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Antrag der SPD Hammelburg
WLAN in städtischen Jugendräumen - eine gute Idee?
Auf der sicheren Seite in unsicheren Netzen - mit VPN-Dienst
Die SPD Hammelburg wünscht sich in allen städtischen Jugendräumen eine leistungsfähige und stabile Wlan-Infrastruktur. // Christin Klose/dpa-tmn
Hammelburg – Die SPD in Hammelburg beantragt die Bereitstellung von WLAN in allen städtischen Jugendräumen. Ob das eine gute Idee ist und wie das umgesetzt werden könnte? Die Diskussion.

Die SPD in Hammelburg beantragte Anfang Juni die „Einrichtung und kostenfreie Bereitstellung von WLAN in allen städtischen Jugendräumen“. Die Lebensrealität junger Menschen sei heutzutage untrennbar mit digitaler Kommunikation, Mediennutzung und Online-Angeboten verbunden.

Im Antrag heißt es: „WLAN in Jugendräumen ist daher keine Komfortfunktion, sondern eine elementare Voraussetzung, um diese Einrichtungen für Jugendliche attraktiv, zeitgemäß und inklusiv zu gestalten.“ Ob die Installation eine gute Idee ist und wie die Stadtverwaltung das technisch möglich machen könnte, war nun in der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause Thema.

Zwischenlösung: Hotspots über das Smartphone

„Es geht uns um gleichwertige Verhältnisse in allen Jugendräumen“, fügt Norbert Schaub (SPD) dem Antrag hinzu. Aus eigenen Erfahrung im Westheimer Jugendraum weiß er: „Man möchte mal einen Seriennachmittag anbieten, tut sich vor Ort aber sehr schwer.“ Zwischenlösungen wie Hotspots über das Smartphone bringen selten genug Internetstabilität.

„Man merkt, dass die Jugendlichen dann abwandern in die Bereiche, in denen sie eine WLAN-Abdeckung haben.“ Der Grund dafür: Die Internet-Verträge der jungen Menschen seien oft nicht mit ausreichend mobilen Daten ausgestattet. Für eine reibungslose Nutzung benötige es WLAN, meint Schaub. „Mir ist bewusst, dass nicht nur digitale Nutzung stattfinden soll, aber es geht uns einfach darum, mit der Zeit zu gehen.“ 

Was sich die SPD Hammelburg wünscht

Die konkreten Forderungen des Antrags: In allen städtischen Jugendräumen soll eine leistungsfähige und stabile WLAN-Infrastruktur geschaffen werden. Der Zugang muss niederschwellig und kostenfrei möglich sein – ohne bürokratische Hürden. Außerdem sollten die Netze unter Einhaltung der Datenschutzvorgaben zentral verwaltet und kontrolliert betrieben werden. „Eine altersgerechte Filterung und Absicherung ist dabei sicherzustellen“, heißt es. Weiter wird die Verwaltung beauftragt, mögliche Förderprogramme von Bund, Land oder EU zu prüfen und entsprechende Anträge zu stellen. 

„Wir haben in den Ortsteilen unterschiedliche Strukturen“, ergänzt Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Zum Teil seien es beispielsweise städtische Gebäude, zum Teil sind die Jugendräume auch bei den Vereinen untergebracht. „Die technischen Voraussetzungen müssen geklärt, der Bedarf abgefragt und im Haushalt die entsprechenden Mittel bereitgestellt werden“, sagt der Bürgermeister.

Kann die Nutzung begrenzt werden?

Ein Großteil der Stadträtinnen und Stadträte sieht das Thema ähnlich wie die Kolleginnen und Kollegen der SPD – es gibt allerdings auch Bedenken. „Ich stimme dem Antrag zu, bin aber der Meinung, dass man mal darüber nachzudenken sollte, ob es nicht auch möglich wäre, denn Jugendlichen dann zwei, drei Stunden handyfreie Zeit zu gönnen“, meint Reimar Glückler (CBB). Sollte es kein WLAN geben, komme irgendwann vermutlich niemand mehr in den Jugendraum, kommentiert Martin Wende (CSU) die Debatte und gibt außerdem mit auf den Weg: „Wenn wir das umstellen, sollten wir es aber so machen, dass alles in einem System läuft.“

Bernd Hüfner (CSU) ergänzt: „Die Infrastruktur bereitzustellen, ist zum Teil problematisch.“ In Untererthal im Jugendzentrum gebe es zum Beispiel keinen Internetanschluss, WLAN zu installieren sei also nicht so einfach möglich, sagt er. Anders ist das im Jugendzentrum in Hammelburg, dort gebe es bereits seit etwa 15 Jahren WLAN, weiß Christian Fenn (Junge Liste). Das Netz sei für alle offen, die Kosten übernehme der Jugendladen. „So richtig schützen werden wir die Jugendlichen nicht können“, meint er.

Die Verwaltung könne maximal das WLAN begrenzen, aber nicht die Nutzung des eigenen Handys über die mobilen Daten. „Ich würde mal prüfen, ob nicht jeder einen eigenen Internetanschluss bekommen kann, ohne dass wir das zentral über die Stadt steuern.“ Das sei – seiner Information nach – vermutlich am Ende günstiger. 

So könnte WLAN in Jugendräumen bereitgestellt werden

Grundsätzlich gebe es zwei Varianten, wie WLAN in den Jugendräumen möglich gemacht werden könnte, heißt es in der Sitzungsvorlage. Zum einen wäre die Nutzung von BayernWLAN eine Option, wofür allerdings diverse Voraussetzungen erfüllt sein müssten. Es benötige beispielsweise einen stabilen Internetanschluss und Strom. Das Gebäude oder der Standort muss sich im Eigentum oder unter der Verwaltung einer Kommune oder eines teilhabenden Partners befinden, außerdem muss die Installation allen rechtlichen Anforderungen, wie dem Datenschutz und der Netzsicherheit, entsprechen. Die Kosten bei dieser Option: Laut Sitzungsvorlage muss mit Installationskosten zwischen 350 und 520 Euro sowie mit monatlichen Kosten in Höhe von knapp 50 Euro gerechnet werden. 

Bei der Bereitstellung über die Stadt Hammelburg – was die zweite Option wäre – käme es zu Installationskosten von knapp 710 Euro und monatlichen Kosten von rund 80 Euro. Der Vorteil daran: Die ausgestrahlten Inhalte könnten besser kontrolliert werden. Zudem wären auch die Einrichtung einer Firewall und eine feste Anbindung von Spielkonsolen, Webradios etc. wäre möglich. 

Prüfung für das Jahr 2026

Mit zwei Gegenstimmen stimmt der Stadtrat schließlich dem Beschlussvorschlag zu: „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, im Rahmen der Haushalts- und Finanzplanung 2026 die Umsetzung für die Einrichtung sowie die kostenfreie Bereitstellung von WLAN in allen städtischen Jugendräumen, sowohl im Jugendzentrum (Juz Hammelburg) als auch in den Jugendräumen auf den Ortsteilen zu prüfen.“ Ergänzt wird auf Antrag von Patrick Bindrum (CSU) abschließend noch die Prüfung für die Tafel Hammelburg.

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