Bad Bocklet Zur notwendigen Netzverstärkung des Stromnetzes in den Bad Bockleter Ortsteilen Aschach und Großenbrach sowie zum Rückbau noch bestehender Freileitungsabschnitte ist die Errichtung einer neuen 20 Kilovolt-Erdkabeltrasse zwischen Aschach und Großenbrach geplant. Außerdem soll die bestehende Station „Aschach 4“ durch einen Neubau ersetzt und an das neue Kabelnetz angebunden werden. Die von Bayernwerk vorgesehene Baumaßnahme soll im kommenden Jahr ausgeführt werden. Darüber informierte die Verwaltung den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
„Freistehende Stromleitungen sollen also abgebaut und durch Erdkabel ersetzt werden“, fasste es Geschäftsleiter Thomas Beck kurz zusammen. Die Verwaltung sieht bei dem geplanten Trassenverlauf keine Probleme, da die Trasse größtenteils entlang bestehender öffentlicher Wege – überwiegend erdgebunden, nur teilweise asphaltiert – und durch gemeindeeigene Grundstücke sowie in unbefestigten Randbereichen verlaufen soll. Dadurch will man Eingriffe in bislang unberührte Flächen möglichst gering halten.
Drei Systeme parallel
Vorgesehen sind vor allem die neuen Trafo-Stationen „Aschach 6“, „Aschach 1“ und „Aschach 4“ sowie die Anbindung an die Bestandsstation „Aschach 7“, die Station „Großenbrach 03, ein bestehendes Erdkabel am Friedhof Aschach und eine noch bestehende Freileitung in der Gemarkung Aschach. Im Bereich „Aschach 4“ werden drei Erdkabelsysteme parallel geführt. Diese Leitungen dienen unter anderem der Anbindung des Friedhofsbereichs sowie der bestehenden Freileitung im östlichen Bereich von Aschach. Die alte Station „Aschach 4“ wird nach Errichtung und Inbetriebnahme des Ersatzneubaus abgerissen.
Unter der Saale durch
Zur Querung der Fränkischen Saale und der Staatsstraße 2292 ist jeweils eine Ausführung im Spülbohrverfahren vorgesehen. Bei diesem Verfahren wird die Erde nicht aufgegraben, um das Erdkabel verlegen zu können, sondern lediglich mit einem Horizontalbohrmaschine durchbohrt. In den dadurch entstandenen Tunnel wird das Leerrohr gezogen. Damit will man schädigende Eingriffe in Gewässer und Straßenoberflächen sowie deren unmittelbares Umfeld vermeiden.
Über den derzeit vorgesehenen Trassenverlauf wurde der Gemeinderat anhand einer Karte informiert. Die metergenaue Trassenlage kann nach Aussage von Bayernwerk und dem beauftragten Unternehmen Omexom allerdings erst im Zuge der tatsächlichen Bauausführung unter Berücksichtigung der örtlich vorhandenen Anlagen, Oberflächen und Geländeverhältnisse festgelegt werden.
Verlegetiefe in etwas 90 bis 100 Zentimeter
Die Verlegetiefe der Erdkabel beträgt in der Regel etwa 90 bis 100 Zentimeter. Zum Einsatz kommen Mittelspannungskabel mit High-Density Polyethylen (HDPE)-Leerrohren sowie Niederspannungskabel. Erforderliche Gehölzrückschnitte werden auf das notwendige Maß beschränkt und die Wurzeln sollen nicht beeinträchtigt werden, erfuhr das Ratsgremium in der von der Verwaltung ausgearbeiteten Sitzungsvorlage. „Nach Abschluss der Kabelverlegung werden die Erdoberflächen entsprechend ihrer bisherigen Nutzung wiederhergestellt“, versicherte Geschäftsleiter Beck. Da die verwendeten Kabel und Rohre aus grundwasserneutralem Polyethylen bestehen, sind nach aktuellem Kenntnisstand auch keine erheblichen Auswirkungen auf Wasserwirtschaft, Gewässer, Wasserabfluss, Wasserrückhaltung oder Naturschutz zu erwarten.
In Vorbereitung auf einen öffentlichen Ortstermin an der Aschach-Brücke nach Frauenroth zum Thema Hochwasserschutz informierte Geschäftsleiter Thomas Beck den Gemeinderat in der jüngsten Sitzung, dass man vom Burkardrother Bürgermeister Daniel Wehner (CSU) erfahren habe, dass auch die Nachbargemeinde entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Aschach plant. Beck: „Dies wird dann natürlich auch direkte Auswirkungen auf unsere Planungen haben.“ Deshalb haben beide Verwaltungen vereinbart, künftig ihre Überlegungen und Maßnahmen miteinander abzustimmen.












