsroth.

Einen Pflegegrad oder ähnliches benötige es für die Beratung nicht. Auch jemand, der bemerkt, dass er vermutlich bald Hilfe brauche, kann sich bei den vier Damen melden und sich schon einmal vorab informieren. Die vier Pflegelotsinnen wissen, dass es viel Mut kostet, sich Unterstützung zu holen, „denn man gibt in diesem Moment viel von sich preis.“ Sie bitten Betroffene oder Angehörige deshalb: „Egal um welches Thema es geht, jeder kann bei uns anrufen, eine Mail schreiben oder zu einem Termin im Rathaus kommen. Es muss niemandem etwas peinlich sein.“

Kontakt aufnehmen: So geht’s

Erreichbar sind die vier Pflegelotsinnen unter der Telefonnummer 09732 902110 oder per E-Mail-Adresse unter gutepflege@fraenkisches-saaletal.de von Montag bis Donnerstag zwischen acht und 14 Uhr sowie freitags bis zwölf Uhr.

Außerdem sind sie in folgenden Anlaufstellen zu finden: montags zwischen zehn und zwölf Uhr im Bürgerhaus Hammelburg sowie im Rathaus Euerdorf, mittwochs von zehn bis zwölf Uhr im Rathaus Elfershausen sowie donnerstags um die gleiche Uhrzeit im Wartmannsrother Rathaus und im Eulentreff in Fuchsstadt.

Auch über die Instagram- oder Facebook-Seite können Nachrichten geschickt werden. Je nach Bedarf bieten die Pflegelotsinnen auch individuelle Hausbesuche an.


Sie kommen aus der Stadt Hammelburg, den Märkten Elfershausen, Euerdorf und Sulzthal oder aus den Gemeinden Aura, Fuchsstadt und Wartmannsroth?  

Dann sind die vier Pflegelotsinnen der Allianz Fränkisches Saaletal, Stefanie Knüttel, Olga Trigg, Nicole Bühner und Anna-Lena Löser, die richtigen Ansprechpartner. Erreichbar sind sie unter der Telefonnummer 09732 902 110  oder über die E-Mail-Adresse gutepflege@fraenkisches-saaletal.de.

Sie kommen aus den Märkten Oberthulba, Burkardroth und Bad Bocklet oder der Gemeinde Nüdlingen? 

Dann sind die beiden Pflegelotsinnen der Allianz Kissinger Bogen, Kerstin Meder und Kathrin Wehner, die richtigen Ansprechpartner. Erreichbar sind die beiden unter der Telefonnummer 0971 123 829 77 oder über die E-Mail-Adresse gutepflege@kissinger-bogen.de.

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