Mit 5.779 Unterstützern, 3.681 davon aus dem Landkreis Bad Kissingen, hat Dagmar Kühnen mit ihrer Online-Petition „Stoppt den Wegfall der Therme Sinnflut“ ein großes Echo gefunden. Nun wollte die Initiatorin und Sprecherin der Bad Brückenauer Rheuma-Liga die Sammlung möglichst öffentlichkeitswirksam übergeben. Nur: Das wird schwieriger als gedacht.
Eigentlich hatte Dagmar Kühnen einen Übergabetermin am Dienstag, 2. Mai um 11 Uhr in der Sinnflut angesetzt. Dafür hatte sie unter anderem versucht, zu Politikern und Beamten aus dem oberen Regal Kontakt aufzunehmen, darunter Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) oder Eugen Ehmann, Präsident der Regierung von Unterfranken. Doch am Freitagmittag sagt die Initiatorin das Treffen ab. „Es kommt ja keiner“, sagt sie frustriert gegenüber dieser Redaktion.
Kühnen: zunächst bestätigter Termin wieder abgesagt
Vor zwei Wochen habe sie in Würzburg im Vorzimmer bei Eugen Ehmann angefragt und nach eigenen Angaben auch eine Zusage für den 2. Mai bekommen. Eine andere Dame habe diese Zusage aber wieder negiert, mit dem Hinweis, der Präsident habe erst wieder in zwei Monaten etwas frei.
Regierungssprecher Nicolas Rupp weiß nicht, welche Gespräche wie gelaufen sind. Er bestätigt aber, dass eine Einladung Kühnens mit dem konkreten Termin vorliegt. Darin stehe, dass eine Petition übergeben werden soll, aber nicht, an wen. Die Einladung lese sich so, dass Eugen Ehmann nur als Gast beiwohnen solle. „Der Regierungspräsident hat aus Termingründen abgesagt“, sagt Rupp.
Sandro Kirchner kann wegen Kabinettssitzung nicht
Sandro Kirchner bestätigt Kühnens Einladung für den 2. Mai. Wegen einer Kabinettsitzung in Wunsiedel könne er aber nicht zur Übergabe kommen.
Der Landtagsabgeordnete beziehungsweise sein Büro hatte das erste Mal Kontakt mit der Frau von der Rheuma-Liga Ende Januar, also zu der Zeit, als diese die Unterschriftensammlung startete (24. Januar). Dabei sei es aber nicht um die Petition zur Sinnflut und deren Rettung, sondern um Energie- und Heizkostenzuschüsse gegangen. Offensichtlich habe die Rheuma-Liga schon damals einen neuen Standort gesucht.
Stadt als erster Ansprechpartner
Zwischenzeitlich erneuerte sich der Kontakt. Die Rheuma-Liga habe wohl ein Schwimmbecken in einer Hescuro-Einrichtung nutzen wollen. Da diese hätte ertüchtigt werden müssen, wollte Kühnen Fördermöglichkeiten ausloten.
Mit der Therme Sinnflut beschäftigt sich Sandro Kirchner nach eigenen Angaben intensiver seit drei Jahren. Als damaliger Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag habe es in München Gespräche mit Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) gegeben. Auch mit dessen Vorgängerin Brigitte Meyerdierks habe er in Kontakt gestanden.
Aus Sicht des Abgeordneten ist die Zielrichtung der Petition nicht ganz klar. Erster Ansprechpartner dafür sei die Stadt Bad Brückenau. „Diese muss herausfinden, in welche Richtung die Reise mit der Therme Sinnflut gehen.“ Die Frage sei: Was kann die Stadt sich leisten.
Telefontermin am 3. Mai
Wenn das alles feststehe, könnten die politischen Akteure den folgenden Prozess bestmöglich begleiten. „Wir sind alle im Rahmen unserer Möglichkeiten bestrebt, dass wir vorankommen.“ Mit Dagmar Kühnen hat Kirchner für den 3. Mai einen Telefontermin vereinbart.
Torsten Zwingmann, Geschäftsführer der die Therme betreibenden Stadtwerke, ging Freitag noch davon aus, dass er am 2. Mai zum Übergabetermin geht. Bei Landrat Thomas Bold (CSU) ließ sich am selben Tag nicht klären, ob ihn die Petition überhaupt erreicht hat.
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