In diesem Winter sind die Wintersportlerinnen und Wintersportler in der Rhön wieder einmal auf ihre Kosten gekommen. Es fiel ausreichend Schnee, und alle fünf Skilifte in der Rhön sowie der Loipenpark konnten in Betrieb gehen. Zwar wurden die Schneetage immer wieder von kurzen Wärmeperioden unterbrochen, doch die Liftbetreiber können nach den letzten, eher schlechten Wintern etwas aufatmen.
„Es gab genügend Schnee, es sind viele Besucher gekommen. Wir sind zufrieden“, sagt Matthias Adrian, Betreiber der Skilifte am Arnsberg bei Oberweißenbrunn. Leider sei es zwischendurch immer wieder warm geworden. Nachdem in der letzten Saison kein einziger Lifttag verbucht werden konnte, liefen in diesem Winter die Schlepplifte an 17 Tagen. „Wir hatten teilweise einen Einzugsradius von 200 bis 250 Kilometern“, erklärt Adrian. „Das ist nicht nur für uns gut, sondern für die ganze Region“, freut sich Adrian.
Nach der Saison 2025/2026 mit ihrer Nullrunde haben Matthias Adrian und seine Ehefrau Madeleine überlegt, wie es weitergeht. Dem nächsten Winter wollten sie noch eine Chance geben, sagten sie damals gegenüber dieser Redaktion. Sollte es dann wieder nichts werden, „dann könnte es stark ans Aufhören gehen“, so die seinerzeitigen Worte von Adrian.
Arnsberg: Chance für Bikepark?
Bekommt der Arnsberglift nun noch eine Chance? „Die nächsten zwei Jahre sind auf jeden Fall gesichert“, betont Adrian. Nach diesem guten Winter hätten sie jetzt wieder einen kleinen Puffer.
In diesem Frühling beabsichtigen die Adrians, verstärkt die Planung für den Bikepark aufzunehmen, um so auch im Sommer eine Einnahmequelle am Arnsberg zu erhalten. Dabei seien aber noch mehrere, insbesondere bürokratische Hemmnisse zu überwinden. „Wenn die eine Hürde genommen ist, kommt die nächste“, stöhnt Adrian. Vorgesehen ist, dass Mountainbiker mit ihrem Rad am A1-Lift den Berg nach oben gezogen werden. Auf fünf unterschiedlichen Strecken geht es dann für Anfänger und Profis ins Tal hinunter.
Kreuzberg: Luft für die nächsten Jahre
Justin Fuß, Pächter und Betreiber der Kreuzberg-Lifte bei Haselbach, ist ebenso froh über die Skisaison – vor allem im Vergleich mit den Jahren zuvor. „Wir sind glücklich, dass einmal wieder etwas ging.“ Gab es in der letzten Saison keinen einzigen Skitag, so waren es heuer 16. Fuß zeigt sich auch zufrieden mit der Besuchernachfrage. „Die Leute haben sich gefreut, dass wir noch da sind.“ Schön sei gleichfalls gewesen, dass auch der lange Dreitannen-Lift in Betrieb gehen konnte.
„Die 16 Betriebstage verschaffen uns Luft für die nächsten Jahre“, blickt Justin Fuß optimistischer in die Zukunft als nach vor Jahren. Größere Investitionen stehen in diesem Jahr nicht an, außer TÜV und den gängigen Arbeiten.
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Wasserkuppe: Schwierige Beschneiung
Positiv äußert sich auch Florian Heitmann, Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe. Auf dem höchsten Berg der Rhön liefen die Lifte insgesamt 60 Tage lang. „Leider nicht über Weihnachten“, bedauert Heitmann. Ansonsten habe man aber, vor allem in den Ferien, gute Besucherzahlen erzielen können.
Die Beschneiung sei in dieser Saison sehr schwierig gewesen, da es immer wieder warm geworden sei und auch geregnet habe. Dennoch seien die Lifte seit dem 1. Januar bis auf zwei Tage ununterbrochen gelaufen. „Wir haben das Beste herausgeholt“, meint Heitmann. In der Saison zuvor sei man aufgrund einer langen Frostphase auf 74 Lifttage gekommen.
„Ohne Beschneiung hätten wir keinen Skitag gehabt“: Rhöner Liftbetreiber blicken auf einen Winter ohne Naturschnee
Erwartungen nach unten geschraubt
Am Fuße der Wasserkuppe liegt im Gersfelder Stadtteil Obernhausen der Skilift Zuckerfeld. Als „richtig gut“ bezeichnet Mitinhaber Harald Jörges die Skisaison. Er blickt auf 35 Skitage zurück – nicht zuletzt dank künstlicher Beschneiung. Ziel seien 40 Lifttage. „Daran sind wir haarscharf vorbeigeschrammt.“ Angesichts der 17 Lifttage in der Saison zuvor sei er jedoch zufrieden. „Wir sind wieder motiviert für die nächsten Jahre.“
Eine positive Bilanz zieht auch Patrick Rother vom Skizentrum Simmelsberg in Gersfeld-Rodenbach. Er führt ebenfalls die Wärmeperioden negativ ins Feld, die den schönen Schnee jeweils wieder weggeschmolzen hätten. Am Simmelsberg lief in dieser Saison an sieben Tagen der Lift. Im Jahr zuvor war es nur ein Tag. „Jeder Tag, den man hat, ist ein gewonnener Tag“, hat auch Rother in den vergangenen Jahren seine Erwartungen nach unten geschraubt.
„Wir sind in der besonderen Situation, dass wir viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben“, führt Patrick Rother aus. Der Lift wird vom Skiklub Hanau betrieben, und die Vereinsmitglieder sind aktiv dabei. Derzeit werde in die Terrasse am Einstieg investiert. Diese soll überplant und Stück für Stück umgestaltet werden. Die Terrasse hat bereits eine Überdachung erhalten, damit der Après-Ski im Trockenen begangen werden kann. „Wir investieren vorsichtig“, so Rother. „Wir backen nur die Brötchen, die wir auch essen können.“
29 Schneetage im Loipenpark
Von Alpin zum Langlauf. „Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren hatten wir schöne Schneetage und gute Bedingungen“, erklärt Wolfgang Kemmerzell vom Rhöner Loipenpark. Er zählt 29 Schneetage. Im letzten Winter waren es nur 14. In früheren Jahren sei seine Zielsetzung 60 Schneetage gewesen. „Wir müssen unsere Erwartung reduzieren“, meint Kemmerzell. Die Wettertendenz in der Rhön sei mit immer weniger Schnee klar erkennbar.
Auch wenn man jetzt auf einen guten Winter zurückblicke, so dürfe das nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wintersportbetrieb in der Rhön letztlich „ein Kampf ums Überleben“ sei. Planbarer Winterurlaub in der Rhön sei schwierig geworden. Im Loipenpark würden vor allem Tagesausflügler den Schnee genießen. Sein Appell: „Wenn Schnee da ist, muss man ihn nutzen.“















