Nach Zusammenfassung aller Wünsche aus dem Gemeinderat, den Ortsvereinen und einer Bürgerversammlung hatte das von der Verwaltung beauftragte Architekturbüro Kirchner (Bad Brückenau) dem Ratsgremium im Dezember einen entsprechenden Planungsentwurf für den im Staatsbad am Standort des früheren Rathauses gewünschten Dorfplatz vorgestellt. Daraufhin wurde das Architekturbüro vom Gemeinderat mit der Kostenschätzung und weiteren Planung bis zum Genehmigungsverfahren beauftragt.
Doch schon nach Vorlage der Kostenschätzung in Höhe von 1,4 Millionen Euro war klar, dass dieser Betrag für den angedachten Zweck viel zu hoch war. Deshalb wurde das Büro Richter von der Verwaltung am 8. Juli um zwingende Kosteneinsparungen und Vorlage preiswerterer Planungsalternativen gebeten. Diese wurden nun in seiner jüngsten Sitzung zur Beratung vorgestellt.
In einer nur mäßig auf knapp 1,35 Millionen Euro kostenreduzierten Variante bei identischem Raummaß wurde entgegen der ursprünglichen Planung vom Dezember auf die Rundungen der Dachflächen der geplanten Gebäude und deren Begrünung verzichtet. Stattdessen sollte es ein Sandwichpaneldach mit einfacher Blecheinfassung werden. Doch über diese kaum billigere Variante wurde im Gemeinderat nicht weiter diskutiert.
Die absolute Sparvariante
Dagegen entsprach die absolute Sparvariante für knapp 917.000 Euro schon eher den Vorstellungen der Verwaltung, zumal im Finanzplan 2027 ohnehin nur 800.000 Euro für den Bad Bockleter Dorfplatz eingeplant waren. Bei dieser „Foodtruck“-Variante wird durch Verzicht auf den ursprünglich gewünschten Backofen-Bereich, den Gastro-Raum und den Grill-Bereich das einst geplante Raummaß halbiert.
Statt des Küchenbereichs ist an den Kauf eines mobilen Foodtrucks durch die Gemeinde gedacht, dessen Kosten von 50.000 Euro hier noch nicht eingerechnet sind. Dieser könnte dann, so die Vorstellung von Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU), auch für andere Staatsbad-Veranstaltungen außerhalb des Dorfplatzes genutzt und den Vereinen der anderen Ortsteile für deren Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden.
Übrig bleibt somit in dieser kostengünstigen Foodtruck-Variante nur noch ein Gebäude mit WC-Anlage, Lagerfläche und einem Verkaufsraum für Getränke. Weitere Kosteneinsparung ergibt sich aus der Verkleinerung der Bühne im Außenbereich und den Verzicht auf deren Überdachung. Zudem sollen die Höhenanpassungen im Gefälle des Außenbereichs geringer ausfallen.
Blick auf die bisherige Entwicklung
Nach ausführlicher Präsentation durch Projektleiter Maximilian Hüttner (Büro Richter) meldete sich Gemeinderat Manfred Söder (FCW), Vorstand der Fendt-Freunde Bad Bocklet, als Sprecher aller Ortsvereine zu Wort. Ausführlich schilderte er „zur Information aller neuen Gemeinderatsmitglieder“ die bisherige Entwicklung der Dorfplatz-Planung, die bereits auf das Jahr 2019 zurückgeht, und kritisierte damit zugleich das bislang schleppende Vorgehen.
Demnach habe es nach Vorschlägen des Raumbedarfs aller Vereine schon 2020 einen Entwurf des Planungsbüros Miriam Glanz (Hohenroth) gegeben, der vom Gemeinderat beschlossen und dessen Förderfähigkeit durch das Amt für ländliche Entwicklung in Aussicht gestellt worden sei. „Damals lagen wir bei 500.000 Euro, was angesichts der Kostensteigerung den jetzt im Finanzplan 2027 eingestellten 800.000 Euro nahekommt“, betonte Söder. „Heute machen wir wieder die Rolle rückwärts.“
Wäre die damalige Planung sofort umgesetzt worden, „hätten wir schon drei- oder viermal den Maibaum aufstellen können“, kritisierte Söder die aus Vereinssicht unnötige Verzögerung. Wegen der Corona-Pandemie und der krankheitsbedingt langen Abwesenheit des Bürgermeisters war das Dorfplatz-Projekt damals zurückgestellt worden.
Praktisch und einfach
Nach Wiederaufnahme der Planung hatte es mehrere Gespräche mit den Vereinen gegeben. Söder: „Uns war es immer wichtig, einen praktischen, einfach gestalteten Dorfplatz zu haben.“ Die im Dezember vorgestellte Planung des Architekturbüros sei über das Ziel hinausgeschossen und nicht finanzierbar. „Wir müssen mit unserem Geld haushalten.“ Als Vereinssprecher versprach er: „Wir wollen sparen ohne Ende.“ Jetzt sei es wirklich an der Zeit, das Projekt zügig umzusetzen.
„Wir können alles“, versicherte ihm Architekt Stefan Richter. „Aber wir müssen schon wissen, was letztlich genau gewünscht wird.“ Auch die Außenanlage könne man „etwas abspecken“. Neben der räumlichen Halbierung lassen sich bei den übrigen Gebäuden durch einfachere Bauweise weitere Kosten einsparen, ergänzte Richter auf Nachfrage von Martin Eisenmann (Grüne). Doch müssen die im Lebensmittelbereich bestehenden Vorgaben zwingend eingehalten werden.
Nach langer Diskussion wurde ein weiteres Treffen der Vereinsvorstände mit dem Gemeinderat vereinbart, um letztmalig über ein Mindestmaß des zu errichtenden Gebäudes, dessen Bauweise und die Außenanlage zu beraten. Gleichzeitig sollen Fördermöglichkeiten erkundet werden. Zielsetzung ist nun, die endgültige Planung am 13. Oktober im Gemeinderat zu beschließen und am 27. Oktober in einer Bürgerversammlung vorzustellen.











