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Angemerkt
... und dann esse ich einen Amerikaner
Angemerkt von Jürgen Schmitt
Angemerkt von Jürgen Schmitt // SZ
Landkreis Bad Kissingen – Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Der Trumpismus ist nicht lustig. Aber man sollte die Macht über das eigene Wohlbefinden nicht freiwillig aufgeben.

Der junge J. musste mit seinem Geld haushalten. Silbergeld klimperte kaum im Geldbeutel. Scheine waren Luxus im Portemonnaie des jungen J. Die Sinne schärfen hieß es also bei den Ausgaben. Da verhielt es sich mitunter wie die – Achtung Satire - Beziehung des FC Schalke 04 zur Meisterschale: Anschauen, aber nicht anfassen.

Beispiel Rummelplatz: Sündhaft teure Vergnügungen, von denen sich der junge J. nicht viel leisten konnte. Anschauen und nicht anfassen war die Devise in dieser Reizüberflutung. Bis auf den Besuch der Geisterbahn. Der war Pflicht. Von all den Schreckensgestalten war der junge J. eher belustigt denn schockiert. Und damit kommen wir zur jüngsten Wahl in den USA.

Devot zu sein, ist die falsche Wahl

Dass ein vorbestrafter Immobilien-Unternehmer in Bälde zum zweiten Mal Präsident der Vereinigten Staaten wird, ist natürlich nicht amüsant. Und die Namen im Schatten-Kabinett sind zum Fürchten. Zumindest für die, die es mit der Demokratie und der Wahrheit halten. Umso wichtiger erscheint es mir, sein persönliches Wohlbefinden nicht in die Hände des Orangen-Manns zu legen.

Ja, diese Wahl wird die Welt ein Stück weit verändern. Aber meine Launen will ich nicht von solch einer Type und seinem devoten Gefolge abhängig machen. Europäische Politik sollte ebenfalls nicht devot und USA-hörig sein.

Die Geisterbahn fährt nur wenige Minuten, die Auswirkungen des Trumpismus werden wir über Jahre spüren. Das ist gespenstisch. Das ist aber kein Grund, Lebensmut und Zuversicht abzulegen. Und schon gar nicht den Humor. Vielleich gehe ich heute zum Bäcker und verspeise einen Amerikaner. Die Gedanken des älter gewordenen J. sind immer noch frei.

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